27. Großsteingräber auf der Ankumer Höhe bei Berge und Bippen

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

141. Großstgr. de Smäe (Schmiede), Börstel (882)

142. Großsteingrab Hekeser Steine B (883)

143. Großsteingrab Hekeser Steine A (884)

144. Großsteingrab Bockraden (885)

145. Großsteingrab Restrup (886), Näpfchenstein

146. Großsteingrab Dalum (887)

147. Hexentanzplatz = zerst. Großsteingrab Maiburg 2

148. Großsteingrab Klein Bockern (888)

(die 800er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)


141. Großsteingrab de Smäe (die Schmiede), Börstel, nördl. von Berge, in einem Feld beim Börsteler Wald, (-), Sprockhoff-Nr. 882

Sehr stark zerstörtes Großsteingrab, von dem vermutlich nur noch drei Steine am Originalort stehen. Außerdem sind noch Reste von 2 Decksteinen vorhanden. Es gibt keine Hinweise mehr auf einen Erdhügel oder Einfassungssteine.
Sprockhoff geht davon aus, dass das Grab einmal 6 Joche gehabt hat.
Der Name des Großsteingrabes ist irreführend. Im Acker ringsum wurden zahlreiche Eisenteile gefunden, die man fälschlicherweise mit dem Großsteingrab in Verbindung brachte und es deshalb "die Schmiede" nannte. Selbstverständlich gab es in der Jungsteinzeit noch keine Eisenverarbeitung.
 

Seit der Erhebung durch Sprockhoff sind offenbar weitere Steine verloren gegangen (rot). Der gelbe, mit einem Fragezeichen versehene Stein ist nicht mehr zu sehen, er könnte aber im Erdboden verborgen sein. Der längliche, rote Stein ist möglicherweise umgestürzt und liegt jetzt mitten im Grab (grün).

Wenn man von Börstel nach Bergen fährt, kann man in der zweiten Straßenkurve rechts parken. Von dort führt ein Waldweg zuerst zurück nach NW. An der nächsten großen Kreuzung hält man sich nach SW. Nach den Abraumhalden eines Sandabbaus biegt man erst nach rechts und dann wieder nach links ab, bis man an der Nordostecke eines Feldes ankommt, in dem unter einigen Eichen die Grabreste liegen. Da das Grab mitten in einem Acker liegt, ist es nur in der vegetationslosen Zeit erreichbar.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position:
Google Earth: 52° 38’ 23,00” N, 7° 41’ 18,57” E


Eine der Interessantesten Grabkonstellationen Norddeutschlands ist bei Hekese zu finden. Es handelt sich um zwei stattliche Kammergräber, die durch eine 53 m lange Steinreihe verbunden sind. Die Reihe besteht aus ca. 30 Steinen, die kleiner als die Tragsteine der Gräber sind, und ist in der Nähe des Grabes A als Doppelreihe aufgestellt. Viele Steine wurden im vorigen Jahrhundert entfernt. Auf der Hinweistafel vor Ort wird angegeben, dass die Steinreihe am 21.6. (Mittsommernacht) genau auf den Sonnenuntergang ausgerichtet ist.
1864 hatte Müller die Theorie aufgestellt, dass es sich um die Reste eines überlangen Hünenbettes mit zwei Grabkammern handele. Diese Theorie wird aber heute eindeutig verworfen, und man geht davon aus, dass es zwei separate Großsteingräber sind, die durch die Steinreihe verbunden sind, deren Zweck unbekannt ist.
Auf dem Foto rechts blickt man von Grab 884 über die anfänglich noch doppelte Steinreihe zu Grab 883.

Beide Gräber sind kaum zu verfehlen, wenn man auf dem Dalumer Weg von Dalum nach Restrup fährt. Nach einer langgezogenen Kurve liegen die Gräber rechts vor einem Wäldchen.

142. Großsteingrab Hekeser Steine A, südlich von Hekese, östlich von Bippen, (+++), Sprockhoff-Nr. 883

Das Großsteingrab ist gut erhalten, fast alle Tragsteine und 7 von 9 Decksteinen sind noch vorhanden. Alelrdings liegt nur noch ein Deckstein auf seinen Trägern, die anderen sind in die Kammer abgerutscht.
Der größte Deckstein ist geborsten, unter ihm hat sich vermutlich der Eingang befunden. Die Kammer misst innen 19 x 2,7 - 3,5 m.

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position:
Google Earth: 52° 35’ 24,50” N, 7° 46’ 41,90” E

 


143. Großsteingrab Hekeser
Steine B, südl. von Hekese, östlich von Bippen, (+++), Sprockhoff-Nr. 884

Auch dieses Grab, das diekt an der Landstraße liegt, ist noch gut erhalten und imposant anzusehen. Die meisten Tragsteine und alle 9 Decksteine sind noch vorhanden und die Kammmer hat mit 20 x 2,6 - 3 m eine vergleichbare Größe wie die des  Nachbargrabes.


 

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position: Google Earth: 52° 35’ 22,88” N, 7° 46’ 45,14” E

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144. Großsteingrab Bockraden, nördl. von Bockraden, östlich von Bippen, (+), Sprockhoff-Nr. 885

Es handelt sich um eine an sich recht gut erhaltene Kammer (11,5 x 2 m), von der leider alle Decksteine fehlen. Sie sollen 1910 gesprengt und beim Bau der Bockradener Straße verwendet worden sein.
Alle 14 Tragsteine und zwei Steine des Eingangs stehen noch an ihrem Originalplatz.

