21. Großsteingräber  im Emsland
Kreis Aschendorf-Hümmling 4 (Sögel) und Kreis Meppen (Stavern)

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

107. Düvelskuhlen I - Sögel II (831)

108. Düvelskuhlen II - Sögel III (832)

109. Pütkesberge - Sögel I (833)

110. Groß-Stavern III (844)

111. Bruneforth II - Groß-Stavern II (845)

112. Bruneforths Esch - Groß Stavern I (846)

113. Osteresch - Klein-Stavern I (847)

 

(die 800er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)


107. Großsteingrab Düvelskuhlen I - Sögel II, südwestlich von Sögel, (++), Sprockhoff-Nr. 831

Die Grabanlage war bis 1932 in einem ca. 30 x 25 m großen, 1,6 m hohen Hügel eingebettet, aus dem nur wenige Steine herausragten. Als Sprockhoff das Grab 1926 katalogisierte, ergab sich somit nur ein rudimentäres Bild (kleine Skizze unten). Vom 13.-26.10.1932 wurde das Grab freigelegt und in seinen heutigen Zustand versetzt. Die Grabung war die erste ihrer Art im Emsland. Dabei wurden die 35 Steine der ovalen Einfassung, 7 Trag-, 2 Abschluss- und 4 Decksteine der 9 m langen Kammer und Steine des Eingangs freigelegt. Der Eingang (Foto unten) ist bei dieser emsländischen Kammer übrigens nicht mittig, sondern nach Westen verschoben.
 

 


  Das westliche Ende, wo ein Deckstein der Kammer fehlt, aber die Einfassung gut zu erkennen ist.    -      Skizze des Grabes nach Sprockhoff 1926


  Der Eingang zum Grab                                                                  Die Skizze oben zeigt die Steine, wie sie heute zu sehen sind.

Wenn man von Sögel nach Süden auf der L 54 nach Klein Berßen fährt, geht nach ca. 2,5 km nach rechts die K 127 nach Stavern ab. Wenn diese Straße nach Südwesten abknickt, liegt unmittelbar neben der Straße links das Großsteingrab.
Position: Garmin:
N 52° 48,871’, E 7° 29,035’; Google Earth: 52° 48’ 53,17” N, 7° 29’ 03,54” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

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108. Großsteingrab
Düvelskuhlen II - Sögel III, südwestlich von Sögel, (++), Sprockhoff-Nr. 832

Dieses Hünenbett liegt unweit von Sögel II und so haben wir hier die interessante Konstellation, dass eine emsländische Kammer (831) und ein Hünenbett (832) ganz nah beieinander liegen. Hünenbetten gibt es im Emsland nur in Groß Berßen (Deepmoorsteene, 862 und Brutsteene, 855), Klein Stavern (Deymanns Mühle IV, 851) und hier in Sögel.
Das ehemals rechteckige Hünenbett, von dem noch 41 Steine erhalten sind, ist 19 x 5,5 m groß, die fast mittig liegende Kammer mit 4 Jochen ist 6 x 3 m groß. Der südwestliche Deckstein fehlt.
Leider ging die Originalbestandsaufnahme durch Sprockhoff von 1926 verloren, eine Skizze von Schlicht (1942) zeigt deutliche Abweichungen zu heute. Heute sind deutlich mehr Steine (grün) zu sehen, als bei Schlicht.
Ich nehme aber an, dass die kleineren Steine ganz im Westen Feldsteine sind, die vom Bauern dort abgelegt wurden (in Skizze gelb markiert).
Dass begonnen wurde, auch dieses Grab systematisch zu zerstören, zeigen die beiden kleinen Fotos unten, wo deutliche Meißelspuren an zwei gepaltenen Steinen zu erkennen sind.
Ein etwas abseits des Grabes liegender Stein zeigt zwei Bohrlöcher und mehrere Meißelspuren.


Vom Grab 831 aus biegt man unmittelbar nach dem Wäldchen, in dem 831 liegt, nach Süden in den Feldweg ein und folgt diesem ca. 200mm, bis links das Großsteingrab 832 liegt.
Position: Garmin:
N 52° 48,750’, E 7° 28,916’, Google Earth: 52° 48’ 45,53” N, 7° 28’ 55,32” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

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109. Großsteingrab Pütkesberge - Sögel I, südlich von Sögel, (++), Sprockhoff-Nr. 833

Das Grab ist stark zerstört, und die Reste lassen nicht einmal mehr Rückschlüsse auf die ursprüngliche Größe zu. Das Grab dürfte aber einmal sehr lang gewesen sein. Es liegen noch 15 Steine herum, ein von Sprockhoff eingezeichnter Stein ist inzwischen verschwunden.
Ein Stein weist noch ein typisch Bohrloch für die Sprengung auf.

