42. Großsteingräber im Kreis Plön - Blekendorf / Futterkamp

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

243. Futterkamp I (203)

244. Futterkamp II (204)

245. Futterkamp III (205)

246. Futterkamp IV (206)

247. Futterkamp V (207)

248. Blekendorf (208)

249. Wetterade (209)

284. Grabhügel Kossau

(die 200er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)


Auf dem Ruserberg bei Futterkamp gibt es eine besondere Ansammlung von drei Hünenbetten auf engstem Raum.
Die ersten drei hier beschriebenen Großsteingräber sind touristisch gut erschlossen und gepflegt.
Ein viertes, zerstörtes Großsteingrab liegt unmittelbar daneben.

Die Gräber sind gut ausgeschildert und bequem zu erreichen, wenn man in Futterkamp die Straße "Fuhlensee" (Richtung Hohwacht) einbiegt, und sich an der folgenden Abzweigung links hält (die Gräber sind ausgeschildert). Zu den Gräbern auf dem Ruserberg führt zuletzt ein breiter Feldweg.

Für Geocacher: In der Nähe dieser Großsteingräber gibt es die Geocaches GC1HDH9 und GC4H3VE (www.geocaching.com)


243. Großsteingrab Futterkamp I, Ruserberg LA 5, nordwestlich von Futterkamp, (++), Sprockhoff-Nr. 203

Es handelt sich um ein 27 x 6 m großes Hünenbett mit zwei querstehenden Grabkammern.
Bei der nordöstlichen Kammer handelt es sich um einen erweiterten Dolmen, von dem zwar alle Decksteine entfernt wurden, aber die Tragsteine stehen noch alle an ihrem Platz. Interessant ist bei dieser 1 x 2 m großen Kammer
(Foto links), dass sie aus ungleichen Paaren von Tragsteinen gebildet wird, d.h. es stehen sich immer ein kleiner und ein langer Tragstein gegenüber.
Auch bei der südwestlichen Kammer (2 x 1 m) fehlen alle Decksteine, bzw. es ist möglich, dass die vor der Kammer liegendem Trümmer Reste der Decksteine sind.
Die Einfassung des Hünenbettes ist noch zum größeten Teil vorhanden, wobei jedoch etwa die Häfte umgestürzt oder verrückt wurde.Die Steine an der Nordostseite sind besonders groß, aber leider umgefallen.


Die beiden Grabkammern (westlich, östlich)


Die grün markierten Steine waren in der Sprockhoff'schen Skizze von 1933 noch nicht verzeichnet.

Position: Garmin: N 54° 17,830', O 10° 37,915', GoogleEarth: 54° 17' 49,86" N, 10° 37' 54,23" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps


244. Großsteingrab Futterkamp II = Ruserberg LA 4, nordwestlich von Futterkamp, (++), Sprockhoff-Nr. 204

Bei diesem 53 x 6 m großen Hünenbett ist die Einfassung aus ca. 90 Steinen noch relativ gut erhalten, von der Grabkammer existieren jedoch keine sichtbaren Reste mehr, wenn man von ein paar in der Einfassung verstreuten Steinen absieht. Der ehemalige Hügel im Inneren der Einfasung ist noch gut zu erahnen.

Sprenglöcher und "Einschnitte" in den Steinen am Südwestende zeugen davon, dass auch dieses Grab geplündert wurde.

Position: Garmin: N 54° 17,815', O 10° 37,862', GoogleEarth: 54° 17' 48,65" N, 10° 37' 51,56" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

 

 

 


245. Großsteingrab Futterkamp III = Ruserberg LA 6, nordwestlich von Futterkamp, (++), Sprockhoff-Nr. 205

Das dritte Hünenbett weist noch über 70 Umfassungssteine auf, die aber zum großen Teil umgefallen sind. Sprockhoff merkt an, dass große und kleine Steine wahllos nebeneinander verwendet wurden, und dass die Steine insgesamt nach Südwesten hin kleiner werden. Eine Grabkammer scheint nicht mehr vorhanden zu sein.
Die Größe des Hünenbettes kann heute nicht mehr exakt bestimmt werden, weil es an der westlichen Schmalseite vom Weg abgeschnitten wird, und weil die Umfassungssteine am Ostende nicht mehr in Originallage stehen.  Die Anlage ist aber mindestens 56 x 5 m groß.
Auch bei diesem Grab wurden Steine gesprengt.

 

Position: N 54° 17,834', O 10° 37,831', GoogleEarth: 54° 17' 49,81" N, 10° 37' 50,68" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps


246. Großsteingrab Futterkamp IV, nordwestlich von Futterkamp, (-), Sprockhoff-Nr. 206

Im Gegensatz zu den vorgenannten drei Langbetten auf dem Ruserberg ist dieses Grab völlig überwuchert. Da aber auch nur noch wenige Steine erhalten sind, lohnt sich ein Besuch kaum. Man kann die verbliebenen Steine nur von der Rückseite des Gebüsches erreichen; zwischen zwei Findlingen befindet sich übrigen ein Geocache-Punkt.
Sprockhoff spricht 1933 von Resten eines Hünenbettes mit einer Grabkammer.

Das Grab liegt ca. 80 m westlich der Dreiergruppe in einem Gebüsch versteckt direkt am Feldweg.

Position: Garmin: N 54° 17,762', E 10° 37,798', GoogleEarth: 54° 17' 45,47" N, 10° 37' 47,65" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps


247. Großsteingrab Futterkamp V, nördlich von Futterkamp, (-), Sprockhoff-Nr. 207

Das Großsteingrab liegt mitten im Acker und ist vollständig von Gebüsch zugewuchert. Es war mir nicht möglich, eine Grabkammer o.ä. zu erkennen bzw. zu fotografieren. Auch im Atlas der Megalithgräber von Sprockhoff gibt es keine Risszeichnung o.ä. und es wird lediglich gesagt, dass es ein Hünenbett gewesen sei, und dass die Trümmer keinen Rückschuss über die Gestalt der Kammer zulassen.
In unmittelbarer Nähe soll es früher noch weitere Großsteingräber gegeben haben.

Das Grab ist im Gegensatz zu den vorigen vier Gräbern nur sehr schwer zu erreichen, weil es mitten in einem Acker liegt. Man fährt in Futterkamp in die Straße "Fuhlensee" (Richtung Hohwacht) und hält sich an der Abzweigung, wo die Gräber auf dem Ruserberg ausgeschildert sind, rechts. Wenn danach nach ca. 400 m rechts ein Feldweg abzweigt, liegt das Grab links oben auf dem Feld. Es ist nur in der vegetationslosen Periode zu erreichen.

Position: Garmin: N 54° 18,112', E 10° 38,428', GoogleEarth: 54° 18' 06,77" N, 10° 38' 25,84" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

 


248. Großsteingrab Blekendorf, südwestlich von Futterkamp, (+), Sprockhoff-Nr. 208

Das Megalithgrab liegt in bzw. auf einen mächtigen, kreisrunden Hügel (ca. 19 m Durchmesser und 1,6 m Höhe), der oben in der Mitte aufgegraben wurde, um die Kammer freizulegen. Ich konnte zwei Steine der Kammer erkennen, in der Sprockhoff'shen Skizze von 1933 sind nich zwei weitere Kammersteine eingzeichnet (in meiner Skizze gelb). Einer der Steine wies eine Sprengbohrung auf (Foto unten).
Offenbar war der Hügel in halber Höhe ursprünglich von einem Steinkranz umgeben, der vor allem im Südwesten noch gut zu sehen ist. Sprockhoff überlegt in seinem Atlas der Megalithkultur, os es sich vielleicht um eine bronzezeitliche Anlage handeln könnte.

 


Foto links: Im Hintergrund sieht man oben die beiden Steine der Grabkammer, vorn sind drei Umfassungssteine zu sehen. Foto rechts: weitere Umfassungssteine auf halber Höne des Hügels. 

               

Man erreicht das Grab, wenn man am Ortseingan von Futterkamp nach Süden in Richtung Friederikental in den den Steinkamp einbiegt. Nach ca. 1 km ragt links eine Waldspitze in den Acker hinein. Innerhalb dieser Speitze liegt das Grab.

Position: Garmin: N 54° 16,918', E 10° 37,444', GoogleEarth: 54° 16' 55,52" N, 10° 37' 28,23" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps


249. Großsteingrab Wetterade, südöstlich von Kühren, (-), Sprockhoff-Nr. 209

Es handelt sich um einen Ianggestreckten 60 x 12 m großen Hügel. Vom Großsteingrab ist nur noch eine kleine, querstehende Grabkammer erhalten, von der alle Decksteine entfernt wurden. Die Kammer steckt noch bis zur Oberkante der 5 Tragsteine im Boden.  Auf einer sehr alten Skizze ist noch ein südöstlicher Abschlussstein eingezeichnet, der heute nicht mehr vorhanden ist. Die Kammer ist 2,5 x 1 m groß.
Ab und zu liegen auf dem Hügel noch einzelne Findlinge herum, die von der Einfassung des Hünenbettes stammen könnten. Auf dem Hügel stehen große Bäume
(grüne Punkte in meiner Skizze), die z.T. abgestorben sind; im westlichen Teil wurden neue Bäumchen gepflanzt.

Südlich von Kühren geht es links zum Gut Wetterade ab, durch das man hindurchfahren muss. Hinter den Wirtschaftsgebäuden ist in 150 m in östlicher Richtung linker Hand der Hügel gut zu sehen.

Position: Garmin: N 54° 15,834', E 10° 35,799', GoogleEarth: 54° 15' 50,14" N, 10° 35' 48,33" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

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284. Grabhügel Kossau, nordöstlich von Lütjenburg, (+)

Direkt an der L 164 liegt etwas nordöstlich von Lütjenburg ein Kleinod. Es handelt sich an der Basis um einen neolithischen Grabhügel, in dem vermutlich ein Großsteingrab steckt, das von 9 Nachbestattungen umgeben ist.
Und auf den neolithischen Hügel wurde in der Bronzezeit ein zweiter, kleinerer Hügel aufgesetzt.
Der Hügel ist mit 9 m Höhe und 40 m Durchmesser der größte im Landkreis Plön.

Position: Garmin: N 54° 17.733' E 010° 36.719', GoogleEarth: 54° 17' 44,36" N, 10° 36' 43,77" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

Für Geocacher: In der Nähe dieses Grabhügels gibt es den Geocache GC2YH73 (www.geocaching.com)

 

 
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C: Bernd Rothmann - Seite erstellt 2012, derzeitige Version Nr. 4 - zuletzt geändert 23.1.13 - Fotos von 2012 - bisherige Besucher: