43. Großsteingräber im Kreis Plön - Gowens, Flehm, Hohensasel

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

250. Gowens I (210)

251. Gowens II (211)

252. Gowens lII (212)

253. Gowens IV (213)

254. Flehm I (215)

255. Flehm II (216)

256. Hohensasel (214)

 

(die 200er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)


Südwestlich von Högdorf liegen drei interessante Großsteingräber in einem schwer zugänglichen Wald, die durchaus sehenswert, aber in keinster Weise ausgeschildert sind.

250. Großsteingrab Gowens I, südwestlich von Högsdorf, (++), Sprockhoff-Nr. 210

Es handelt sich um eine recht gut erhaltene, 7 x 1,8 m große Grabkammer mit einer außergewöhnlichen Einfassung. Die Kammer ist ausnahmsweise einmal von Norden nach Süden ausgerichtet. Von der Kammer sind noch 11 Tragsteine, der nördliche Abschlussstein und Reste von gesprengten Decksteinen vorhanden. Gangsteine sind nicht mehr zu sehen.
Die kleinen Bilder ganz unten zeigen einen halbierten Deckstein, der am Fuß des Hügels liegt, und einen mit einer Doppelreihe von Keillöchern zerstörten Stein. Ein weiteres Decksteinfragment weist eingemeisselte Rinnen auf.
Die Umfassung ist insofern seltsam, als die die Umfassungssteine nur im Westen die übliche Kreisförmige Einfassung bidlen; im Osten stehen sie parrallel zur Kammer.
Die Kammer steckt noch im bis zu 1,5 m hohen Hügel, der von weitem sichtbar ist.



 

Die hier von den Gowenser Gräbern wiedergegeben Skizzen geben den Vergleich mit dem Befund durch Sprockhoff und Schwieger von 1933 wieder.
In Gowens 1 liegen alle Steine noch so, wie bei Sprockhoff beschrieben.

Um zum Grab zu gelangen, bin ich nach Högsdorf gefahren und habe dann die kleine Straße nach Söhren gewählt. Wenn die Betonpiste steil nach unten führt, geht rechts ein Feldweg ab, dem man bis zum Ende folgt. Dann am Wiesenrand entlang nach Südwesten. Nun muss man Wildpfaden folgen, die zuerst den Steil hinab, über einen Bach, und auf der anderen Seite wieder einen Steilhang hinauf führen. Südwestlich im Wald liegen die drei Graber Gowens I - III im Wald, jeweils in der Nähe von Waldwegen. Man erreicht so zuerst Gowens III. Die drei Gräber sind wirklich lohnend, weil noch relativ viele Steine erhalten sind.
Ich habe bisher nicht in Erfahrung bringen können, wie man sie bequemer über diese Waldwege, d.h. von Westen aus erreicht.

Position: Garmin: N 54° 14,199', O 10° 36,103', GoogleEarth: 54° 14' 11,89" N, 10° 36' 9,24" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps


251. Großsteingrab Gowens II, südwestlich von Högsdorf, (+), Sprockhoff-Nr. 211

Obwohl es auf einem imposanten, 20 m durchmessenden und 2 m hohen Hügel eingebettet ist, ist das zweite Grab das unergiebigste. Da alle drei Großsteingräber nicht gepflegt werden, ist hier die Kammer total zugewuchert und man kann die Steine nur erahnen. Diese 4,5 x 2 m große Kammer ist in Ost-West-Richtung ausgerichtet. Sechs Tragsteine und der westliche Abschlußstein sind vorhanden, in der Kammer liegt der Rest eines Decksteines.
Wie bei Grab Gowens 1 ist auch hier die Einfassung asymmetrisch: Die Steine südlich der Kammer stehen in einer geraden Linie, die nördlichen bilden einen Halbkreis.

Die obige Skizze zeigt, dass im Vergleich zur Sprockhoff'schen Bestandaufnahme heute einige Steine (grün) mehr zu sehen sind.

Das Grab liegt westlich von Grab III.

Position: Garmin: N 54° 14,254’, E 10° 36,078’, GoogleEarth: 54° 14' 15,20" N, 10° 36' 5,85" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps


252. Großsteingrab Gowens III, südwestlich von Högsdorf, (++), Sprockhoff-Nr. 212

Bei dieser Anlage hat es sich um eine rechteckiges, ca. 24 x 7 m großes Hünenbett mit etwas verschobener Grabkammer in Nord-Süd-Ausrichtung. Die Einfassung ist leider stark beschädigt, und nur im Gesamteindruck als solche zu erkennen.
Auch die Kammer wurde total verwüstet, Tragsteine wurden umgestürtzt, und Bruchstücke von Decksteinen liegen herum. Die Kammer dürfte einmal 6 x 1,3 m groß gewesen sein, evtl auch länger..


Auch bei Grab Gowens III sind heute mehr Steine zu sehen (grün markiert), als zu Sprockhoffs Besuch. Ich weiß leider nicht, ob dies die Folge von offiziellen Grabungen sind, oder welche Gründe es dafür gibt. Da die entscheidenden Steine im Bereich der Kammer dazu gekommen sind, kann es sich nicht um Ablagerung von erratischen Findlingen durch den Waldbesitzer handeln. Im kleinen Bild oben ist einer der "neuen" Kammersteine zu sehen, der 8 Meißelkerben aufweist.  
Der rötlich markierte Stein ist evtl. verlagert worden.

Das Grab liegt nordöstlich von Grab I.

Position: Garmin: N 54° 14,273’, E 10° 36,093’, GoogleEarth: 54° 14' 14,26" N, 10° 36' 11,79" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps


253. Großsteingrab Gowens IV, südwestlich von Högsdorf, (-), Sprockhoff-Nr. 213

Von diesem Grab sind nur noch 7 Steine erhalten, die keinerlei Aussage über das ursprüngliche Aussehen zulassen.

Das Grab liegt süd-süwestlich der o.g. Dreiergruppe. Man erreicht es, wenn man dem Waldweg, der am Grab I vorbei geht nach Süden folgt, an der nächsten Kreuzung nach Westen geht und bei der nächsten Möglichkeit wieder nach Süden abbiegt. Da nur noch wenige Steine erhalten sind, ist das östlich vom Waldweg liegende Grab nur schwer zu sehen. In der Nähe steht ein Hochsitz..

Position: Garmin: N 54° 14,021', E 10° 36,006', GoogleEarth: 54° 14' 1,06" N, 10° 36' 0,89" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps


254. Großsteingrab Flehm I, "Langbett von Flehm", südöstlich von Högsdorf, (++), Sprockhoff-Nr. 215

Das Langbett von Flehm ist ein rechteckiges, 25 x 8 m großes Hünenbett mit einem zentralen Ganggrab mit asymmetrisch angesetztem Zugang (= Holsteiner Kammer). Der Erdwall ist noch gut erhalten und überragt die an ihm vorbeiführende Straße. Von der 6 x 1,7 m großen Kammer sind 10 Tragsteine, der südliche Abschlußstein und der aus vier Steinen bestehende, 3 m lange Zugang in situ erhalten. Der nordösliche Abschlußstein fehlt.


 

Bei einer Grabung in 1953 wurde die Kammer untersucht und dabei wurde auch die Türplatte des Eingangs gefunden. Die Grabung erbrachte vier Bestattungshorizonte in der Grabkammer. Unmiitelbar nach dem Bau der Grabanlage um 3000 v. Chr. wurden mindestens vier Personen mit entsprechenden Grabbeigaben (Keramik, Flint-Pfeilspitzen, Steinbeile und Bernsteinperlen) in der Kammer bestattet. Später wurde ein Ziwschenboden aus Lehm eingebracht, und sowohl in der Jungsteinzeit als auch in der Bronzezeit fanden weitere Nachbestattungen statt.

Im Vergleich zur Sprockhoffschen Skizze von 1950 erkennt man, dass die Umfassung des Hünenbettes beim Ausbau der heutigen Straße stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Man baute die Straße so eng um das Langbett herum, dass einige Umfassungssteine verlagert werden mußten.
Laut Sprockhoff wurde bei der Grabung 1953 drei Decksteine wieder auf die Kammer aufgelegt, die in Schwiegers Skizze eingezeichnet sind. Heute liegt nur noch ein Deckstein auf dem südwestlichen Ende der Kammer, dafür liegen am Nordende der Kammer zahlreiche Steine, die bei Schwieger nicht eingezeichnet sind.

Das Grab ist sehr leicht zu finden, weil es gut ausgeschildert ist. Man biegt in der Ortschaft Flehm von der L 178 nach Süden in den Rührsberger Weg ein. Nach ca. 700 m liegt das Grab direkt links am Weg.

Position: Garmin: N 54° 14,028', E 10° 37,624', GoogleEarth: 54° 14' 1,61" N, 10° 37' 37,66" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

Für Geocacher: In der Nähe dieses Großsteingrabes gibt es den Geocache GC34C65 (www.geocaching.com)


255. Großsteingrab Flehm II, südöstlich von Högsdorf, (+), Sprockhoff-Nr. 216

Man kann die Reste der relativ großen Kammer in den Resten ihres Hügels gut erkennen. 8 Tragsteine und der zersprengte, östliche Abschlustein sind noch erhalten. Ein Deckstein leigt in der Kammer, und im Süden steht ein Findling, der Bestandteil des Ganges gewesen sein könnte. Ansonsten liegen rund um die Kammer zahlreiche Findlinge und Bruchstücke von Steinen herum, die davon zeugen, wie gründlich das Grab geplündert worden ist. Das Foto ganz unten zeigt einen von mehreren durch Keile gespaltenen Steine.

Auch dieses Grab ist leicht zu finden. Östlich von
Flehm geht der Weg Viehdamm nach Süden von der
L 178 ab.  In der mit Viehdamm bezeichneten Haus-
ansammlung geht ein Feldweg zwischen den Häu-
sern nach Nordosten. Man folgt ihm wenige Meter,
bis er sich gabelt. Dort sind die Steine des Grabes
gut im Wald zu erkennen.

Position: Garmin: N 54° 13,587', E 10° 38,701',
       GoogleEarth: 54° 13' 34,89" N, 10° 38' 39,66" O

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

 


256. Großsteingrab HohensaseI, südlich von Rantzau, (-), Sprockhoff-Nr. 214

Dieses Grab habe ich bisher nicht besuchen können, weil es in einem militärischen Sperrgebiet liegt.
Laut Sprockhoff gibt es nur noch drei Steine.

Position: GoogleEarth: ca. 54° 14' " N, 10° 36' " O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

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