31. Großsteingräber östlich von Osnabrück

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

182. Großsteingrab Dübberort I (906)

183. Großsteingrab Dübberort II (907)

184. Großsteingrab Haltern (917)

185. Großsteingrab Jeggen (922)

186. Großsteingrab Grambergen (923)

187. Großsteingrab Caldenhof

(die 900er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)



182. Großsteingrab
Dübberort I, südöstlich von Haaren, (+), Sprockhoff-Nr. 906

Zumindest im Sommer ist das Grab vollständig unter großen Farngewächsen versteckt (Foto links).
Es handelt sich um eine verhältnismäßig gut erhaltene Kammer in einem 30 m langen und 6,5 m breiten, 1 m hohen Hügel. Dieser ist an drei Seiten von 24, meist in situ stehenden Einfasssteinen umgeben, wobei man dieses Steine wegen des dichten Bewuchses kaum finden kann. Sie fehlen an der Nordwestseite. Die 10,4 x 1,7 m große Kammer steckt noch tief in der Erde, die Spitzen von 10 Trägern, 5 Decksteinen der Kammer und 1 Deckstein des Ganges sind zu sehen. In der Osthäfte des Grabes fehlt ein Deckstein. Dafür habe ich im Farn etwas westlich des Grabes den unten grün abgebildeten, großen Stein gefunden, der evtl. dieser fehlende Deckstein ist. Dieser Stein ist bei Sprockhoff nicht verzeichnet.
Die in der Skizze gelb gezeichneten Steine, die bei Sprockhoff vermerkt sind, konnte ich entweder wegen des hohen Farnkrauts nicht auffinden, oder sie sind jetzt in der Erde verborgen.


der beste Blick, den man wegen der dichten Vegetation auf die Gesamtanlage haban kann.


westlich des Grabes liegt ein einzelner, großer Stein, der in der ursprünglichen Skizze in Sprockhoffs Atlas nicht verzeichnet ist.

Die Großsteingräber Dübberort sind leider nicht ausgeschildert. Wenn man von Klein Haltern nach Nordhausen fährt, führt die Straße auf etwa halber Strecke durch einen Wald. direkt dahinter führt ein Feldweg nach Süden und dann nach Osten, der zu einer im Feld liegenden Baumgruppe führt. Darunter, unter einem immensen Farnbewuchs, liegt das Grab.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.
Position Garmin: N 52° 19,148’, E 8° 11,926’; GoogleEarth: 52°19' 9,13" N, 8° 11' 55,09" O


183. Großsteingrab Dübberort II, südöstlich von Haaren, (++), Sprockhoff-Nr. 907

Auch hier steckt die 15 x 1,8 m große Kammer noch tief in der Erde, der Hügel war ursprünglich von einer engen, langovalen Einfassung umgeben, von der nur noch wenige Steine erhalten sind. Es sind noch 7 von ursprünglich 9 Decksteinen vorhanden, drei große Steine liegen außerhalb des Grabes. Glücklicherweise habe ich auch bei diesem Grab mehr Steine zählen können, als bei Sprockhoff verzeichnet waren, was ein guten Zeichen ist, denn zumindest in den letzten 82 Jahren wurden keine Steine weggeschleppt.

 

Von Grab I folgt man weiter dem Feldweg bis zum Wald (Haarener Holz) und geht im Wald unmittelbar am Feldesrand in direkter Verlängerung des Feldweges weiter. Wenn rechts das Feld endet, liegt linkerhand des Grab im Wald.
Der Weg zu den Gräbern mit GoogleMaps
Position Gamin: N 52° 18,994’, E 8° 11,848’; GoogleEarth: 52°19' 0,03" N, 8° 11' 50,70" O

 

 

 


184. Großsteingrab Haltern = Slopsteine = Sluppsteine, nordwestl. von , (+++), Sprockhoff-Nr. 917

Dieses Großsteingrab hat den relativ seltenen, trapezförmigen Zuschnitt. Und demzufolge nimmt auch die Größe der Decksteine mit enger werdender Kammer ab. Gegenüber der Bestandsaufnahme von Sprockhoff im Jahre 1927 sind offensichtlich noch alle Steine vorhanden, obwohl wie damals der westlichste Deckstein fehlt.  Außerdem ist ein Deckstein im Osten in drei Teile zerbrochen, der in Sprockhoffs Atlas noch ohne Risse gezeichnet ist. Ein weiterer Deckstein ist an der Unterseite durch Abplatzungen geschädigt, weil 2007 dort von bösartigen Vandalen ein großes Lagerfeuer entzündet wurde. Dabei wurden auch mehrere Bäume in der Nähe des Grabes gefällt (--> Artikel in der NOZ).
Die Kammer ist 10,5 x 3,8 - 1,6 m groß.

Wenn man von Klein Haltern nach Nordhausen fährt, führt die Straße auf etwa halber Strecke durch einen Wald. Man muss dahinter in den zweiten Feldweg abbiegen, der nach Süden führt. Der befestigte Weg endet an einem Rastplatz, von dem aus man den breiten Weg am Feldesrand nach Süden nimmt. Wenn man den Hang im Wald hinabgegangen ist, geht in der Senke ein kleiner Pfad nach rechts ab, der kurz daruaf wieder im Bogen nach Süden führt. Nach weniger als 200 m liegt links das Grab an einer Schonung.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
Position: Garmin: N 52° 18,719’, E 8° 12,071’; Google Earth: 52°18' 47,03" N, 8° 12' 2,85" O


Ca. 40 m südwestlich der Slopsteine steht der östliche Schlußstein eines weiteren, 6 x 2 m großen Großsteingrabes (kleine Slopsteine), das aber - bis auf den besagten Stein - zerstört wurde. (G.-U. Piesch, Arch. Mitteilgn. aus Nordwestd. 20, 1997)


Das Großsteingrab 918, das laut dem Atlas der Megalithgräber III in Krevinghausen nicht mehr auffindbar war, wurde am 29.4.1967 etwa 1km abseits der bis dahin übermittelten Koordinaten wiederentdeckt. Es liegt bei den Koordinaten 52.297986N , 8.292013E im Waldgebiet Schelentannen südöstlich der Straße Schledehausen-Bad Essen. (G.-U. Piesch, Arch. Mitteilgn. aus Nordwestd. 20, 1997)
Das Grab hat die Namen Krevnghausen 1 oder  Grab in den Schelentannnen. (Fotos siehe http://www.megalithic.co.uk/article.php?sid=25017


Ich habe es bisher noch nicht besuchen können.
Ein weiteres Großsteingrab muss in Krevinghausen auf Brunings Brokbreite gelegen haben. Es wird in Denkmallisten von 1839 und 1892 noch erwähnt.


185. Großsteingrab Jeggen, südöstlich von Jeggen , (+++), Sprockhoff-Nr. 922

Von diesem imposanten Großsteingrab mit seiner 17 x 3 m großen Kammer sind noch fast alle Tragsteine und Decksteine erhalten. Ein Tragstein wurde gesprengt, einige Decksteine sind zerbrochen.
Reste von Hügel oder Einfassung sind nicht mehr erkennbar, dafür ist im östlichen Teil meines Erachtens noch ein Teil des gepflasterten Bodens der Kammer zu erkennen. Ein Stein trägt noch ein typisches Bohrloch für eine Sprengladung, die glücklicherweise nie angebracht wurde.
Das gut erhaltene Grab wird vom Heimat- und Wanderverein Bissendof gepflegt.

1927

Am Ostende von Jeggen führt der Niederfeldweg nach Süden. Inmitten der Feldmark liegt direkt östlich der Straße eine Baumgruppe, unter der das Grab problemlos zu finden ist.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
Position Garmin: N 52° 16,513’, E 8° 12,062’; GoogleEarth: 52°16' 31,66" N, 8° 12' 3,43" O

In Sichtweite des Jeggener Großsteingrabes soll bis 1839 noch ein weiteres Großsteingrab gelegen haben. (G.-U. Piesch, Arch. Mitteilgn. aus Nordwestd. 20, 1997)


186. Großsteingrab Grambergen = Deitinghausen, nordwestl. von , (+), Sprockhoff-Nr. 923

Laut Sprockhoff soll die Kammer 8,7  x 1,1 m groß sein, und es sollen noch drei von ursprünglich 6 Decksteinen vorhanden sein. Offenbar ist das Grab seit Sprockhoffs Bestandsaufnahme 1927 restauriert worden, denn im Vergleich zu der alten Sprockhoff'schen Skizze sind drei große und 7 kleine Steine hinzugekommen.
Trotz dieser zusätzlichen Steine macht das Grab einen stark zerstörten Eindruck.

Wieder ein Grab für Pfadfinder ohne Ausschilderung. Man fährt am besten von Schiedehausen über Westrup und Astrup auf kleinen Feldstraßen nach Osten. dabei folgt man vorzugsweise dem Perkweg, bis er in den Deitinghauser Weg übergeht. Am Ende eines langen Waldstückes geht nach Norden der Rote Teichweg ab. Nach ca. 400 m muss man links dem Waldweg 250 m nach Westen und dann bis zu einem Haus nach Süden folgen. Man wandert am Haus vorbei und erreicht schnell das Grab, das am Feldesrand unter Bäumen liegt.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
Position Garmin: N 52° 17,448’, E 8° 18,149’; GoogleEarth: 52°17' 27,10" N, 8° 18' 8,97" O

Nahe beim Grab und auch am Weg der dorthin führt, liegen mehrere große Findlinge im Wald. Ob diese je zu zerstörten Gräbern gehörten, ist unklar.
Ein paar hundert Meter nördlich liegt mitten im Wald "Königtannen" ein besonders großer Findling (4 x 3,5 m), der als "Opferstein" bezeichnet wird. Er ist nur schwer über Trampelpfade zu finden.


187. Großsteingrab Caldenhof = Kaldenhof, nordwestl. von , (-)

Dieses Grab ist in der Sprockhoffschen Aufstellung nicht enthalten, weil es wohl 1927 noch garnicht entdeckt war. Es ist stark zerstört und besteht heute aus großen Findlingen, die ohne erkennbare Ordnung im abschüssigen Gelände verstreut sind. Im straßennahen Teil ist noch eine größere Grube erkennbar, die wohl bei der Grabplünderung entstanden war.
Im Großsteingrab sind 2009 offizielle Grabungen durchgeführt worden.

Man erreicht das Grab, indem man von Hitzhausen auf der Hitzhauser Straße nach Nordwesten fährt. Kurz vor dem ersten größeren Wald geht es nach links zu einer Gedenkstätte. Direkt vor dem ersten Hof, den man erreicht, liegt in einer Kurve rechts direkt neben der Starße das Grab im Wald.
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps
Position Garmin: N 52° 19,968’, E 8° 15,054’; GoogleEarth: 52°19' 58,65" N, 8° 15' 4,64" O

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