24. Großsteingräber  im Emsland - Klein-Berßen

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

114. Deymanns Mühle I (848)

115. Deymanns Mühle II (849)

116. Deymanns Mühle III (850)

117. Deymanns Mühle IV (851)

118. Der steinerne Schlüssel (852)

119. Wahrsteene - Klein-Berßen I (853)

120. Berßener Stein am Loherfeld - Klein-Berßen II (854)

(die 800er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)



Am kleinen Fluß Nordradde stand lang Zeit die sog.
Deymanns Mühle, in deren Nähe sich nicht nur ein großes Gräberfeld mit 20 bronzezeitlichen Hügeln befindet, sondern auch vier Großsteingräber völlig unterschiedlicher Art.
Man erreicht die Großsteingräber, wenn man von Klein-Stavern auf der sog. Dorfstraße nach Osten nach Klein Berßen fährt. Die Gräber sind gut ausgeschildert.


114. Großsteingrab Deymanns Mühle I, Klein Stavern II, östlich von Klein-Stavern, (+), Sprockhoff-Nr. 848

Das erste, westlichste Grab zeigt die Reste einer Steinkammer, die völlig a-typisch in Nord-Süd-Richtung errichtet wurde. Nahezu alle Ganggräber und Hünenbetten in Norddeutschland sind in Ost-Westrichtung gebaut, mit dem Eingang an der Südseite. Ein Joch ist noch im Originalzustand erhalten, der Deckstein ist 3,5 x 2,2 x 1,2 m groß. Zur Sprockhoff'schen Bestandsaufnahme von 1926 haben sich bisher keine Änderungen ergeben.

  
Position: Garmin: N 52° 46,390’, E 7° 25,797’; Google Earth: 52° 46’ 23,91” N, 7° 25’ 47,43” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
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115. Großsteingrab Deymanns Mühle II, Klein Stavern III, östlich von Klein-Stavern, (+), Sprockhoff-Nr. 849

Dieses Grab hat eine außergewöhnlich kleine Kammer (3 x 2 m) mit nur 2 Decksteinen und dürfte damit wohl das kleinste im Emsland sein. Es zeigt deutliche Spuren der Zerstörung. Die Decksteine wurden heruntergerissen, und der westliche der ursprünglich 6 Tragsteine wurde umgestoßen und mit mehreren Reihen von Bohrlöchern versehen (Foto ganz unten). In einem Loch befindet sich noch ein abgebrochener Metallkeil (Fotos unten, u.a. rote Markierung). Hier hat man versucht, den Stein mit Keilen zu spalten

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Position: Garmin: N 52° 46,403’, E 7° 25,810’, Google Earth: 52° 46’ 24,19” N, 7° 25’ 48,59” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps



116. Großsteingrab Deymanns Mühle III, Klein Stavern IV, östlich von Klein-Stavern, (+), Sprockhoff-Nr. 850

Auch dieser Grab wurde bezüglich seiner Steine geplündert. Da die beiden Abschlußsteine aber noch in-situ stehen, muss die Kammer 7,7 m lang gewesen sein. Es sind noch 9 Trag- und 1 Deckstein erhalten, ich konnte keine Änderungen zur Sprockhoff'schen Bestandsaufnahme (1926) erkennen.

Position: Garmin: N 52° 46,408’, E 7° 25,828’, Google Earth: 52° 46’ 24,47” N, 7° 25’ 49,66” O
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117. Großsteingrab Deymanns Mühle IV, Klein Stavern V, östlich von Klein-Stavern, (++), Sprockhoff-Nr. 851

Grab IV ist das bei weitem größte des Ensembles und dem Typ Hünenbett zuzuordnen. Derartige Hünenbetten gibt es im Emsland nur in Sögel (Düvelskuhlen II - Sögel III, 832), Groß Berßen (Deepmoorsteene, Groß-Berßen X, 862) und hier in Klein Stavern. Die 33 x 7 m große Steinsetzung, von der allerdings heute die meisten Steine fehlen, umgibt eine mittig gelegene, 6 x 3 m große Grabkammer, die gut erhalten ist. 9 der 11 Trag- und 3 der 4 Decksteine sind noch erhalten; ein Bruchstück des vierten Decksteins liegt daneben und weist 9 Bohrlöcher auf.
Ein weiterer Stein mit zahlreichen Löchern liegt in der Einfassung etwas südöslich der Kammer, und ein dritter Stein mit halbierten und vollständigen Löchern am Westende der Umfassung. Im Westteil des Grabes kann man die ursprüngliche Erdaufschüttung noch erahnen.
Sprockhoff hat in seiner Skizze in der nördlichen Einfassung zwei Steine verzeichnet, die ich nicht mehr finden konnte. Dafür liegt am Ostende des Grabes nun ein zusätzlicher Findling.


Position: Garmin: N 52° 46,416’, E 7° 25,851’, Google Earth: 52° 46’ 24,98” N, 7° 25’ 51,07” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

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118. Großsteingrab Der steinerne Schlüssel, südlich, (+), Sprockhoff-Nr. 852

Bei diesem kleinen, gut gepflegten Grab handelt es sich um eine dreijochige, 5 x 2 m große Kammer, bei der der mittlere Deckstein fehlt. Die Kammer verjüngt sich nach Osten auf 1,4 m.
Gegenüber der Bestandsaufnahme durch Sprockhoff fehlt ein Stein, der damals in der Kammer lag.
Wie dieses Grab zu seinem Namen gekommen ist, habe ich bisher noch nicht feststellen können.


Man kann das Grab nicht verfehlen, wenn man von Sögel nach Meppen fährt. Südlich von Apeldorn liegt es bei Neubauern direkt an der Kreisstraße im Wald.
Position: Garmin:
N 52° 44,097’, E 7° 23,704’,
              GoogleEarth:
52° 44’ 05,95” N, 7° 23’ 41,97” O
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119. Großsteingrab Wahrsteene - Klein-Berßen I, südlich von , (+), Sprockhoff-Nr. 853

Stark zerstörtes, ehemals 12 x 1,6 m großes Ganggrab, von dem allerdings noch viele Steine vorhanden sind, so dass sich ein Besuch durchaus lohnt. Sprockhoff spricht von einem ca. 3,5 m langen Eingang, sowie einer Nische östlich des Eingangs. Diese Nische kann ich nicht nachvollziehen.
Sowie die Steine heute liegen, scheint das Grab eine Knick in der Mitte zu haben, für den es keine Erklärung gibt. Die Reste eines 23 x 11 m großen Hügels sind nur noch zu erahnen.


 

Position: Garmin: N 52° 47,883’, E 7° 27,602’, Google Earth: 52° 47’ 52,99” N, 7° 27’ 36,12” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

Um zu den Wahrsteenen zu gelangen, befährt man am besten die L 54 zwischen Sögel und Klein Berßen. In etrwa mittig zwischen den Orten geht nach Osten die K 159 nach Groß Berßen ab. Direkt gegenüber führt ein Feldweg nach Westen an einem großen Gehöft vorbei. Diesem folgt man, wobei man an einem Wegweiser zum Hügelgräberfeld "Mansenberge" vorbeikommt, das nur wenig südöstlich der Wahrsteene liegt. Das Grab liegt in einem Gehölz, wenn der Feldweg nach Südwesten abknickt.

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120. Großsteingrab Berßener Stein am Loherfeld - Klein-Berßen II, westlich , (+), Sprockhoff-Nr. 854

Bei diesem Grab nahe dem Moor Wittefehn sind bis auf den östlichen Abschlußstein nur noch alle Tragsteine vorhanden. Die Decksteine wurden gesprengt und zum größten Teil weggeschleppt. 1825 muss es noch Reste einer ovalen Umfassung gegeben haben, die heute verschwunden ist. Der Eingang zur Kammer ist noch gut zu erkennen.

Das Grab liegt zwischen Klein Berßen und Haselünne an der kleinen Straße nach Loherfeld. Diese geht von der Landesstraße nach linksab, wenn man die Waldungen südlich von Klein Berßen verlassen hat.

Ein drittes Großsteingrab, Klein-Berßen III, muss in der Nähe von Grab II gelegen haben und wurde 1825 noch als verhältnismäßig gut erhalten beschrieben.

Position: Garmin: N 52° 47,441’, E 7° 26,937’; GoogleEarth: 52° 44’ 23,11” N, 7° 26’ 54,28” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

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