Dieses Grab findet man am leichtesten, wenn man von den Hekeser Steinen Richtung Osten (Dalum) fährt. Ein kurzes Sttück hinter der langezogenen Kurve geht spitzwinklig der Friesenweg nach SO nach Bockraden ab. Ihm folgt man, bis man an der nächsten Abzweigung nach rechts fährt. Hinter der nächsten Wegkreuzung liegt das Grab direkt rechts im Wald.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position:
Google Earth: 52° 35’ 14,00” N, 7° 48’ 07,97” E


145. Großsteingrab Restrup, südlich von Restrup, östlich von Bippen, (++), Sprockhoff-Nr. 886

Von dieser 9 x 1,8 - 2 m großen Kammer sind noch 4 der 5 Decksteine vorhanden, vobei 2 davon gesprengt wurden. Bei dem östlichen Deckstein leigen sie beiden Hälften noch so nebeneinander, wie sie zerbrochen sind, beim Deckstein in der Mitte des Grabes wurden die Bruchstücke bverlagert, aber auch hier Können noch zueinander gehörige Bruchkanten identifiziert werden. Einige Tragsteine fehlen. Die Träger neben dem Eingang stehen so, dass sie innen zwei Nischen gilden. Die Kammer ist noch ziemlich tief in ihrem Grabhügel eingebettet.


Etwa auf halber Strecke zwischen Bippen und Eggermühlen liegt nahe bei Döthen links ein großer Bauernhof geringfügig abseits der Landstraße L 73. Direkt südöstlich der Wohngebäude liegen Grab und Näpfenstein in einer Baumgruppe.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position GoogleEarth: 52° 34’ 28,48” N, 7° 46’ 29,85” E

Der Näpfchenstein
Direkt neben Grab 886 steht der "Deuvelstain", bei dem es sich um den nordwestlichsten Näpchenstein Deutschlands handeln soll. Wie bei allen anderen Schalen- oder Näpfchensteinen ist der Zweck der Vertiefungen unbekannt, zumal sie sich bei diesem Stein an seiner senkrechten Seite befinden. Auf der Infotafel wird spekuliert, dass in diesen Vertiefungen die Spitzen der Holzspeere (Gere) geschärft worden sein sollen.

 

 

 

 

 

 

 

 


146. Großsteingrab Dalum, südöstlich von Dalum, südlich von Bippen, (++), Sprockhoff-Nr. 887

Es handelt sich um eine 15 x 1,8 - 2,7 m große, beschädigte Kammer, bei der 7 der 8 Decksteine noch vorhanden sind. Es fehlen leider mehrere Tragsteine, und die meisten Steine der ursprünglich ovalen Einfassung wurden entfernt. Der nordwestliche Teil der Kammer ist verhältnismäßig gut erhalten. Die Träger neben dem Eingang stehen so, dass sie innen im Grab zwei Nischen bilden.

Von Dalum führt südöstlich der Stellungsweg in Richtung Klein Bokern. Das Grab liegt kurz hinter Dalum in einem Gehölz rechts der Straße, wobei diese einen kleinen Schlenker nach Norden um das Grab herum macht.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position: Garmin:
N 52° 32,974’ E 7° 44,282’
                  
Google Earth: 52° 32’ 58,71” N, 7° 44’ 16,40” E

 

 

 

 

 

 

 


147. Großsteingrab Maiburg 2 = Hexentanzplatz (zerstört), südöstlich von Dalum, südlich von Bippen, (-)

Östlich von Dalum werden in älterer Literatur 1902 die Reste von drei Großsteingräbern erwähnt; die bekannteste Lokation ist der sog. Hexentanzplatz, der auch als Großsteingrab Maiburg 2 genannt wird. Im Atlas von Sprockhoff werden diese Steine aber nicht als Reste von Megalithgräbern, sondern als natürliche Steinansammlungen bezeichnet.

Beim Hexentanzplatz sind noch Reste des Grabhügels zu erkennen, ein Stein sieht wie ein Abschlußstein aus.. Ein weiterer Stein könnte ein Deckstein gewesen sein. Für mich zeigt der Hexentanzplatz einige Indizien, dass es sich doch um ein Großsteingrab handeln könnte.

Man erreicht den Platz am besten, wenn man von Bippen auf der L 102 nach Süden in Richtung Klein Bokern fährt. Etwa auf halber Strecke geht rechts eine gesperrte Straße zu einem Radarturm ab. Man läuft diese Straße entlang, bis spitzwinklig ein Waldweg nach Süden führt. Diesem folgt man, bis man sich südlich des Turms befindet. Dort liegt der Tanzplatz, der durch ein uraltes Schild gekennzeichnet ist.
 

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position: Garmin: N 52° 33,172’ E 7° 44,890’; Google Earth: 52° 33’ 10,41” N, 7° 44’ 52,21” E

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148. Großsteingrab Klein Bockern, nördlich von Klein Bockern, (+), Sprockhoff-Nr. 888

Dieses Grab am Abhang des Queckenberges ist relativ unscheinbar, weil es noch sehr tief im Hügel verborgen ist, und einige Deck- und Tragsteine nur am Südwestrand aus dem Boden vervorschauen. Die Kammer ist mindestens 22 x 2 m groß, man kann noch sieben Decksteine und zwei Tragsteine des Eingangs erkennen.


Dieses wenig ergiebige Grab ist relativ schwer zu erreichen. In Klein Bockern geht nach Westen die Straße "Sparteslberg" ab. Wenn dort rechts die Bäume enden, wandert man den Feldweg nach Norden, bis nach links der nächste Weldweg abgeht. Diesem folgt man ca. 500 m, bis er in den Wald hinein führt (links liegt ein einzelnes Wohnhaus). Das Grab liegt dann rechts vom Weg im Wald. Insgesamt sind es hin und zurück ca. 1,5 km Fußweg.

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position: Google Earth: 52° 32’ 21,04” N, 7° 45’ 37,42” E

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