Dieses Grab ist nicht leicht zu finden, zumal 2008 die Zuwegung von Süden her sehr stark durch Landschaftsbaumaßnahmen behindert ist. Es liegt in einem Waldgebiet im Industriegebiet Pütkesberge südlich von Sögel.
Von der südlichen Ringstraße L 53 geht etwas östlich des Kreisverkehrs mit der L 54 die Straße Pütkesberge ab, von der ein Trampelpfad zum Grab führt. Oder man fährt die Industiestraße nach Süden, bis im Bereich eines Schlachthofes eine Straße nach Westen abbiegt, der man bis zum Ende folgt und dann einen Waldweg nach Norden bis zum Grab nimmt
Position: Garmin:
N 52° 49,815’, E 7° 30,643’, Google Earth: 52° 49’ 48,43” N, 7° 30’ 38,86” O 
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

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In der Umgebung von Groß-Stavern gab es früher sechs weitere Grosteingräber, fünf im Staverner Wald und eines beim "Swinekaoven". Sie sind heute verschwunden.

110. Großsteingrab Groß-Stavern III, zwischen Sprakel und Sprakelerwald, (+), Sprockhoff-Nr. 844

Es handelt sich um ein kleines, aber feines Gangrab, bei dem 13 Trag-, 3 der 4 Decksteine und der Gang mit 3 Trägern und 1 Deckstein (Foto links) noch in Originallage vorhanden sind. Ein Deckstein ist zerbrochen, wobei keine Spuren von Fremdeinwirkung zu erkennen sind (Foto unten).
Zwei Steine, die Sprockhoff 1926 verzeichnet hat, sind heute verschwunden, dafür liegt ein anderer, zusätzlicher Stein an der Kammerecke.
Die Kammer ist maximal 7 x 2,2 m groß und verjüngt sich nach Osten auf 1,5 m. Sie steckt zum größten Teil noch im Boden.

Anhand dieses Grabes soll ein Effekt gezeigt werden, der sich auch bei vielen anderen Großsteingräbern zeigt. Die Baumeister wußten sich zu helfen, falls es mit der Höhe der Tragsteine nicht so richtig stimmte. Dann wurden passende, kleinere Steine dazwischen gelegt.

Von Sögel aus führt nach Südwesten die relativ kleine Sprakeler Straße zum Gut Sprakelerwald und nach Sprakel. Nach ca. 4 km, d.h. ca. 1 km vor Sprakel liegt rechts ein Heidegebiet mit einem Hügelgräberfeld der Bronzezeit, das in den letzten hundert Jahren stark beeinträchtigt wurde. Heute sind nur noch 15 Hügel vorhanden. Man folgt einem Trampelpfad am Ostrand dieses Hügelgräberfeldes, bis man auf das Großsteingrab trifft.
Position: Garmin:
N 52° 49,530’, E 7° 26,449’, Google Earth: 52° 49’ 31,78” N, 7° 26’ 26,31” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

 

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111. Großsteingrab Bruneforth II - Groß-Stavern II, südlich von Stavern, (-), Sprockhoff-Nr. 845

Das Grab liegt unmittelbar an der Straße, direkt neben einem Wegkreuz. Leider sind die Steine völlig im Gebüsch verborgen, und neben dem gepflegten Kreuz wirkt das Großsteingrab verwahrlost und unzugänglich.
Es sind noch 4 Deck- und 2 Tragsteine erhalten, wobei einer der Decksteine auch ein Tragstein gewesen sein könnte. Aus älteren Aufzeichnungen ist abzuleiten, dass sich das Grab schon 1828 in diesem zerstörten Zustand befand.

Der kürzeste Weg von Klein Stavern nach Klein Berßen führt über die Dorfstraße. Etwas weiter nördlich führt aber auch die Berßener Straße von Klein Stavern nach Klein Berßen. Sie führt durch den Flecken Bruneforth, wo eine Straße nach Norden abgeht. Nur wenige Meter nördlich dieser Kreuzung steht ein Kruzifix rechts an der STraße, neben dem das Großsteingrab liegt (Karte unter 846).
Position: Garmin:
N 52° 47,071’, E 7° 26,343’, Google Earth: 52° 47’ 03,38” N, 7° 26’ 19,93” O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps

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112. Großsteingrab auf Bruneforths Esch - Groß Stavern I, südlich von Stavern, (++), Sprockhoff-Nr. 846

Dieses Großsteingrab ist besonders sehenswert. Nicht nur, dass es sehr groß und relativ gut erhalten ist, es hat auch eine besonders eigenwillige Bauform. Die Kammer, die ursprünglich aus 24 Trag- und 11 Decksteinen bestanden hat, verjüngt sich bei einer Länge von 25 m von 3 m Breite in der Mitte auf ca. 1,8 m an beiden Enden; und der Gang reicht bei diesem Grab weit in die Kammer hinein, so dass sich regelrechte Nischen neben dem Gang bilden.
Außerdem gibt es zwei große Steine innerhalb der langen Kammer, die für eine Unterteilung gesorgt haben könnten.
Heute stehen noch mindestens 22 Tragsteine an ihrem Originalort, auf ihnen bzw. in der Kammer liegen 8 Decksteine, die z.T. zerbrochen sind. Drum herum finden sich Bruchstücke von Steinen.
Das Ganze war von einer ovalen Einfassung umgeben.
Bereits 1825 war dokumentiert worden, dass 3 der 11 Decksteine gesprengt und abgefahren worden seien. Noch heute sieht man in drei der erhaltenen Steine Bohrlöcher für derartige Sprengungen, die wohl nicht mehr durchgeführt wurden.


Der kürzeste Weg von Klein Stavern nach Klein Berßen führt über die Dorfstraße. Etwas weiter nördlich führt aber auch die Berßener Straße von Klein Stavern nach Klein Berßen. Kurz bevor man den Flecken Bruneforth erreicht, liegt umittelbar rechts neben der Straße etwas erhöht das stattliche Großsteingrab.
Position: Garmin:
N 52° 46,971’, E 7° 26,203’, Google Earth: 52° 46’ 58,01” N, 7° 26’ 13,20” O
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113. Großsteingrab auf dem Osteresch - Klein Stavern I, westlich von Klein Stavern, (+), Sprockhoff-Nr. 847

Von dieser, ehemals viel größeren Kammer ist nur noch das westliche Ende erhalten. Es besteht aus 6 Trägern, dem Abschlussstein und dem Rest eines Decksteines. Dass die Kammer ca. 2 m breit ist, ist unschwer zu erkennen, ihre ursprüngliche Länge kann aber nicht mehr festgestellt werden.
Es ist anzunehmen, dass die Kammer von einer ovalen Einfassung umgeben war, von der noch 6 Steine erhalten sind.
An dem auf dem Boden liegenden Deckstein sind noch zwei Bohrlöcher zu erkennen, wo mit Dynamit Stücke abgesprengt wurden
(Foto rechts).
Das Grab liegt auf einem deutlichen Hügel und befindet sich teilweise noch in der Aufschüttung.

Unmittelbar da, wo im nördlichen Ortsteil die Berßener Straße von Klein Stavern nach Klein Berßen abzweigt liegt auf der westlichen Starßenseit ganz nah an der K 127 (Am Steinberg) das Großsteingrab (Karte siehe 846).
Garmin:
N 52° 46,780’, E 7° 24,960’, Google Earth: 52° 46’ 46,42” N, 7° 24’ 58,42” O
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Weitert westlich von den oben beschrieben Gräbern, wurde 1981 in Meppen-Hüntel ein zerstörtes Großsteingrab ausgegraben, von dem nur noch die Standspuren von 9 Umfassungs- und 3 Tragsteinen, sowie Reste des Kammerbodens mit Feldsteinpflasterung aus Rollsteinen, ein Trichterbecher und viele Keramikscherben erhalten waren. Das Grab wurde vermutlich im 19. Jahrhundert zerstört. (Zoller, Old. Jahrb. 1982)

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C: Bernd Rothmann - Seite erstellt 2008, derzeitige Version Nr. 4 - zuletzt geändert 18.2.13 - alle Fotos von 2008 - bisherige Besucher: