25. Großsteingräber  im Emsland - Lingen

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

131. Großsteingrab Baccum III (zerstört) (871)

132. Großsteingrab Baccum IV (zerstört) (872)

133. Großstgr. auf dem Radberg, Rentrup (873)

134. Großstgr. In der Krunkenvenne, Thuine (874)

135. Großsteingrab Alt-Frerener Forst (875)

136. Großsteingrab Mundersumer Sand (876)

137. Großstgr. Bramsche-Wesel (zerstört) (878)

 

(die 800er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)


131. Großsteingrab Baccum III (zerstört), südlich von Baccum, (-), Sprockhoff-Nr. 871
132. Großsteingrab Baccum IV (zerstört), südlich von Baccum, (-), Sprockhoff-Nr. 872
Von beiden Gräbern auf dem sog. "Steinbrink" existieren noch Reste der länglichen Erdhügel, die unter Schutz gestellt wurden. Die Steine wurden bereits Anfang des 19. Jahrhunderts restlos weggeschafft. Deshalb habe ich auf Fotos verzichtet.
Die Hügelreste liegen südlich der Gebäude einer Geflügelmästerei an der B 214 (Thuiner Straße) im Süden Baccums.
Bei Sprockhoff werdeen die Gräber als Baccum I und II bezeichnet, auf der Tafel vor Ort heißen sie III und IV.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position 871 (westl. Grab): Garmin:
N 52° 30,343’, E 7° 14,084’, Google Earth: 52° 30’ 20,58” N, 7° 14’ 05,01” O
Position 872 (östl. Grab): Garmin: N 52° 30,344’, E 7° 24,059’, Google Earth: 52° 30’ 20,67” N, 7° 24’ 03,56” O 


133. Großsteingrab a
uf dem Radberg, Langen - Rentrup, südlich von Rentrup, (++), Sprockhoff-Nr. 873

Bei diesem Grab, in dem noch relativ viele Steine erhalten sind, sind trotzdem die Spuren des Steinevandalismus insbesondere bei den verstreuten Einfasssteinen deutlich zu erkennen. Ca. 20 Steine der ehemals wohl ovalen und 24 m langen Einfassung sind noch vorhanden. 25 der 27 Tragsteine sind erhalten, viele stehen noch an ihrem ursprünglichen Platz. Von den 10 verbliebenen Decksteinen ist einer zerbrochen. Die emsländische Kammer hat vermutlich 12 Joche aufgewiesen und misst innen 17 x 1-1,2 m. Bei diesem Grab habe ich drei Steine mehr finden können, als sie bei Sprockhoff angegeben waren.

Im Nordwesten von Thuine biegt man von der B 214 nach Norden in Richtung Felsberg/Rentrup/Langen ab. Nach etwa 2,5 km liegt kurz vor Rentrup linker Hand ein Pparkplatz, den aufsuchen kann. Vom Nordende das parkplatzes führt ein Feldweg nach Süden, dem man etwa 1 km folgt, bis das einzige Feld rechter Hand endet. Dort biegt man links ab und folgt dem Waldweg etwa 300 m. Rechts liegt das Grab auf einer Lichtung.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position: Garmin:
N 52° 30,964’, E 7° 27,696’, Google Earth: 52° 30’ 57,81” N, 7° 27’ 41,77” O

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134. Großsteingrab In der Krunkenvenne, Thuine, nordöstlich von Thuine, (+++), Sprockhoff-Nr. 874

Bei diesem Megalithgrab handelt es sich um eine der interessantesten Grabanlagen im Nordwesten. Es ist insgesamt noch recht gut erhalten, und die die sog. emsländische Kammer ist von einer recht engen Doppelreihe von Einfassungssteinen umgeben. Der äußere Ring (33 x 6-5-8 m) hat 50, der innere (29 x 4,5-6 m) 57 Steine, wobei die Steine des äußeren Ringes größer als die des inneren sind. Den Sinn dieser doppelten Steinreihe kann man heute nicht endeutig erklären.

Die Grabkammer ist 25,5 m lang und im Osten 2 und im Westen 1 m breit. Es sind noch 16 Decksteine vorhanden; laut Sprockhoff fehlt einer, wenn man aber die Skizze ganz unten betrachtet, gibt es zwei deutliche Lücken. In die Kammer führte ein fast 3 m langer Gang, von dem 4 Träger und 2 Decksteine komplett erhalten sind.
Die in der Skizze rot markierten Steine habe ich nicht finden können. Es ist möglich, dass zumindest einige von ihnen tief im Boden verborgen sind. 

Das Grab wurde bereits 1820 im Auftrag des Grafen von Münster untersucht, und auch napoleons Soldaten sollen dort kräftig gebuddelt haben. 1878 erfolgte eine weitere, systematische Grabung.

Es gibt noch in Lähden ein weiteres Grab mit den Resten einer doppelten Einfassung, ansonsten sind mir keine derartigen Gräber bekannt.

Durch die Neugestaltung der B 214 ist das Grab nur noch zu erreichen, wenn man in den Ort Thuine hinein und zum Friedhof fährt. Dort führt der Lengericher Weg über die Fernstraße hinweg. Direkt dahinter biegt man nach rechts ab und fährt ca. 600 m parallel zur Bundesstraße nach Osten. Bei der Parkmöglichkeit auf einem Grasplatz führt ein Waldweg nach Norden zum Grab.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position: Garmin:
N 52° 30,327’, E 7° 30,385’, Google Earth: 52° 30’ 19,60” N, 7° 30’ 23,10” O

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135. Großsteingrab Alt-Frerener Forst, nordöstlich von Thuine, (++), Sprockhoff-Nr. 875

Bei dieser Anlage ist der das Grab früher vollständig überdeckende Erdhügel noch sehr gut zu erkennen. Im Vergleich zur Bestandsaufnahme von Sprockhoff 1926 habe ich drei Steine zusätzlich entdecken können, ein Stein des Eingangs war aber nicht mehr da. In zwei Steinen waren Bohrlöcher von Sprengungen erkennbar (rote Markierungen in Skizze und kleine Fotos unten), ein Stein liegt noch in Trümmern da. Es gibt noch 29 Trag- , 5 Decksteine und weitere Bruchstücke. Die Kammer muss laut Sprockhoff 11 Decksteine aufgewiesen haben und war wohl 20 x 1,5-2 m groß, mit einer deutlichen Verengung zu den Enden. Einige Steine deuten an, dass es ursprünglich eine ovale Einfassung gegeben haben muss.
Einer der Decksteine weist eine sehr zerfurchte Oberfläche auf (unten), die aber natürlichen Ursprungs sind und ihn nicht als Schalenstein ausweisen.



 

 

 

 

 

Man fährt von Thuine weiter nach Freren-Nord und biegt dort von der B 214 in die L 66 (Sunderberg) ab. Linker Hand geht nach ca. 400 ein Feldweg nach Süden ab. Wenn mandiesem folgt, liegt nach etwa 250 m links  im Wald das Grab. Oder man sucht von Freren aus das Waldschwimmbad und folgt von diesem den Waldweg nach Norden.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position: Garmin:
N 52° 30,240’, E 7° 33,104’, Google Earth: 52° 30’ 14,42” N, 7° 33’ 06,25” O


136. Großsteingrab Mundersumer Sand, südlich von Mundersum, (+), Sprockhoff-Nr. 876

Die 18 x 1,4-2,2 m große Steinkammer ist noch tief im Erdboden versenkt, und im wesentlichen ragen nur die oberen Hälften der Decksteine aus dem Boden. 10 Decksteine sind noch vorhanden, einer davon weist deutliche Bearbeitungsspuren auf (Foto unten), wo ein Stück abgesprengt wurde. Zwei bei Sprockhoff verzeichnete Steine habe ich nicht mehr finden können, wobei man berücksichtigen muss, dass die Anlage noch sehr tief im Boden eingebettet ist.

1890 sollen noch 15 Steine einer ovalen Einfassung vorhanden gewesen sein, die heute alle verschwunden sind.

Dieses Grab ist ausgesprochen schwierig zu finden, weil jede Ausschilderung fehlt. Man biegt im Süden von Lingen kurz vor Estringen nach links von der B 70 nach Rottum ab (Rottumer Str.). Dieser folgt man, bis direkt bei einem Gehöft die Straße einen scharfen Knick nach Süden macht. Hier geht ein Waldweg nach Norden ab, dem man folgt, bis er sich nach ca. einem halben km der Waldweg nach einer Biegung gabelt und folgt der rechten Abzweigung eta 100 m. Dort führt ein Trampelpfad in den Wald und nach ca. 100 m liegt das Grab rechts zwischen den Bäumen.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position: Garmin:
N 52° 29,177’, E 7° 22,354’, Google Earth: 52° 29’ 10,60” N, 7° 22’ 21,25” O


das Großsteingrab Gleesen, Sprockhoff Nr. 877, existiert nicht mehr. Es musste 1893 dem Bau des Dortmund-Ems-Kanals weichen. Es wurde jedoch vorher ausgiebig untersucht. Auch bei Sprockhoff wird nur noch ein schraffierter Bereich südwestlich von Gleesen angegeben, wo sich das Grab einmal befunden haben soll. 

Westlich von Lingen, im Bereich eines Truppenübungsplatzes bei Nordlohne haben die Trichterbecherleute drei Großsteingräber unmittelbar nebeneinander errichtet. Sie sind heute restlos zerstört.
Das mittlere Grab wurde 1981 vom NLD ausgegraben, wobei sich ehemalige Standspuren von 10 Trag- und ebenfalls 10 Umfassungssteinen nachweisen ließen. Es muss sich also um eine sog. emsländische Kammer gehandelt haben.
Zahlreiche Scherben und drei Steinbeile liessen eine Datierung in die Trichterbecherzeit zu.


137. Großsteingrab Bramsche-Wesel (zerstört), westlich von Bramsche-Wesel, (-), Sprockhoff-Nr. 878
Von dem völlig zerstörten Grab ist nur noch der 24 x 14 m große Hügel zu sehen.
Um diesen Hügel zu besuchen, biegt man in Wesel auf einer der kleinen Straßen nach Westen vin der L 58 ab, und muss dann einem langen Waldweg nach Westen folgen, bis  man wieder Felder erreicht. Direkt südlich am Rand dieser Felder liegt der Hügel im Wald.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position: Garmin:
N 52° 25,435’, E 7° 22,242’, Google Earth: 52° 25’ 26,07” N, 7° 22’ 14,50” O

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