29. Großsteingräber im Nordosten von Osnabrück

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker

158. Großsteingrab Hoststeine, Kalkriese (899)

159. Großsteingrab Darpvenner Steine I (900)

160. Großsteingrab Darpvenner Steine II  (901)

161. Großsteingrab Darpvenner Steine III 902)

162. Großsteingrab Driehausen (903)

163. Großsteingrab Felsener Esch I (904)

164. Großsteingrab Felsener Esch II (905)

        Süntelstein

165. Großsteingrab Teufels Backtrog, Vehrte (915)

166. Großsteingrab Teufels Backofen, Vehrte (916)

(die 900er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)



158. Großsteingrab
Hoststeine, westl. von Kalkriese, (+), Sprockhoff-Nr. 899

Offenbar gibt es zu diesem Grab keinerlei Quellen, wie es früher einmal ausgesehen haben kann. In Sprockhoffs Atlas der Megalithgräber wird gesagt, dass es aus 8 Steinen und mehreren Trümmern besteht. Bei meiner Bestandsaufnahme im Juli 2009 habe ich insgesamt 24 Steine bzw. Trümmer gezählt, ohne dass man eine echte Kammeranordnung hätte wahrnehmen können. Bei Gräbern dieser Art weiß man natürlich nie, welche Steine evtl. in jüngerer Zeit von den Landwirten dort zusätzlich abgelagert worden sind. Es gibt Hinweise, dass dort 1807 eine offizielle Grabung, vermutlich durch den Grafen von Münster, stattgefunden hat.
Piesch berichtet, dass d
as eigentliche Großsteingrab Horststeine 1873 noch auf einem anderen Acker gestanden habe. Dort soll es noch ein oder zwei weitere Großsteingräber gegeben haben, deren Steine versenkt, d.h. tief im Acker vergraben wurden, um bei der Feldbestellung nicht zu stören.wurden dann, ebenso wie die von n   (G.-U. Piesch, Arch. Mitteilgn. aus Nordwestd. 20, 1997).
Schlüter und Zehm stellten 1992 in Frage, ob die heutigen Horststeine überhaupt ein echtes Großsteingrab sind, oder nur die Reste zweier längst zerstörter Großsteingräber, die dort zusammen abgelagert wurden.

 

Wenn man von der Autobahn kommend auf der B 218 in Richtung Kalkriese fährt, kommt man ca. 2 km hinter Engter zur sog. Roten Mühle. Kurz bevor der Bewuchs des Bachlaufes beginnt, geht nach links ein Feldweg ab, den man folgt, bis ein weiterer Abzweig nach Südwesten führt. An diesem Weg liegt links eine einzelne Baumgruppe, in der die Steine verborgen sind.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.

Position Garmin: N 52° 24,081’, E 8° 05,065'; GoogleEarth: 52° 24’ 05,50” N, 8° 05’ 03,99” E

Im Frühjahr 1991 wurden auf dem Huxelorter Esch acht versenkte Findlinge eines weiteren, ehemaligen Großsteingrabes freiegelegt, das vermutlich nur wenige Meter nordwestlich der Horststeine gestanden hat (G.-U. Piesch, Arch. Mitteilgn. aus Nordwestd. 20, 1997).


159. Großsteingrab Darpvenner Steine I = Broxten I = Venne I, nordwestl. von Driehausen, (+++), Sprockhoff-Nr. 900

Die relativ gut erhaltene Kammer ist 15,5 x 1,5 m groß. Aus den vorhandenen Resten kann man eine ehemalige ovale Einfassung erahnen, wobei man sich nicht von der neuzeitlichen Einfassung verwirren lassen darf, die in den letzten Jahren rund um das Grab ausgelegt worden ist. 6 Decksteine sind noch vorhanden, 3 dürften fehlen.
Auf der Westseite konnte ich drei von Sprockhoff verzeichnete Steine nicht mehr finden. Dort ist jetzt der Zuweg zum Grab. Dafür lagen im Brereich des Grabes einige Steine herum, die bei Sprockhoff nicht eingezeichnet waren, d.h. die in den letzten 75 Jahren dazugekommen sein müssen.
An den drei Darpvenner Steinen hat der Graf von Münster 1807 erste Grabungen durchgeführt.

Um zu den drei Darpvenner Steinen zu kommen, verläßt man die B218 am Besten in Schwagsdorf in Richtung Driehausen und weiter in Richtung Borgwede. In Driehausen ist bei einem Gasthaus ein Parkplatz für die Darpvenner Steine eingerichtet, von dem man noch ca. 100 m weiter nach Nordwesten entlang der Straße laufen muss.. Grab I liegt auf der Anhöhe rechts von der Straße im Wald, die Gräber II und III liegen links, wobei man noch einen kleinen Abhang hinauf klettern muss. An Grab II vorbei geht man weiter in den Wald hinein zum Grab III. Unterhalb Grab II gibt es beschränkte Parkmöglichkeiten.
Der Weg zu den Gräbern mit GoogleMaps

Position Gamin: N 52° 22,090’, E 8° 10,918’; GoogleEarth: 52° 22’ 04,99” N, 8° 10’ 54,54” E



160. Großsteingrab
Darpvenner Steine II = Broxten II, nordwestl. von Driehausen, (++), Sprockhoff-Nr. 901

Es handelt sich um eine relativ kleine Kammer (8 x 2,3 m) mit 10 Trag-, 2 Abschluss- und 3 Decksteinen. Außerdem liegen noch einige Bruchstücke herum.


Der Weg zu den Gräbern mit GoogleMaps
Position Garmin: N 52° 22,048’, E 8° 10,917’; GoogleEarth: 52° 22’ 02,89” N, 8° 10’ 55,38” E


161. Großsteingrab Darpvenner Steine III = Broxten III = Venne III, nordwestl. von Driehausen, (++), Sprockhoff-Nr. 902

Die Kammer ist mit 10,5 x 1,5 m länger und schmaler als bei Grab 2. 15 Trag-, 2 Abschluss- und 4 Decksteine sind noch zu entdecken, einer der Decksteine wurde gesprengt. Ursprünglich müssen es 8 Decksteine gewesen sein. Ich habe im Gegensatz zu Sprockhoff einen Stein mehr gefunden.

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
Position Garmin: N 52° 22,028’, E 8° 10,905’; GoogleEarth: 52° 22’ 02,33” N, 8° 10’ 54,43” E

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162. Großsteingrab Driehausen = Schwagstorf I, südwestl. von Schwagsdorf, (+++), Sprockhoff-Nr. 903 (in meiner Karte die Nr. 162)

Die relativ gut erhaltene, 16,8 x 1,8 m große Grabkammer verjüngt sich laut Sprockhoff zu beiden Enden hin. 11 Decksteine, die meisten Träger und Reste einer Einfassung sind noch vorhanden. In diesem Grab wurden 1907 Ausgrabungen im Auftrag des Grafen von Münster durchgeführt.
Auf www.stonpages.de gibt es Hinweise auf bronzezeitliche Näpfchen auf zwei Decksteinen, die ich selbst aber wohl übersehen habe, und die auch bei Sprockhoff nicht erwähnt sind.


    Reste der Einfassung (rechts)
 

eine uralte, bizarre Eiche steht mitten im Grab

Etwa auf halber Strecke zwischen Schwagsdorf und Driehausen geht nach Süden die Straße nach Krebsburg ab. Etwa auf halber Strecke zwischen dieser Abzweigung und Krebsburg liegt recht etwa 50 m neben der Straße eine Baumansammlung mit dem Grab im Feld, zu der nur ein winziger Trampelpfad führt.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

Position Garmin: N 52° 21,601’, E 8° 11,870’; GoogleEarth: 52° 21’ 36,11” N, 8° 11’ 52,08” E

Der ca. 500 m südlich an einem Straßenabzweig stehende "Driehauser Menhir" ist eigentlich nur ein großer Findling und wenig lohnend. 


163. Großsteingrab Felsener Esch I = Schwagstorf II, südöstl. von Schwagsdorf, (-), Sprockhoff-Nr. 904

Das Grab ist sehr klein (4,5 x 2,5 m), und Sprockhoff hat es als erweiterten Dolmen betrachtet.

Man verläßt Schwagsdorf auf der B 218 nach Südosten in Richtung Herringhausen. Nach ca. 1 km liegen links im Feld zwei markante Baumgruppen. Die erste, unscheinbarere markiert die beiden Großsteingräber "Felsener Esch", die zweite, schönere Baumgruppe ein bronzezeitliches Hügelgrab.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
Position: Garmin: N 52° 21,940’, E 8° 13,006’; Google Earth: 52° 21’ 56,49” N, 8° 13’ 00,28” E


164. Großsteingrab Felsener Esch II = Schwagstorf III, südöstl. von Schwagsdorf, (-), Sprockhoff-Nr. 905

Es handelt sich um ein sehr stark zerstörtes Grab, von dem nur noch 4 oder 5 Träger und ein gesprengter Deckstein übrig sind. Eine typische Kammerform ist nicht mehr zu erkennen.

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
Position Garmin: N 52° 21,948’, E 8° 13,047’; GoogleEarth: 52° 21’ 56,95” N, 8° 13’ 02,74” E

In der Nähe liegt außerdem noch ein bronzezeitliches Hügelgrab, das gut zu sehen ist.


Bohrlöcher im gespaltenen Deckstein

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173. Großsteingrab Teufels Backtrog = Teufels Teigtrog = Teufelssteine 2, nordöstl. von Vehrte, (+++), Sprockhoff-Nr. 915

Von dieser kleinen Kammer, die noch tief in den Resten des ehemaligen Hügels steckt, sind noch 6 Trag-, 1 Abschluss- und 3 Decksteine vorhanden. Sprockhoff hält das Grab für einen erweiterten Dolmen.
1920 sollen noch Reste einer Einfassung erkennbar gewesen sein.


Um hinzukommen, fährt man in Vehrte auf dem Wittekindsweg nach Norden. Kurz bevor dieser nach Westen abbiegt, geht nach rechts eine Einfahrt ab, die wie eine private Zufahrt wirkt. Von dieser führt ein Wanderweg nach Norden zum "Backtrog", und nach Nordosten in Richtung Backofen. Letzeren erreicht man, wenn man hinter dem bebauten Privatgelände dem Trampelpfad nach rechts bis zu einer einzelnen Baumgruppe folgt, in der der Backofen liegt.

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

Position: Garmin: N 52° 20,998’, E 8° 09,578’; Google Earth: 52° 20’ 59,95” N, 8° 09’ 34,45” E


174. Großsteingrab Teufels Backofen = Teufelssteine 1, nordöstl. von Vehrte, (+), Sprockhoff-Nr. 916

Es handelt sich um die Reste einer 6 x 2 m großen Kammer mit deutlich erkennbarem Eingang an der Mitte der Südseite. 9 Trag- und 4 Decksteine sind erhalten.

Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
Position Garmin: N 52° 20,903’, E 8° 09,616’; GoogleEarth: 52° 20’ 53,94” N, 8° 09’ 37,00” E



Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

 

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Süntelstein, nordöstlich von Vehrte

Wenn man von Vehrte auf der Bergstraße nach Norden in den Wald hinein fährt, erreicht man kurz hinter den letzten Häusern einen Parkplatz. Man folgt dem nach Westen führenden Waldweg ca. 1 km, bis rechts eine Wiese beginnt. Dort führt nach Norden ein Pfad in den Wald und zum Süntelstein, einem großen solitären Findling, den der Teufel dort erschöpft abgelegt haben soll, obwohl er ihn eigentlich in böser Absicht bis zur nächsten Kirche schleppen wollte. Ein "Künstler" hat deshalb auf der Rückseite eine Teufelsfratze aufgemalt, die sich streng an den natürlichen Rissen und Vertiefungen im Stein orientiert.
Es gibt alte Quellen, die in diesem Gebiet von einem ehemaligen Großsteingrab sprechen, so dass nicht auszuschließen ist, dass der Süntelstein einmal zu einem Megalithgrab gehört haben mag.
Neben dem Stein liegt ein riesiger Haufen Findlinge, die bei Waldaufräumarbeiten dort zusammengetragen wurden, aber mit Sicherheit kein Großsteingrab markieren.


Ein weiteres Großsteingrab mit dem Namen "Teufels Backtrog" soll in Resten bis 1919 südwestlich des Nachbarortes Icker gelegen haben. Es wird in Auflistungen von 1873 und 1891/92 erwähnt. (G.-U. Piesch, Arch. Mitteilgn. aus Nordwestd. 20, 1997)

 
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