28. Großsteingräber bei Westerholte und Ueffeln

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

149. Großsteingrab Meyer, Westerholte (891)

150. Großsteingrab Reinecke, Westerholte (892)

151. Großstgr. Rickelmann 2, Westerholte (893)

152. Großstgr. Rickelmann 1, Westerholte (894)

153. Großstgr. Grumfeld West, Westerholte (895)

154. Großstgr. Grumfeld Ost, Westerholte(896)

155. Steinkiste am Wiemelsberg

156. Großsteingrab Wiemelsberger Steine (897)

157. Großsteingrab Kampgoren = auf dem Goldesch, Lintern (898)

(die 800er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)


Die im folgenden beschriebenen Großsteingräber liegen im Gebiet "am Giersberg", das heute durch einen gut ausgeschilderten Wanderweg zu allen Großstein- und Hügelgräbern versehen ist. Neben den erhaltenen hat es vor ca. 100 Jahren noch zwei weitere Großsteingräber gegeben, die heute verschwunden sind:

Großsteingrab Lange, zerstört und heute restlos verschwunden, Sprockhoff Nr. 889
1864 sollen noch 12 Träger vorhanden gewesen sein. Ursprünglich waren es wohl 16 Träger und 5 Decksteine,
 Position GoogleEarth 52° 29' 39,23" N, 7° 53' 03,79" E
Großsteingrab Rickelmann 3, zerstört, Sprockhoff Nr. 890
dieses Grab soll einmal 15 Träger und 6 Decksteine gehabt haben, heute ist nur noch der Hügel zu erkennen,
Position GoogleEarth 52° 29' 32,81" N, 7° 53' 00,61" E

149. Großsteingrab Meyer, Westerholte, südöstl. von Westerholte, (+), Sprockhoff-Nr. 891

Ursprünglich muss dieses Grab einmal aus einer sehr langen Kammer bestanden haben, der erkennbare Hügel ist ca. 30 m lang. Seit 1864 sind nur noch 9 Steine vorhanden, die in etwa das östliche Viertel der Anlage darstellen. Vier Tragsteine sind zu identifizieren, die anderen Steine sind Decksteine bzw. Reste davon. Der am weitesten östlich liegende Stein dürfte der Rest eines Decksteins sein, der beim Abtransport liegen blieb. Sprockhoff schreibt, dass es ursprünglich 16 Decksteine gegeben haben kann, und dass die Kammer wohl 26 m lang war.
Einer der Decksteine zeigt noch ein deutliches Sprengloch.

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Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position GoogleEarth: 52° 29’ 30,48” N, 7° 52’ 59,05” E


150. Großsteingrab Reinecke, Westerholte, südöstl. von Westerholte, (+), Sprockhoff-Nr. 892

Die ursprünglich einmal 14,5 x 2,5 m große Kammer ist noch gut zu erkennen, denn viele Tragsteine stehen noch an ihrem Platz. Offenbar verjüngt sich die Kammer nach Westen  auf 1,5 m Innenweite.
gegenüber der Bestandsaufnahme von Sprockhoff um 1926 liegen heute am Ostende 4 weitere Steine herum, dafür fehlen zwei Steine, die Sprockhoff im Süden eingezeichnet hatte. Offenbar ist hier einmal "aufgeräumt" worden.

 

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position GoogleEarth: 52° 29’ 26,81” N, 7° 52’ 55,84” E

 


151. Großsteingrab
Rickelmann 2, Westerholte, südöstl. von Westerholte, (++), Sprockhoff-Nr. 893

An ihrem Ostende weist die Grabkammer noch Reste einer ovalen, ursprünglich wohl 19 x 6.5 m großen Einfassung auf. Zwei Umfassungssteine dürften in jüngerer Zeit wieder hinzugefügt worden sein. Viele Träger der 14 x 1,8 m großen Kammer stehen noch an ihrem Platz, 7 Decksteine sind noch im Grab und außerhalb vorhanden. Sprockhoff geht davon aus, dass das Grab, dass seit zwei Jahrhunderten unverändert geblieben ist, einmal 10 Joche besessen hat.

    

Um die vorgenannten Gräber zu besuchen, fährt man am besten von Westerholte nach Südosten in Richtung Golfplatz "Artland". Nach ca. 500 m führt links ein Feldweg zu einem Parkplatz mit Schutzhütte direkt neben dem Grab 893.
Von dort folgt man dem Waldweg weiter nach Nordosten, die Gräber 892 und 891 liegen dann rechts und links vom Weg.
Der Weg zu den Gräbern mit GoogleMaps.
Position GoogleEarth: 52° 29’ 21,89” N, 7° 52’ 38,65” E



152. Großsteingrab Rickelmann 1, Westerholte, südöstl. von Westerholte, (++), Sprockhoff-Nr. 894

Die 12 x 2,4 m große Kammer ist noch gut zu erkennen, und auch die 4 verbliebenen Decksteine und die Reste des Hügels sind recht imposant. Sprockhoff hat noch 3 Einfasssteine in seiner Skizze des Grabes eingezeichnet, die ich aber beim besten Willen nicht mehr finden konnte. Heute deutet nichts mehr darauf hin, dass das Grab eibnmal eine Einfassung gehabt haben könnte.

Um zum Garb zu kommen, fährt man vom vorgenennaten Parkplatz weiter in Richtung Golfplatz. Wenn man die nächsten Häuser erreicht, muss man am rechten Straßenrand halten und am Haus vorbei ein Stück nach Nordosten gehen.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position GoogleEarth: 52° 29’ 13,68” N, 7° 52’ 47,39” E

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153. Großsteingrab Grumfeld West, Westerholte, südöstl. von Westerholte, (+++), Sprockhoff-Nr. 895

Direkt neben den Gebäuden des Golfclubs "Artland" liegt ein imposantes und interessantes Großsteingrab, bei dem man davon ausgehen kann, dass es aus zwei separaten Grabkammern in einer ovalen Einfassung besteht. Die westliche, ca. 17 x 2,5 m große Kammer hatte vermutlich einmal 10 Decksteine; der zweite von Osten ist verschwunden, obwohl er bei Sprockhoff noch verzeichnet ist. Die östliche Kammer (12 x 2 m) soll nach Sprockhoff noch 7 Decksteine besitzen, 5 davon sind sehr gut zu erkennen, obwohl die Kammer noch tief in der Erde eingebettet sind.
Auch hier ist in vergangenen Jahrhunderten kräftig geplündert worden, und zahlreiche Bruchstücke und Reste von Bohrlöchern zeugen von dem verwerflichen Tun. Die rötlich bzw. grünlich markierten Steine in der Skizze unten zeigen, dass in den letzten 75 Jahren einige Steine weggekommen, dazu gekommen oder verschoben worden sind.

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position GoogleEarth: 52° 29’ 01,13” N, 7° 52’ 51,94” E 


154. Großsteingrab Grumfeld Ost, Westerholte, südöstl. von Westerholte, (++), Sprockhoff-Nr. 896

Sprockhoff beschreibt eine stark beschädigte Kammer mit 13 intakten Trägern, einigen Trägerbruchstücken und 4 Decksteinen. Das Grab macht einen so zerstörten Eindruck, dass ich selbst Probleme hatte, Trag- und Decksteine auseinander zu halten, zumal viele Steine durch Sprengungen gespalten worden sind, wovon 7 ehemalige Bohrlöcher zeugen. Zwei bei Sprockhoff verzeichnete Steine konnte ich nicht mehr lokalisieren. Ich nehme an, sie wurden weggeschafft.
Es gibt alte Skizzen, denen zufolge das Grab einmal 19 m lang gewesen sein muss, und dass somit nur noch ca. 2/3 davon erhalten sind.

