Einleitung

Als ich Ende der 90er-Jahre aus beruflichen Gründen nach Ahlhorn zog, faszinierte mich sofort die große Zahl an vorzeitlichen Stein- und Hügelgräbern. Aber es dauerte einige Jahre, bis ich Zeit fand, mich diesen steinernen Zeitzeugen unserer Vorgeschichte ausgiebig zuzuwenden und diese Homepage zu erstellen. Ich habe meine intensive Bestandsaufnahme im Frühsommer 2006 in der Wildeshauser Geest begonnen und in den folgenden Jahren immer weiter ausgedehnt (Vechta, Cloppenburg, Emsland, Osnabrück, Ammerland, Ostfriesland, Fallingbostel). Diese Bestandsaufnahmen sind nahezu abgeschlossen. Z.Z. bin ich im östlichen Schleswig-Holstein unterwegs, und ich plane zukünftig das Gebiet nördlich der A1 zwischen Weser und Elbe einzubeziehen. D.h. auf dieser Homepage werden sich im Laufe der Zeit immer wieder Änderungen und Neuerungen ergeben. Ich hoffe somit, zu gegebener Zeit eine wirklich aktuelle Übersicht der Vorzeitgräber Nord- bzw. Nordwestdeutschlands bieten zu können.

Grundlage meiner Nachforschungen sind u.a. der 1. und der 3. Band des Atlas der Megalithgräber Deutschlands von E. Sprockhoff, das deutsche Standardwerk schlechthin.
Band 1 (Schleswig-Holstein)  wurde 1966 veröffentlicht, die Besuche der Megalithgräber durch Sprockhoff erfolgte in den Jahren 1933 bis 1965. Die dargestellten Befunde sind also bis zu 77 Jahre alt.
Band 3 (Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen) wurde zwar erst 1975 von G. Körner fertiggestellt; wer aber glaubt, dass die Befunde des 3. Bandes insgesamt aus den 70er Jahren stammen, unterliegt einem Irrtum. Sprockhoff und Schwieger haben die meisten niedersächsischen Großsteingräber in der Zeit zwischen 1926 und 1930 besucht. D.h. die bei Sprockhoff wiedergegebenen Skizzen der Gräber sind bis zu 85 Jahre alt. Die Beschreibungen und Überarbeitungen im Textteil 3 sind z.T. auch fast 40 Jahre alt, da 1975 eine Überarbeitung durch G. Körner stattgefunden hat.

Deshalb fand ich es befremdlich, dass in nahezu allen neueren Publikationen und Hinweistafeln stets die alten Skizzen von Sprockhoff und Schwieger abgedruckt werden, die z.T. gar nicht mehr den tatsächlichen Zustand der Gräber wiedergeben. Teilweise wurden die Gräber seitdem aufwändig restauriert, teilweise wurden weitere Steine gestohlen.
Mich hat deshalb interessiert, systematisch den heutigen Zustand der Megalithgräber zu dokumentieren und ich habe alle hier beschriebenen Großsteingräber und Findlinge selbst besucht. Teilweise war es erschreckend, in welch ungepflegtem Zustand die weniger bekannten Großsteingräber sind; niedriges Gesträuch und Ranken wuchern alles zu, und zwischen den Steinen wachsen junge Bäume heran, die in einigen Jahren gewiss großen Schaden anrichten werden.
In Abstimmung mit dem Forstamt Ahlhorn und dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege führte ich deshalb im Landkreis Oldenburg in den Jahren 2006 - 2016 regelmäßige, oberflächliche Aufräumaktionen an den Großsteingräbern durch, wobei zumindest der Wildwuchs entfernt wurde.

2016 zog ich von Ahlhorn in die Region Hannover, so dass seit dem die Seiten der Wildeshauser Geest, des Emslandes und der Landkreise Cloppenburg und Osnabrück nicht mehr aktualisiert werden. Sie wurden mit Satnd 2016 eingefroren.

Die auf diesen Seiten abgebildeten Fotos sind alle seit dem Sommer 2006 oder später entstanden. Ausnahmen bilden lediglich die historischen Fotos (1984) und die Abbildungen ausländischer Megalithanlagen. Die Skizzen mit der Lage der Steine geben ebenfalls den Zustand seit 2006 wieder.
Ich bin überzeugt, mit dieser Homepage die aktuellsten und umfassensten Informationen zu den hier beschriebenen Großsteingräbern präsentieren zu können, die heute noch in Nordwestdeutschland erhalten sind. Dies gilt für die 39 Großsteingräber in der Wildeshauser Geest, die 14 Anlagen im Kreis Cloppenburg, 60 Großsteingräber im Emsland, 42 Gräber im Osnabrücker Land, bisher 79 in Schleswig-Holstein und andere Gräber auf dieser Homepage.
Insgesamt werden auf diesen Seiten z.Z. Informationen zu ca. 275 Großsteingräbern präsentiert.

Von 2011 bis 2016 war ich ehrenamtlicher Beauftragter für archäologische Denkmalpflege im Landkreis Oldenburg und Mitglied in mehreren archäologischen Arbeitskreisen und Vereinen*. Daraus resultierten wertvolle Impulse zur weiteren, fachlichen Ausgestaltung der Homepage.

Um anderen Begeisterten das Aufsuchen der Gräber zu erleichtern, habe ich auf den jeweiligen Seiten Lagepläne auf Basis von Karten von GoogleMaps (www.maps.ggogle.de) eingefügt. Google gestattet freundlicherweise die Nutzung der Satellitenkarten für nichtkommerzielle Zwecke.
Bei vielen Gräbern habe ich GPS-Daten angegeben. Diese wurden zum einen von mir selbst mit einem Garmin 12-Kanal-Gerät vor Ort gemessen und sind ohne Gewähr. Zum anderen habe ich auch die Koordinaten angegeben, die
GoogleEarth (www.earth.google.com) zu entnehmen waren.

Zu vielen Großsteingräbern werden übrigens ausgezeichnete Radtouren und Wanderungen von den Gästeführer/innen der jeweiligen Gemeinden angeboten. Auf wunderschönen Wegen geht es nicht nur zu den berühmtesten, sondern auch zu den weniger bekannten Plätzen, die sonst nur schwer zu finden sind. Daneben werden fachkundige Informationen, Sagen und Legenden, Geschichten am Rande und sonstige Sehenswürdigkeiten präsentiert.

Die Homepage steht jetzt im zehnten Jahr im Netz und ich habe mich sehr gefreut, dass andere Megalith-Fans bereits Kontakt mit mir aufgenommen und Hinweise zu offene Fragen gegeben haben, die ich auf diesen Seiten immer wieder präsentiert habe. Falls mir jemand irgendwelche nützlichen Informationen zu den Vorzeitgräbern geben kann, bin ich für jede E-Mail an meine Adresse dankbar. Wenn jemand Fragen hat, beantworte ich sie gerne:
bernd.rothmann(at)web.de oder bernd.rothmann(at)archaeologie-ol.de.

Der Name der Homepage leitet sich übrigens von den hier beschriebenen steinernen Zeitzeugen ab, kurz www.steinzeugen.de.

Zur Entwicklung der Homepage
Version 1 dieser Homepage bezog sich nur auf die Wildeshauser Geest. In Version 2 habe ich 2008 und 2009 die Sammlung auf den Kreis Cloppenburg und das Emsland (Kreise Aschendorf-Hümmling, Meppen und Lingen) ausgeweitet. In Version 2a, wurden die bis dato stationären Kartenausschnitte aus GoggleEarth durch interaktive Karten von GoogleMaps ersetzt , und es wurden 2010 die Großsteingräber im Landkreis Osnabrück eingearbeitet.
Und wenn es gerade passte, wurden auch abseits gelegene Megalithanlagen, z.B. bei Aurich, Barnstorf, Nienburg oder Fallingbostel besucht und dokumentiert.
In Version 3  habe ich begonnen, 2011 und 2012 auch Großsteingräber im östlichen Schleswig-Holstein zu erfassen. Außerdem wurden die Beschreibungen von bronze- und eisenzeitlichen Grabhügeln in der Wildeshauser Geest wieder herausgenommen, da sie terminologisch nicht zum Thema passen.
In den nächsten Jahren sollen weitere Anlagen in Schleswig-Holstein und die niedersächsischen Großsteingräber zwischen Bremen, Cuxhaven und Stade folgen.
Seit 2013 wurde diese Homepage als Version 4 komplett überarbeitet und mit einem neuen Layout versehen. Deshalb gibt es z.Z. noch zahlreiche Verlinkungen, die auf die alten Seiten führen. Eine Komplettüberarbeitung braucht ihre Zeit.

direkt zu den Großsteingräbern
in Niedersachsen             in Schleswig-Holstein


*  Ich bin aktiv und passiv in folgenden archäologischen Arbeitskreisen tätig:

 
~ 1 ~


C: Bernd Rothmann - Seite erstellt 2006, derzeitige Version Nr. 4 - zuletzt geändert 25.5.2016 - bisherige Besucher: