Megalithanlagen im Ausland


Im Laufe der Jahre habe ich auch einige Megalithanlagen im Ausland besucht, deren Fotos unten wiedergegeben sind.
Fotos der ägyptischen Pyramiden und gleich alter ägyptischer Tempel werden nicht gezeigt, da diese nicht zur nordischen Megalithkultur gezählt werden, obwohl sie etwa gleiches Alter haben.

Malta
Stonehenge
Schottland
Shetland-Inseln
Dänemark


Malta

In der sog. Megalithkultur wurden von 3800 bis 2500 v.Chr. auf Malta 28 Tempel errichtet. Dann hörte die Bautätigkeit plötzlich auf; man nimmt an, dass die Bevölkerung Maltas damals wegen der sich verschlechternden Bodenqualität ausgewandert ist. 

Hal Taxien ist eine große Megalithanlage, die aus drei unterschiedlich alten Tempeln besteht, die ineinander übergehen. Der erste stammt von ca. 3100 v. Chr., der zweite von ca. 3000 v. Chr. Im Gegensatz zu den anderen Tempeln von Malta hat er nicht nur 2, sondern drei symmetrische Apsidenpaare. Der dritte, östliche Tempel wird auf ca. 3100 v. Chr. geschätzt. Ein vierter, kleinerer Tempel von 3250 v. Chr. liegt östlich der Anlage. Andere Quellen sagen, dass die gesamte Anlage zwischen 3000 und 2500 bzw. 3600 und 2500 v.Chr. gebaut worden sei.
Im Gegensatz zu den Großsteingräbern in Nordwesteuropa sind hier die Steine bereits behauen, geformt und mit Spiral- und Tierornamenten verziert (ganz unten rechts). Berühmt ist das Unterteil der Statue der „Erdmutter“ oder „Göttin der Fruchtbarkeit“ (ganz unten links). Die Tempel haben drei- oder fünflappige Grundrisse und bestehen aus bis zu 20 Tonnen schweren Kalksteinen, die von Malta selbst stammen.
Erste Ausgrabungsarbeiten wurden 1915-19 durchgeführt, 1956 wurde der Tempel restauriert. (Fotos von 1987)



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Stonehenge

Stonehenge liegt in Südengland, in der Nähe von Salisbury und besteht aus einer Grabenanlage und einer gewaltigen Megalithanlage aus mehreren konzentrischen Steinkreisen, die aus Pfeilersteinen, Decksteinen und sog. Trilithen (torförmige Gebilde aus zwei Tragsteinen mit Deckstein) überbrückt werden). Dazwischen befinden sich weitere Strukturen aus kleineren Steinen sowie Löchern im Boden. In der unmittelbaren Nähe gibt es weitere Megalithe und zwei Hügelgräber. Der Name Stonehenge bedeutet „hängende Steine“.

Stonehenge wurde seit der Jungsteinzeit gegründet, mehrfach erweitert und mindestens bis in die Bronzezeit benutzt. Die Frühphase, d.h. ein runder Erdwall mit Graben, wird auf etwa 3100 v. Chr. datiert. Die berühmte Megalithanlage stammt von zwischen 2600 und 2000 v. Chr. Die Hauptanlage besteht aus 74  sog. Sarsensteinen, deren Hauptkreis 30 m durchmisst, und die durch Spunde und Zapfung gegen Verrutschen  gesichert sind (Fotos unten). Die Steine wurden sorgfältig bearbeitet, bei den Trilithen sind die Träger oben sogar breiter als unten, um den optischen Eindruck auszugleichen. Die Decksteine des Ringes sind leicht gekrümmt. Auf einigen Pfeilern finden sich eingeritzte Abbildungen.
Stonehenges Steine wiegen zwischen 4 und 50 Tonnen. Die kleineren, älteren stammen aus einem 380 km entfernten, die größeren aus einem 30 km entfernten Steinbruch.
Die Anlage ist so ausgerichtet, dass am Morgen des Mittsommertags die Sonne direkt über dem sog. Heel Stone (Fersenstein, links) aufgeht und in gerader Linie ins Innere des Bauwerks scheint. Deshalb wird häufig angenommen, dass es sich um ein vorzeitliches Observatorium handelt.

 
Zu Stonehenge gehört auch die sog. Avenue, ein Weg mit  Graben und Erdwall, der 3 km zum Fluss Avon führt.


Stonehenge gehört seit 1918 dem englischen Staat und ist seit 1986 Weltkulturerbe.

In der Nähe gibt es noch einige gut erhaltene Hügelgräber aus der Bronzezeit.

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Schottland

In Schottland habe ich bei meinen umfangreichen Ausflügen in Grampian (Aberdeen bis Fort William) 1992 keine für unsere Gegend typischen Großsteingräber finden können. Dort sind Steinkreise üblich, d.h. kreisförmig aufgestellte Menhire, mit sorgfältigen Bodenschüttungen aus kleinen Steinen dazwischen, unter denen meist Urnen bestattet worden sind.


LOANHEAD STEINKREIS  (+++) bei Daviot. Steinkreis von ca. 3000 v.Chr., bestehend aus 10 senkrechten und 1 waagerecht liegenden Stein ("recumbent"), der 12 Tonnen wiegt. Man nimmt an, dass der Kreis als Mond-Observatorium diente. Später fanden im Kreis Verbrennungen statt, und sein Inneres wurde mit Feldsteinen ausgefüllt. Ca. 1500 v.Chr. wurde neben dem nicht mehr benutzten Steinkreis ein zweiter, flacher Kreis für Feuerbestattungen von mindestens 31 Personen eingerichtet, die in Urnen beigesetzt wurden. Ein Mann wurde normal erdbestattet.
Fotos von 1992

CULLERLIE STEINKREIS  (+++) nordwestl. von Peterculter. Steinkreis von ca. 1700 v.Chr., bestehend aus 8 senkrechten Steinen. Jedem Stein ist im Inneren ein kleiner, mit Feldsteinen ausgefüllter Steinkreis (Cairn) zugeordnet.
Foto von 1992

 

 

TOMNAVERIE STEINKREIS  (+) nordwestlich von Aboyne, südl. von Tarland. Reste eines Steinkreises von 1600 v.Chr.
Foto von 1992

 

EAST AQUORTIES STEINKREIS (++) westlich von Inverurie
Foto von 1992



THE NINE STANES  (+) südöstlich von Banchory. Ovaler Steinkreis mit aufrechten Steinen auf beiden Seiten des großen, waagerecht liegenden. Ganz in der Nähe (ca. 1 km) befinden sich drei weitere, unbenannte Steinkreise.

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Shetland-Inseln

JARLSHOF (+++) (Foto links)
Im Jarlshof an der Südspitze der Shetland-Hauptinsel liegen eine Fülle von Siedlungsresten aus der Stein-, Bronze-, Pikten- und Wikingerzeit und aus dem Mittelalter ganz nah beieinander. Die Zeitspanne von 2000 vor bis zum 16. Jahrhundert nach Chr. ist dort abgedeckt. Wir fanden die erstaunlich gut erhaltenen, vorzeitlichen, radförmigen Kammerhäuser sehr beeindruckend.
Foto von 1992

Die BROCHs (+++)
Ein Broch ist ein wuchtiger Rundturms in einer Festung aus der Eisenzeit von vor 2500 - 2700 Jahren. Die Besonderheit dieser Brochs sind die meterdicken Mauern, in denen kleine Räume und Zellen untergebracht sind. Mehrere dieser Türme sind über die Inseln verstreut. Der 12 m hohe
Mousa Broch ist der besterhaltene Eisenzeit-Turm Schottlands.
Am südlichen Stadtrand von Lerwick steht der
Clickhimin Broch (unten), von dem nur das eindrucksvolle Fundament erhalten ist.
Foto von 1992


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Dänemark

Poskaer Stenhus ist die größte und wohl schönste Runddysse (Dolmen mit runder Einfassung) in Dänemark. Sie stammt wie die Großsteingräber der Wildeshauser Geest aus der Trichterbecherkultur, d.h. aus der Zeit um 3500 v.Chr. Es wird auch als Knebel-Dysse bezeichnet. Die Grabkammer ist sechseckig mit 5 Trag-, 2 Eingangs- und 1 riesigen Deckstein (15 Tonnen). Die meisten Steine sind halbierte Findlinge. Drum herum stehen 23 bis zu 2 m hohe Einfasssteine mit z.T. ausgesuchter, dreieckiger Form. Die Grabkammer liegt etwas seitlich verschoben. Man nimmt an, dass ursprünglich ein oder zwei weitere Grabkammern im Ring untergebracht waren. 

Dieses Grab war Mitte des 19. Jahrhundert von einem Steinverarbeitungsbetrieb in Arhus gekauft worden, glücklicherweise hat aber der örtliche Kirchenrat einen Abtransport der Steine verhindert. 1860 wurde das „Steinhaus“ unter Denkmalschutz gestellt.
Fotos von 1977

In der Nähe gibt es weitere Dolmen, ein Deckstein dieser Gräber weist die in Nordwestdeutschland manchmal zu findenden, muldenförmigen Vertiefungen (Schälchen, Näpfchchen) auf. Die andere Hälfte des Poskaer-Decksteins bedeckt das 2 km entfernte Agri-Großsteingrab.
das Steingrab auf Djursland links kann ich z.Z. nicht mehr eindeutig zuordnen.
Foto von 1977

Auf der Halbinsel Djursland gibt es auch sehr schöne Hügelgräber. Die beiden Stabelhøje (133 und 135 m) sind die höchsten und am besten erhaltenen. Die Julingshøje bestehen aus 10 großen Hügeln, Trehøje aus 12 Hügeln, der Rugdalshøj ist ein solitäres, großes Hügelgrab.
Fotos von 1977

 
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