Das Grab ist nicht leicht zu finden. Vom Golfplatz muss man bis zur nächsten Wegkreuzung nach Süden, dann folgt man dem Waldweg nach Nordosten und hält sich an der Gabelung nach rechts. Rechter Hand liegt zuerst ein bronzezeitliches Hügelgrab mit "Kopfmulde", die durch sog, Urnenstechen entstanden ist, kurz bevor rechts wieder der Golfrasen beginnt liegt rechts vom Weg eine Steinkiste (s.u.) im Wald. Gegenüber der Steinkiste muss man einem Trampelpfad folgen, der links vom großen Waldweg abgeht, um das mitten im Wald versteckt liegende Großsteingrab zu erreichen.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position: Garmin: N 52° 28,993’, E 7° 53,069’, Google Earth: 52° 28’ 59,38” N, 7° 53’ 04,28” E


155. Steinkiste am Giersberg, Westerholte, südöstl. von Westerholte, (+)

Diese Steinkiste ist in Sprockhoffs Atlas der Megalithgräber nicht erwähnt, denn sie wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt und sehr schön mit Zwischenmauerwerk restauriert.

Wegbeschreibung siehe oben unter 154.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position GoogleEarth: 52° 28’ 56,42” N, 7° 53’ 06,20” E

In der Nähe liegen außerdem noch einige bronzezeitliche Hügelgräber, die gut ausgeschildert sind.

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156. Großsteingrab Wiemelsberger Steine, nordwestl. von Ueffeln, (+++), Sprockhoff-Nr. 897


Eines der wenigen Großsteingräber, dass noch relativ gut erhalten ist. Alle 12 Trag- und 2 Abschlußsteine stehen noch an ihrem Originalort, und auch alle 6 Decksteine sind erhalten. Schön zu erkennen ist auch der Eingang, mit seinen zweifach abgeflachten Steinen.
1807 erfolget hier eine Grabung im Auftrag des Grafen von Münster.

Südöstlich von Ueffeln geht von der L70 die Straße Am Wiemelsberg ab, die im weiteren Verlauf in einem Feldweg endet. Man folgt diesem ca. 200 m bis ein Waldweg nach links abgeht. Diesem folgt man bis zum Feldesrand.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position: Garmin: N 52° 27,009’, E 7° 51,711’, Google Earth: 52° 27’ 00,39” N, 7° 51’ 43,07” E


Im sog. Büdenfelde beim Ueffelner Friedhof wird in alten Berichten von einem weiteren Großsteingrab berichtet, das aus 10 Trägern, 7 Decksteinen und einer Einfassung bestanden haben soll. Sprockhoff konnte sich nicht entschließen, Mathiesings Opferstein (Foto unten) als Rest dieses Grabes anzuerkennen.
Der Sage nach soll der Teufel vorgehabt haben, diesen Stein auf die Ueffelner Kirche zu werfen, wurde aber von der aufgehenden Sonne daran gehindert.

Mathiesings Opferstein, Rest eines ausgegangenen Großsteingrabes?


157. Großsteingrab Kampgoren = auf dem Goldesch, Lintern, südlich von Ueffeln, (+), Sprockhoff-Nr. 898

Die kleine Kammer (6 x 1,6 m) hat noch 7 Träger, 2 Abschlußsteine und 2 Decksteine. Hinweise auf Sprengungen gibt es keine, aber das Grab macht trotzdem einen stark geräuberten Eindruck.

Man verläßt Ueffeln auf der L70 nach Südwesten. Wenn nach ca. 1 km linker Hand der Wald endet muss man in den Feldweg einbiegen, der nach Westen zurück führt. Mitten im Feld liegt in einer kleinen Baumgruppe das stark zerstörte Großsteingrab.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position GoogleEarth: 52° 26’ 29,66” N, 7° 52’ 02,28” E

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