22. Großsteingräber  im Emsland - Lähden / Herßum

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

 99. Herthum - Westerloh II (863)

100. Westerloh I (864)

101. Lähden II (865)

102. Lähden I (866)

103. Im großen Sande, Herßum (867)

104. Lastrup II (868)

105. Lastrup I (869)

106. zerstörtes Grab Wachtum (870)

(die 800er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)


99. Großsteingrab Herthum - Westerloh II, westlich von Lähden, (-), Sprockhoff-Nr. 863

Es handelt sich um eine 5 x 1,5 m große Kammer, bei der 4 der 14 Steine fehlen: ein Träger und ein Deckstein der Kammer selbst, sowie ein Träger und der Deckstein des Eingangs. D.h. an der Südostecke des Grabes haben unsere Vorfahren mit der Demontage begonnen, sie aber dann doch nicht zuende geführt. Die Kammer steckt noch tief im Boden und wurde wohl ohne Einfassung errichtet.
1835 fand hier eine Ausgrabung statt.

Am Westrand von Lähden führt die kleine Westerloher Straße nach Westerloh. Dieser folgt man, bis auf beiden Seiten der Wald endet. Die Straße "zum Herthum" nach Norden führt zu den Gräbern 863 und 865, der Feldweg nach Süden zu Grab 864, das in einem kleinen Gehölz etwas außerhalb des Waldes liegt.
863 liegt nahe der Straßenkreuzung "zum Herthum"-"Herthumstr." unter den Bäumen vor einem Haus, 865 direkt östlich gegenüber im Unterholz.
Position: Garmin:
N 52° 44,894’, E 7° 30,438’; Google Earth: 52° 44’ 54,51”, 7° 30’ 28,00” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps 



100. Großsteingrab
Westerloh I, westlich von Lähden, (++), Sprockhoff-Nr. 864

Bei diesem sehenswerten, aber sehr vernachlässigten Grab ist die recht gut erhaltene Kammer (12,3 x 1,6 m) von den Resten einer 17 x 7,5 m großen, ovalen Einfassung umgeben. 7 von 8 Decksteinen sind noch vorhanden, ebenso fast alle Tragsteine. Besonders schön ist der mittlere, größte Deckstein aus rotem Granit. Daneben ist ein Denkstein sauer in zwei Hälfen zersprungen.
Im Norden müssen in den letzten 70 Jahren drei der Umfassungssteine entfernt worden sein; ein Stein an der Nordwestecke war von Sprockhoff noch nicht verzeichnet worden.
In diesem Grab hat eine ausführliche Grabung stattgefunden.


Anfahrt siehe 863, Position: Garmin: N 52° 44,384’, E 7° 30,855’, Google Earth: 52° 44’ 23,09” N, 7° 30’ 51,80” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps



101. Großsteingrab Lähden II, westlich von Lähden, (-), Sprockhoff-Nr. 865

In der Literatur wird diese 7,2 x 1,6 m langen Kammer als "Holsteinischen Kammer" bezeichnet, weil der Eingang nicht mittig, sondern etwas nach Osten verschoben ist. Für mich sah das Grab aber ziemlich symmetrisch aus (siehe Steinskizze). Bis auf einen, stehen alle Tragsteine noch in ihrer Originalposition, die drei verbliebenen Decksteine wurden allerdings verschoben. Es sieht so aus, als ob die beiden größten Decksteine ursprünglich aus dem selben, gespaltenen Riesenfindling herrühren. Eine Einfassung aht das Grab wohl nie besessen.

Anfahrt siehe 863; Position: Garmin:
N 52° 44,899’, E 7° 30,462’, Google Earth: 52° 44’ 54,33” N, 7° 30’ 26,72” O
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102. Großsteingrab Lähden I, nordlich von Lähden, (++), Sprockhoff-Nr. 866

Das sehr große Steingrab ist über 25 m lang und 7 m breit. Obwohl nur noch wenige Einfasssteine an ihrer ursprünglichen Stelle liegen, kann davon ausgegangen werden, dass dieses Grab von einer der seltenen Doppelreihen von Einfassteinen umgeben war (Foto unten rechts). Ursprünglich hatte die 22 x 2 m große Kammer wohl 15 Decksteine, wobei der mittlere auf vier Trägern ruht. Hier war vermutlich der Eingang, weshalb man bei derart großen Decksteinen im Eingangsbereich dann von einem "Torstein".


Das Grab ist seit 1926 nahezu unverändert geblieben. Einen Stein, der bei Sprockhoff verzeichnet ist, konnte ich nicht mehr finden, dafür habe ich einen zusätzlichen Träger unter einem Deckstein erkennen können. Bei drei Steinen ist nicht zu erkennen, ob sie noch vorhanden sind.

  
Man verläßt Lähden auf der L 65 in nördlicher Richtung nach Hüven. In einem kleinen Wäldchen direkt links von der Landstraße liegt das sehenswerte Großsteingrab.
Position: Garmin: N 52° 45,903’, E 7° 34,254’, Google Earth: 52° 45’ 54,15” N, 7° 34’ 16,03” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps 

Das Großsteingrab Lähden III, das 1827 noch beschrieben wurde, gibt es heute nicht mehr.

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103. Großsteingrab im großen Sande, Herßum, nordwestlich von Herßum, (++), Sprockhoff-Nr. 867

Es handelt sich um eine stark zerstörte, lange Kammer innerhalb der Reste einer ovalen Einfassung. Man nimmt an, dass die Kammer, die einmal 12 Decksteine besessen haben muss, 20 x 2 m groß gewesen ist und sich an den Enden auf 1,5 m verjüngt hat.
In einem Stein der Umrandung ist noch das Bohrloch zu sehen, mit dem eine Sprengung des Steins vorbereitet wurde.
Ich konnte zwei Tragsteine erkennen, die in der Srockhoffschen Skizze von 1926 nicht eingezeichnet waren.

Man folgt der Straße von Holte nach Herßum (L 55), bis man in Höhe des nördlichen Waldendes nach Westen in einen Feldweg einbiegen kann. Am Waldrand geht es wieder ein Stück nach Süden, bis der Weg zum Grab in den Wald hinein gut ausgeschildert ist.
Position: Garmin:
N 52° 45,062’, E 7° 37,304’, Google Earth: 52° 45’ 02,41” N, 7° 37’ 24,63” O
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104. Großsteingrab Lastrup II, südöstlich von Lähden, (-), Sprockhoff-Nr. 868

Das Grab ist relativ klein und stark zerstört, ein Besuch lohnt sich nicht. Da es auf einem deutlichen, kleinen Hügel liegt, habe ich es mehr durch Zufall im stark mit Gebüsch bestandenen Gelände gefunden. 5 Tragsteine und Bruchstücke von Decksteinen sind noch vorhanden; Sprockhoff geht von ursprünglich 4 Jochen aus. Vier Steine, die bei Sprockhoff ver-zeichnet sind, konnte ich nicht finden. Sie können aber sehr wohl unter der Erdoberfläche noch vorhanden sein.

Position: Garmin: N 52° 43,897’, E 7° 35,544’, Google Earth: 52° 43’ 54,75” N, 7° 35’ 30,21” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps 

Die Gräber 868 und 869 sind stark zerstört, nicht ausgeschildert und sehr schwer zu finden. Man verläßt Lähden auf der K 267 in südlicher Richtung nach Lastrup und biegt nach ca. 2 km in den  Weg "Clemenskoppel" nach Osten ab. Wenn beidseitig Wald beginnt, muss man südöstlich der Wegkreuzung im Unterholz nach kleinen Hügeln suchen, auf denen die Reststeine der Gräber liegen. 869 findet man relativ leicht wenn man unmittelbar am Ende des kleinen Sees gegenüber des Naturschutzschildes ca. 30 m weit in den Wald hineingeht.

105. Großsteingrab Lastrup I, südöstlich von Lähden, (-), Sprockhoff-Nr. 869

Dieses Grab ist stark zerstört; es hatte vermutlich einmal 4 Joche. Das  westliche Ende ist noch gut erhalten und besteht aus Abschlußstein, Trägerpaar und Deckstein, an dem sich 4 Sprenglöcher befinden. Ansonsten gibt es noch 5 weitere Tragsteine und drei Decksteine, von denen einer 3 Bohrlöcher aufweist. Die beiden nordöstlichen Träger sind in Sprockhoffs Skizze nicht verzeichnet. Der ehemalige Hügel ist noch gut zu erkennen.



beschädigter Tragstein mit 3 Sprenglöchern, zwei Fotos von Löchern im großen Deckstein

Position: Google Earth: 52° 43’ 51,28” N, 7° 35’ 33,82” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

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1864 wurde an dieser Stelle noch ein drittes Großsteingrab (Lastrup III) beschrieben, von dem heute nichts mehr zu finden ist..


106. zerstörtes Großsteingrab bei Wachtum, südwestlich von Wachtum (-), Sprockhoff-Nr. 870

Südwestlich von Wachtum liegen drei Hügel im Wald "Weißer Sand"; in der schwachen Vertiefung eines dieser Hügel liegen noch 4 Steine, von denen Sprockhoff  drei als westlichen Abschlußstein, Trag- und Deckstein identifizierte (Foto). Hierbei dürfte es sich um die Reste des Wachtumer Großsteingrabes handeln, das schon bei Sprockhoffs Bestandsaufnahme 1926 zerstört war.
Auf einem benachbarten Hügel liegt noch ein einzelner Findling.
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