36. Großsteingräber in Ostholstein - nördlicher Teil

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker

223. Lütjenbrode I (265) 224. Lütjenbrode II (266)
225. Lütjenbrode III (267) 226. Großenbrode I (268)
227. Großenbrode II (269, zerstört)   

(die 200er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der  Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)


Wie auch im in den anderen Teilen von Ostholstein sind die hier beschriebenen Großsteingräber in keiner Weise touristisch erschlossen und zum größten Teil nur während der vegetationslosen Periode zu betreten. Sie liegen fast ausnahmslos mitten in Ackerflächen ohne jede Zuwegung und sind zum Teil darüber hinaus noch stark mit Gebüsch zugewachsen. Die z.T. stattlichen Grabhügel wuren von den Landwirten genutzt, freigepflügte Feldsteine dort abzulagern, so dass z.T. nicht mehr eindeutig festzustellen ist, was verlagerte Umfassungssteine und was bezugslose Feldsteine sind. Alle Gräber sind stark zerstört und lohnen einen Besuch nur für echte Megalithfans.


223. Großsteingrab Lütjenbrode I, östlich von Heiligenhafen, (-), Sprockhoff-Nr. 265

Mitten im Feld liegt der noch gut erkennbare Hügel, auf dem noch einige Steine zu sehen sind. 1933 hat Sprockhoff das Grab noch als 5,5 m lange Kammer in einem 10 m langen Hügel beschrieben, von dem 10 Tragsteine in situ stünden und keine Deck- und Abschlussteine mehr vorhanden seien. Der Sprockhoff'sche Zustand ist in der kleinen Skizze unten wiedergegeben.
Heute ist diese Kammer mit ihren Tragsteinen als solche nicht mehr zu erkennen. Ich habe nur drei große, ungeordnet herumliegende Steine gesehen, die eindeutige Tragsteine waren. Daneben gab es lediglich viele zusammengetragene Feldsteine.

           

Das Grab ist nur recht mühsam zu erreichen; entweder über einen langen Strandspaziergang, von dem man dann nach Süden ins Feld abbiegen muss, oder man verlässt Lütjenbrode in Richtung Heiligenhaven. Unmittelbar nachdem man die B 207 unterquert hat, folgt man dem nördlich entlang der Bundesstraße führenden Feldweg, bis man letztendlich einige hundert Meter durch das Feld nach Norden geht.

Position: Garmin: N 54° 22,199', E 11° 02,487', GoogleEarth: 54° 22' 12,18" N, 11° 02' 28,82" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps


224. Großsteingrab Lütjenbrode II, westlich von Großenbrode, (-), Sprockhoff-Nr. 266

Das Grab liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Grab 267 nahe dem Ostseeufer. Es liegen einige sehr große Steine und Steinbrocken herum, bei denen es sich um Reste der Decksteine handeln könnte. Den bei Sprockhoff noch dokumentierten mittleren Stein habe ich nicht mehr vorgefunden.
    

Der Weg zum Grab wird im nächsten Abschnitt beschrieben, man muss von Grab 267 nur einige Schritte nach Westen gehen und erreicht Grab 266.

Position: Garmin: N 54° 22,440’, E 11° 03,945’, GoogleEarth: 54° 22' 26,35" N, 11° 03' 56,72" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

Für Geocacher: In der Nähe dieses Großsteingrabes gibt es den Geocache GC53ND7 (www.geocaching.com).


225. Großsteingrab Lütjenbrode III, westlich von Großenbrode, (-), Sprockhoff-Nr. 267

Laut Sprockhoff soll es sich um eine 5,5 x 1,5 m große Holsteiner Kammer  in einem 10 m durchmessenden Hügel ohne Umfassung handeln. Die vier Träger der Nordseite und die 5 Träger der Südseite sind erhalten, wenn auch einer zersprengt wurde. Der westliche Abschlusstein fehlt. In Sprockhoffs Skizze von 1933 ist noch ein großer Stein am östlichen Endes des Grabes verzeichnet, der heute verschwunden ist.
Nur ein Bruchstück von ursprünglich mindestens 4 Decksteinen ist erhalten. Die äußeren Tragsteine des 2 m langen Ganges sind in situ erhalten und ich gehe davon aus, dass der Stein, der dazwischen liegt, der Deckstein des Ganges ist..

Die Gräber 266 und 267 sind nur mühsam zu erreichen, entweder vom Strand aus, oder man fährt wie ich bis  und muss dann mehrere hundert Meter durch ein Feld nach Norden. Ganz in der Nähe der beiden Gräber gibt es einen Viehtunnel unter der B 207 hindurch. Auf der anderen Seite stößt man sofort auf den Deich, in dessen Verlauf nach Süden das Grab 267 liegt.

Position: Garmin: N 54° 22,442’, E 11° 04,004’, GoogleEarth: 54° 22' 25,80" N, 11° 03' 55,37" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

Für Geocacher: In der Nähe dieses Großsteingrabes gibt es den Geocache GC53ND7 (www.geocaching.com).


226. Großsteingrab Großenbrode I, nordlich von Großenbrode (++), Sprockhoff-Nr. 268

Es handelt sich nach Sprockhoff um ein 97 x 4 m großes Hünenbett, das einen Urdolmen als Kammer ca. 26 m vom Nordende aufweist. Von diesem Urdolmen ist nur noch ein Deckstein zu erahnen. Von den zahlreichen Umfassungssteinen steht wohl ein großer Teil noch an der ursprünlichen Stelle. Leider wurde das Ende der westlichen Längsseite schon vor Sprockhoffs Zeit durch das Anlegen einer Viehtränke zerstört. Diese ist heute total mit Binsen oder Reet zugewachsen.
Ein Vergleich des heutigen Zustandes mit der Bestandsaufnahme durch Sprockhoff/Itermann in 1949 ist schwierig, da das Langbett stark mit Bäumen und Gesträuch bewachsen ist, zwischen denen Holzabfälle mehrerer Jahrzente liegen. Die Steine sind also nur mühsam zu erkennen. Ich gehe aber davon aus, dass einieg der weit nach außen umgestürzten Umfassungsteine von den Bauern in das Innere des Hünenbettes verlagert wurden, um dichter um das Grab herum pflügen zu können. Denn es fällt schon auf, wie nah sich der Pflug bereits an dieses majestätische Großsteingrab herangefressen hat. Von einem Schutzstreifen ist hier nichts zu sehen.
Besonders auffällig ist der große Umfassungsstein an der Nordostecke, der 2 m breit ist und 2,4 m aus der Erde herausragt (Fotos unten links).

 
oben: In der Bildmitte erahnt man den Deckstein der Grabkammer
darüber: der große Stein an der Nordostecke. Man erkennt auf diesem Bild,
wie schmal das Hünenbett ist

 
links: Blick vom Grab zur Fehmarnbrücke       rechts: Die einzelnen Steine sind nur
schwer zu erkennen, weil das Grab völlig zugewuchert ist.

ganz rechts: Die in dieser Skizze von Sprockhoff dokumentierten und gelb markierten Steine konnte ich nicht wiederfinden, weil der Bewuchs oder das Totholz zu dicht waren. Die rot markierten Steine waren definitiv nicht mehr da, und die grün markierten Steine waren bei Sprockhoff /Itermann 1949 offenbar noch nicht dokumentiert.

Man fährt von Großenbrode nach Norden. Unmittelbar hinter der Brücke über die B 207 führt im Bogen der Zufahrt nach Lübeck ein asphaltierter Feldweg in Richtung Norden. Er endet praktisch unter der Fehmarnsundbrücke. Dort wo dieser Weg nach mehreren hundert Metern genau nach Osten abknickt, muss man in den nach Nordwesten führenden Feldweg hineingehen und ihm folgen, bis er nach Südwesten führt. Vor hier geht es ca. 200 m durch den Acker nach Nordenbis zum Hünenbett, das unter einer gut sichtbaren Baumgruppe liegt. Es ist also nur in der vegetationslosen Zeit erreichbar.

Position: Garmin: N 54° 23,443’, E 11° 05,653’ bis N 54° 23,495’, E 11° 05,660’; GoogleEarth: 54° 23' 28,10" N, 11° 05' 39,54" O
Position der Grabkammer: Garmin: N 54° 23,483’, E 11° 05,657’;
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps


227. zerstörtes Großsteingrab Großenbrode II, nördlich von Großenbrode (---), Sprockhoff-Nr. 269

Im Atlas der Großsteingräber von Sprockhoff wird das Grab noch beschrieben. Es soll ein 50 bis 60 m langes Hünenbett gewesen sein, dass der Länge nach von einem Feldweg durchschnitten wurde. und damals (1933) schon stark zerstört war. 1963 wurde dort die Zufahrt zur Fehmarnsundbrücke gebaut. Der dortige Landwirt bestätigte mir, dass das Grab damals im Zuge des Straßenbaus entfernt worden ist. Ein Findling des Megalithgrabes steht am Südrand des Dorfplatzes in Großenbrode und trägt die unten abgebildete Bronzetafel. Heute ist an der besagten Stelle noch ein großer Findling zu sehen (Foto links), bei dem ich aber nicht sicher sagen kann, ob er zum Hünenbett gehört hat.

 

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

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