38. Großsteingräber in Ostholstein - Putlos

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

267. Putlos I (257)

268. Putlos II (258)

269 Putlos III (259)

270. Putlos IV (260)

271. Putlos V (261)

272. Putlos VI (262)

273. Putlos VII (263)

274. Putlos VIII (264)

(die 200er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)


Putlos ist für Megalithfans ein einzigartiger Ort, der aber leider in einem militärischen Sperrgebiet liegt. D.h. dieser Ort, an dem acht Hünenbetten nah bei einander liegen, kann nur mit einer Sondergenehmigung betreten werden. Ich hatte lediglich durch einen Zufall die Möglichkeit, diesen einzigartigen Ort zu besuchen. Vorerst leider im Sommer, als die Gräber total zugewuchert waren, so dass eine detaillierte Untersuchung (Fotos, Vergleich mit Sprockhoffs Skizzen etc.) nicht erfolgen konnte.
Trotzdem herzlichen Dank an alle Beteiligten, die diesen Besuch ermöglichten.
7 Gräber (siehe Abb. rechts) liegen auf einem hohen Ufer hoch über der Ostsee und bieten einen phantastischen Blick auf die Weißenhäuser Bucht (Foto links). Das 8. Grab liegt etwas südlich im Wald auf der höchsten Kuppe des Wienberges.


267. Großsteingrab Putlos I, nördlich von Putlos, (+), Sprockhoff-Nr. 257

Laut Sprockhoff *) ein rechteckiges Langbett mit den Maßen 6 x 33 m. Es beinhaltet 3 Kammern, sog. erweiterte Dolmen.
Die nordöstliche Kammer (2,5 x 0,8 m) liegt schräg im Langbett und befindet sich noch bis zur Oberkante der Tragsteine in der Erde. 6 Tragsteine, ein Abschluss- und der mittlere Deckstein ist noch erhalten.
Die mittlere Kammer (2,0 x 08 m), ebenfalls tief in der Erde, steht quer zum Langbett und besitzt zwei Trägerpaare und ebenfalls nur noch einen Deckstein.
Die südwestliche Kammer weist 6 Träger, einen Abschlussstein, und am Eingang an der südüstlichen Schmalseite zwei Tragsteine, sowie einen Deckstein auf. Sie steht ebenfalls in einem 90 ° Winkel zum Langbett.

Wie ich bereits erwähnte, konnte ich diese Details während meines Besuches im Juni 2013 wegen des dichten Bewuchses nicht nachvollzioehen.

Position: Garmin: N 54° 20,200', O 10° 50,559', GoogleEarth: 54° 20' 12,09" N, 10° 50' 33,41" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

Der Deckstein der mittleren Kammer  


268. Großsteingrab Putlos II, nördlich von Putlos, (+), Sprockhoff-Nr. 258

Laut Sprockhoff *) ein 4 x 21,5 m großes Hünenbett mit einer gleichgerichteten Kammer in der Mitte. Die Umfassung soll an drei Seiten sehr lückenhaft aein. Ich konnte bei meinem Besuch wegen des dichten Bewuchses keine Details nachprüfen.

Position: Garmin: N 54° 20,199’, E 10° 50,595’, GoogleEarth: 54° 20' 11,71" N, 10° 50' 35,72" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

 

 

 


 


269. Großsteingrab Putlos III, nördlich von Putlos, (-), Sprockhoff-Nr. 259

Ein gewaltiges Hünenbett, das Laut Sprockhoff *) 115 m lang und in der Mitte bis zu 5,5, m breit ist. An den Enden wird das Bett schmaler.
Die Steine der nördlichen Schmalseite fehlten bei Sprockhoffs Bestandsaufnahme, ansonsten sollen noch die meisten Umfassungssteine vorhanden sein.
Die Kammer (1,8 x 07 m) ist ein schräg gestellter Urdolmen mit 4 Trägern, 2 Abschluss- und einem Deckstein. Die Kammer wurde vor vielen Jahren ausgeraubt.
Position:
Garmin: Nordende N 54° 20,213’, E 10° 50,598’, GoogleEarth: Nordende 54° 20' 16,74" N, 10° 50' 34,70" O, Südende 54° 20' 12,94" N, 10° 50' 35,83" O 
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps


270. Großsteingrab Putlos IV, nordlich von Putlos (+), Sprockhoff-Nr. 260

 

Laut Sprockhoff *) ein 30 x 5 m großes Hünenbett mit einem quergestellten Dolmen (1,5 x 0,9 m) in der Südhäfte.
An dieser kammer wurden Sprengungen vorgenommen, wie der Stein oben rechts beweist.

Position: Garmin: N 54° 20,293', E 10° 50,570', GoogleEarth: 54° 20' 17,66" N, 10° 50' 34,21" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

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271. Großsteingrab Putlos V, nördlich von Putlos (---), Sprockhoff-Nr. 261

 

Laut Sprockhoff *) ein weiteres Hünenbett mit einem quergestellten, erweiterten Dolmen (2 x 1 m). Leider ist die Einfassung an den Schmalseiten zerstört worden, aber Sprockhoff geht von einer Länge von 15 m bei 5,5 m Breite aus. Zwei Decksteine der Kammer wurden von den Trägern herabgewälzt, ein Deckstein weist längliche Sprenglöcher auf.

Position: Garmin: N 54° 20,270', E 10° 50,570', GoogleEarth: 54° 20' 17,40" N, 10° 50' 33,78" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

 

 

 

 


272. Großsteingrab Putlos VI, nördlich von Putlos (---), Sprockhoff-Nr. 262

Schon 1933 war dieses Grab für Sprockhoff  wegen des Dornegestrüpps unbegehbar, er hat  seine Länge auf etwa 25 m geschätzt.. Von der Kammer sollen zwei Decksteine zu sehen sein.

Position: Garmin: N 54° 20,198', E 10° 50,606'; GoogleEarth: 54° 20' 11,78" N, 10° 50' 36,57" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

 

 

 


 


273. Großsteingrab Putlos VII, nördlich von Putlos (+), Sprockhoff-Nr. 263

Auch dieses Grab konnte wegen des Dornengestrüpps weder 1933 von Sprockhoff, noch 2013 von mir untersucht werden. Es ist deutlich kleiner als die anderen, d.h. es ist kein Hünenbett, sondern vermutlich nur ein Dolmen.

Position: Garmin: N 54° 20,267', E 10° 50,581'; GoogleEarth: 54° 20' 16,33" N, 10° 50' 34,06" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

 

 

 


 


274. Großsteingrab Putlos VIII, nördlich von Putlos (+), Sprockhoff-Nr. 264

Dieses Grab liegt weiter südlich als die oben beschriebenen auf der Kuppe des Wienberges und muss vor 5000 Jahren über allen anderen gethront haben. Es ist eines der längsten Hünenbetten in Norddeutschland mit 130 m Länge und nur 4,5 m Breite. Am nördlichen Ende wurden auf ca. 10 m Länge die Umfassungssteine gestohlen, ansonsten sind die meisten Steine noch vorhanden. Die einzige Kammer liegt im nördlichen Viertel.

Als der Militärschießplatz bei Putlos errichtet wurde, hat man die Grabkammer mit beton ausgegossen und einen Ballonmast in ihr errichtet. Dieser Mast steht heute nicht mehr.

Nördlich des ehemaligen Ballonmastes befindet sich im Langbett eine quadratische Steinsetzung mit etwa 5 m Seitenlänge. Sprockhoff nimmt an, dass es sich um ein sog. slawisches Grab handelt, das später in das Hünenbett hineingebaut wurde. Diese Annahme liegt nahe, denn auf dem Wienberge gab es ein Heiligtum des slawischen Gottes Prove, das 1156 zerstört wurde.

Position:
Garmin: Südende N 54° 19,895', E 10° 51,140'; Nordende: N 54° 19,907`, E 10° 51,039'
GoogleEarth: Mitte 54° 19' 55,84" N, 10° 51' 05,74" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

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*) E. Sprockhoff: Atlas der Megalithgräber Deutschlands. Teil 1: Schleswig-Holstein

 
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C: Bernd Rothmann - Seite erstellt 2013, derzeitige Version Nr. 4 - zuletzt geändert 2.9.13 - Fotos von 2012 - bisherige Besucher: