1. Großsteingräber bei Ahlhorn und Steinloge

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

7. Großsteingrab Ahlhorn (933)

zerstörtes Großsteingrab am Schietelberge


zur Übersichtsarte

8.+9. Ahlhorner Kellersteine (939+940)

12. zerstörtes Großsteingräber Landwehrbäke

10.+11. Steinloger Kellersteine (941+942)

zerstörtes Großsteingrab Falschheide

zerstörtes Großsteingrab Neue Kamp (Sage)

Schafkoben

 (die 900er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)


7. Großsteingrab Ahlhorn = "Bakler Berg" (+)
Sprockhoff-Nr. 933
(in meiner Übersichtskarte die Nr. 1)

Am Südrand von Ahlhorn liegt ein stark zerstörtes Großsteingrab, bei dem anzunehmen ist, dass es ähnlich wie der Visbeker Bräutigam bzw. die restaurierten Kleinenkneter Steine ausgesehen hat, allerdings etwas kleiner. Die Steine der Grabkammer fehlen leider; sie werden Ihren Platz in Fundamenten, Mauern und als Gedenksteine gefunden haben.
Auch von den verbliebenen 23 Einfassungssteine (1896 sollen es noch zwei mehr gewesen sein) liegen nicht mehr alle an ihrem Originalort, vermutlich wurden auch viele von ihnen weggeschleppt, denn besonders auf der Nordseite und am westlichen Ende sind die Lücken deutlich. Aber man nimmt an, dass das Grab einmal ca. 30 x 6 m groß gewesen sein muss.
Der ehemalige Erdhügel ist noch deutlich zu erkennen.
Für mich als Ahlhorner ist es natürlich das "Haus-Grab", aber für Weitgereiste lohnt sich der Besuch nur, wenn sie sehen wollen, wie von unseren Vorfahren ein an sich stattliches Grab demontiert wurde.
Man findet das Grab, wenn man von Ahlhorn nach Visbek fährt. Kurz vor der Autobahnbrücke geht die kleine Straße "Bakler Berg" rechts ab. Ihr folgt man für ca. 1 km, dann liegt links in einer kleinen Schonung das Grab. Es ist unmittelbar an der Straße ausgeschildert.

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position des Grabes:  Garmin:
N 52° 52,613’, E 08° 14,826’
Google Earth: 52° 52'37,26" N, 8° 14'50,25" O


Auf der Nordseite des Grabes sind einige Steine tief im Boden versunken.

Im Gegensatz zur Kartierung, die Sprockhoff 1929 vorgenommen hat, habe ich einen großen Umfassungsstein mehr vorgefunden (grün). Dafür liegt der benachbarte Stein weiter östlich, als bei Spockhoff verzeichnet (hellgrau).
Auf der Nordseite des Grabes sind einige Steine tief im Boden versunken.
Am westlichen Ende weist der Erdhügel eine deutliche Vertiefung auf. Dort sind vor langer Zeit die Steine der eigentlichen Grabkammer und auch Umfassungssteine gestohlen worden.
Deshalb fand am 10.10.78 oder am 13.3.83 (Datum nicht eindeutig festzulegen) eine Untersuchung durch K.D.Zoller statt, wobei zwei Schnitte im Bereich der ehemaligen Grabkammer gelegt wurden. Von der ehemaligen Kammerpflasterung war nichts mehr erhalten, und es wurden auch keine Keramikscherben mehr gefunden. Die Kammer war früher völlig durchwühlt worden, alle Kammersteine wurden weggeschaftt oder versenkt.

Für Geocacher: In der Nähe dieses Großsteingrabes gibt es den Geocache GC4GAZ1(www.geocaching.com)

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Wie zwei Wächter stehen diese beiden Steine am jetztigen Anfang des Grabes. Der größere hat 4,5 m  Umfang.


Eigentlich liegen hier nur ein paar große Findlinge im Wald herum, aber auf der Südseite stehen einige Steine noch in Reih und Glied


Zwischen den Umfassungsteinen ist noch deutlich der Rest der ursprünglichen Erdaufschüttung zu sehen.


Die Vertiefung am westlichen Ende, wo offensichtlich die Grabkammer entfernt worden ist.

Das Grab wird heute auch als Großsteingrab "Ahlhorn Ostsiedlung" bezeichnet, und in alten Karten wird das Grab als "Steingrab am Bakeler oder Backeler Berg" aufgeführt. Als älteste Erwähnung finden sich hier "Steinreihen" am Bakeler Berg in einer Karte von 1765.
Das Grab war 1878 vom Herzogtum Oldenburg gekauft und unter Schutz gestellt worden.


Früher gab es noch mehr Kellersteine, nämlich das Großsteingrab "Kellersteine am Schietelberge" (oder Schieteler Berg) nordwestlich des o.g. Grabes, direkt südlich vom Flughafengelände. Aber schon 1896 wird nur noch ein verbliebener Stein beschrieben, der beim Bau des Luftschiffhafens unter Aufsicht von Fachleuten weggeschafft wurde. Bereits damals waren nur noch wenige gespaltete Steine vorhanden, d.h. das Grab war schon früher zerstört worden. Bei den Grabungen 1916 hatte J. Martin allerdings festgestellt, dass es sich legiglich um eine Steinkiste gehandelt haben kann. Heute ist auf der Ackerfläche nichts mehr von einem Großsteingrab zu erkennen.
Position: 52° 52,734' N, 8° 14,090' O.

Ebenfalls südlich vom Flughafen lag das zerstörte Großsteingrab 12."Landwehrbäke", von dem heute nur noch ein Tragstein erhalten ist.
Durch den Scheidewald im Süden Ahlhorns verläuft ein Waldweg, der in den 1940er Jahren von der Luftwaffe betoniert wurde, um darauf Flugzeuge in Verstecke rollen zu können. Unmittelbar am Ostende dieses Weges, bevor dieser nach Südosten abknickt, liegt nördlich vom Weg ein stark zergrabener Hügel, auf dessen Westende ein einzelner Findling steht, der bei der letzten offiziellen Untersuchung als Träger identifiziert wurde.

In einigen Quellen wird das Grab fälschlicherweise als in Gartherfeld gelegen beschrieben.
Position: 52° 52,284' N, 8° 14,207' O.
Für Geocacher: In der Nähe dieses Großsteingrabes gibt es den Geocache GC4GAYG (www.geocaching.com)
 

Der Weg zu den Gräbern mit GoogleMaps.


8. Ahlhorner Kellersteine 1 = Erdmannsteine 1, ca. 20 Minuten östlich vom Bräutigam (++), Sprockhoff-Nr. 939 (in meiner Übersichtskarte die Nr. 8)

Wenn man vom Bräutigam aus dem sog. Brautweg folgt, und am ersten Feld nach Norden abbiegt, kommt man nach ca. 20 Minuten zu den Ahlhorner Kellersteinen, die unbedingt einen Besuch Wert sind. Sie liegen ca. 50 m auseinander und haben beide noch großartige Decksteine. Der größte Deckstein des westlichen Grabes ist 4,5 x 2,1 x 1 m groß.
Das westliche Grab (939) ist ein trapezförmiges Ganggrab von max. 11 x 3 m Innenfläche. 15 senkrechte Trag- bzw. Abschlusssteine und 5 Decksteine sind erhalten, zwei davon wurden gesprengt. Die erhaltenen sind aber wirklich kolossal! Interessanterweise habe ich zwei Steine mehr vorgefunden (in Skizze grün markiert, als von Sprockhoff 1929 verzeichnet worden sind.


Das Foto oben zeigt das nördliche Ende des mittleren Decksteines, der in 4 Bruckstücke zerteilt wurde. A ist der große Rest des Decksteins, B - D sind kleine Bruchstücke. In dem unteren markierten Rechteck ist ein ungenutztes Bohrloch für eine Sprengung des Steins zu erkennen
(Foto unten), das obere Rechteck zeigt ein halbes Sprengloch, wo der Stein gespalten wurde.
Südlich dieses Decksteines fehlen mindestens 2 Tragsteine
(gelber Bereich im Foto rechts), die schon zu Sprockhoffs Zeiten entfernt worden waren. Hier müsste sich auch der Eingang zur Kammer befunden haben, d.h. auch die Steine des Eingangs wurden fortgeschafft.

Basierend auf Keramikfunden werden beide Kellersteine der älteren bis mittleren Phase der Westgruppe der Trichterbecherkultur zugeordnet.


die oberen drei Bilder zeigen die vorderen Kellersteine 939 im Frühjahr 2007 und 2009

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.

Man erreicht die Kellersteine entweder über den Brautweg oder einfacher, wenn man von Ahlhorn die B 213 nach Wildeshausen befährt. Ca. 2 km hinter dem Ahlhorner Ortende biegt man in die nächste Straße rechts (Rüspelbusch) ein, die zuerst nach links und dann wieder nach rechts abknickt. So kommt man unter der Autobahn hindurch. Etwa 400 m südlich der Autobahn liegen östlich dieses Weges die Kellersteine im Gebüsch.

Positionen: Garmin: 52° 52,872 N, 8° 16,827 E;
Google Earth: 52° 52'52,37" N, 8° 16'49,42" E 

Beide Kellersteine waren 1878 vom Herzogtum Oldenburg gekauft und unter Schutz gestellt worden.


Skizze der Kellersteine 1: die Steine liegen noch genau so, wie Sprockhoff sie 1929 kartiert hat.

Für Geocacher: In der Nähe dieses Großsteingrabes gibt es den Geocache GC4GB0K (www.geocaching.com)

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9. Ahlhorner Kellersteine 2 = Erdmannsteine 2, ca. 20 Minuten östlich vom Bräutigam (++), Sprockhoff-Nr. 940 (in meiner Übersichtskarte die Nr. 9)

Das hintere Grab ist kleiner (6 x 2,5 m) als das vordere und hat noch 9 Trag- und 2 Decksteine. Vorne fehlen ein Abschluss- und ein Deckstein, der mittlere Deckstein, der einmal 4,5 x 2 m groß war,  soll 1916 durch einen Soldaten des Luftschiffhafens Ahlhorn mit einer Handgranate gesprengt worden sein. Hibbeler sagt 1930 er sei 1919 von "bösen Buben" gesprengt worden. Er ist in der Mitte durchgebrochen und eingeknickt. Wenn man von vorn kommt, sieht es so aus, als ob das Grab relativ frei läge. Aber im hinteren Bereich erkennt man, dass nur die Decksteine aus dem umschließenden Hügel herausragen. D.h. das Grab steckt noch tief im Hügel, und bis 1919 soll das Grab noch teilweise vom Erdhügel bedeckt gewesen sein. Es hat eine weniger häufig vorkommende, trapezoide Form.
Interessanterweise wird 1896 ein 2,5 m langer Gang aus drei Steinen erwähnt, der heute nicht mehr vorhanden ist, und für den es eigentlich auch keinen Ansatzpunkt an den Längsseiten gibt.

Offizielle Grabungen haben an den Kellersteinen noch nicht stattgefunden. Allerdings wurden 1992 von einem buddelnden Kaninchen im Grab 2 einige Keramikscherben freigelegt, die es ermöglichten, das Grab in die ältere und mittlere Phase deWestgruppe der Trichterbecherkultur zu datieren (J.Eckert, Führer z. Arch. Denkmälern Bd. 31, S. 184).

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position: Garmin: 52° 52,870' N, 8°
16,340’ E
Google Earth: 52° 52'51,75" N, 8° 16'52,90" E

Für Geocacher: In der Nähe dieses Großsteingrabes gibt es den Geocache GC4GB0K (www.geocaching.com)

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die hinteren Kellersteine 940 im Frühjahr 2007, Blick von vorn


der Blick von hinten. Man erkennt, dass die Kammer noch tief im Hügel steckt (Frühjahr 2011).

 
Kellersteine 2 (940)


Am 26.4.08 und auch später zu anderen Terminen fand eine größere Reinigungsaktion durch das Forstamt und die AG für Archäologische Denkmalpflege statt, bei der wild wucherndes Gebüsch und kleine Bäumchen im Umfeld der beiden Kellersteine entfernt wurden. Seitdem kann man wieder frei von einem Grab zum anderen blicken. (Foto unten links am 24.4.08, unten rechts am 26.4.98)

 

Wie es 1984 aussah, findet man auf der Seite mit historischen Bildern.

In mehreren Publikationen wird den Kellersteinen die Legende des "Wunnersteens", des Ahlhorner Wundersteines, zugeordnet. Wenn man alte Ahlhorner fragt, so handelte es sich bei dem Wunnersteen aber um einen riesigen, flachen Findling, der in einem Acker lag.
Der Legende nach soll sich darauf die Aufschrift
"O wunner, o wunner, wat ligg hier woll unner?"
(Oh Wunder, oh Wunder, was liegt hier wohl drunter?)
befunden haben. Lange Jahre schaffte es niemand, den Stein umzuwerfen. Und als es dann doch gelang, kam leider kein Schatz zum Vorschein, sondern nur eine Inschrift auf der Unterseite: "Dat würd nu uck all hoge Tied, dat ick mal keem upp de annere Siet!"
(das wurde aber auch höchste Zeit, dass ich mal auf die andere Seite komme!).

Das gesamte Gedicht kann man bei Etta Bengen: O wunner, o wunner, wat lieg hier wohl unner? Großsteingräber zwischen Weser und Ems im Volksglauben. Oldenburg 2000, nachlesen.

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10. und 11. die Steinloger Kellersteine, bei Steinloge, südlich der Autobahn (++), Sprockhoff-Nr. 941 und 942 (in meiner Übersichtskarte die Nr. 10 u. 11)






oben: Grab 942



 


Ostern 2008 war dieser Kranz mit einer Figur der Erdgöttin von Unbekannten auf einem Stein des Grabes 941 abgelegt worden.

Im letzten Buch von M. Fansa (s. Lit.-verzeichnis) sind die Gräber als Großenkneter Kellersteine abgebildet, wobei das Bild aber schon einige Jahrzehnte alt sein muss, denn heute liegen die Gräber nicht mehr im freien Feld, sondern sind von hohen Tannen umschlossen.

Zwei der Tannen wurden im Frühjahr 2011 gefällt, so dass Grab 941 jetzt wieder etwas offener liegt.

Der Weg zu den Gräbern mit GoogleMaps.
Positionen :
Garmin:         941: N 52° 53,008', E 8° 18,352'
                     942: N 52° 53,000', E 8° 18,436'
Google Earth: 941: 52° 53'00,11" N, 8° 18'20,68" E
                     942: 52° 53'00,53" N, 8° 18'21,23" E 

Für Geocacher: In der Nähe der Steinloger Kellersteine gibt es den sehr leichten Geocache GC3HZ2V (www.geocaching.com)

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Der Name "Kellersteine" ist zwischen Ahlhorn und Wildeshausen allgegenwärtig! Auch südlich von Steinloge liegen zwei Kellersteine, die kaum bekannt und schwer zu finden sind.
Man biegt im Tal östlich von Schnittgers Höhe von der B 213 in den Varnhorner Weg ein und folgt diesem unter der Autobahn hindurch bis der Weg sich gabelt. Links geht der Weg "Vor der Aue" ab, und rechts muss man zu Fuß einem kleinen, sonst unbenutzten Waldweg folgen. Über eine Lichtung und einen querenden, breiten Waldweg hinweg kommt man zu einer kleinen Lichtung mit einem Hochstand, auf der die beiden Großsteingräber nahe bei einander liegen.

Bei Grab 941 (rechte Fotospalte unten) sind allerdings noch alle 13 Tragsteine vorhanden, so dass die rechteckige Kammer gut zu erkennen sind. Aber es sind nur noch 3 Decksteine (von 5) verblieben. Die Kammer ist 7,5 x 1,5 m groß. An einem geborstenen Deckstein ist eine Sprengbohrung zu erkennen, d.h. auch dieses Grab wurde Anfang des 20. Jahrhunderts "brutal" geräubert.

Bei Grab 942 (linke Fotospalte) ist die Kammer 5,5 x 1,5 m groß und es sind 9 von 10 Tragsteinen und 3 von 4 Decksteinen vorhanden.
In beiden Gräbern konnte ich 4 bzw. 1 kleinere Steine entdecken, die in Sprockhoffs Skizzen von 1929 nicht verzeichnet sind. In Grab 942 wurde ein Deckstein seitdem verdreht.

Obwohl beide Gräber nur klein sind, lohnt sich der Abstecher, weil man zwei Großsteingräber auf einmal besuchen kann.




oben: Grab Nr. 941; man kann gut die rechteckige Form der Grabkammer erkennen


Grab 941 von Westen. Im Hintergrund sieht man 942


Sprengloch in einem Stein von Grab 941


Ein heute nicht mehr vorhandenes Ahlhorner Großsteingrab lag in der Falschheide (Langenthunesch) am Südrand des heutigen Gewerbegebietes westlich von Ahlhorn. 1935 war nur noch ein Stein vorhanden, aber es wurden Trichterbecherscherben gefunden. 1936 soll die Stelle untersucht worden sein, und 1994 erfolgte die letzte wissenschaftliche Untersuchung, bei der festgestellt wurde, dass die Kammer ca. 12,6 m lang und 2,2 m breit und zu den Enden hin schmaler werdend gewesen ist und eine ca. 19 m große Einfassung gehabt hat. Es muss einmal 2 Abschlusssteine, 15 oder 16 Träger und 7 Decksteine gegeben haben. Von der Umfassung gab es noch 26 Steine. Reste der Bodenpflasterung konnten 1994 noch nachgewiesen werden. In der Skizze rechts oben sind die noch nachweisbaren Standspuren von Findlingen wiedergegeben (nach Angaben von M. Vieth)(siehe auch M. Fansa, Göttinger Schriften 20, 1982).
Heute ist dort, wo das Grab einmal lag, ein Gewerbegebiet mit unverkauften, planierten Grundstücken und einer Straße. Vom Großsteingrab ist nichts mehr zu erkennen.
Position: 52° 53,7' N, 8° 12,1' O.

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.

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Und letztendlich gab es auch in Sage Haast ein Großsteingrab, das auf dem Neuen Kamp gelegen hat. Dort befindet sich eine Wiese, vom Großsteingrab ist nichts mehr zu erkennen. Position: 52° 57,238' N, 8° 12,074' O. Der Weg zum Grab mit GoogleMaps


Es kann immer wieder vorkommen, dass man im Oldenburger Land auf Steinsetzungen trifft, die auf den ersten Moment wie Reste von großen Grabkammern aussehen. Dies sind aber meist die Fundamente von ehemaligen Schafställen (Schafkoben), für die bestimmt auch der eine oder andere Stein aus einem zerstörten Großsteingrab verwendet worden ist. Diese Fundamentsteine weisen auch oft die typischen Reste von Sprengbohrungen auf (unten rechts), mit denen man vor 100 - 150 Jahren sehr großen Findlige (Decksteine) in transportierbare Stücke zerteilt hat. --> Karte mit Schafkoben rund um Ahlhorn

Es gibt auch eine abenteuerliche, inzwischen nicht mehr ernsthaft verfolgte Theorie, dass die Großsteingräber ursprünglich vergleichbar wie die Schafkoben gebaut worden sein sollen, und als Gotteshäuser oder Versammlungsräume gedient haben. --> siehe Theoretisches zu Großsteingräbern


Fundamente eines Schafkobens am Ahlhorner Rüspelkämpe. Der Stein im Vordergrund in der Mitte zeigt Reste eines Sprengloches.

Die Ahlhorner Großsteingräber Bakeler Berg, Schietelberg, Ahlhorner Kellersteine und Bakenhus wurden am 28.2.1884 neben zahlreichen gemeindeeigenen Waldungen in die Obhut der großherzoglich, oldenburgischen Forstverwaltung übergeben. Die Bräutigamgruppe war schon 1840 aus Privatbesitz übernommen worden.

Wenn man schon einmal in der Gegen von Ahlhorn ist, sollte man auch die 12 Apostel bei den Ahlhorner Fischteichen besuchen, die vielleicht vorzeitliche Kalendersteine sind.

 

 

 
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