Die Jungsteinzeit und ihre Großsteingräber

Die Jungsteinzeit in Nordwestdeutschland
Siedlungen
Großsteingräber
der Bau der Großsteingräber
verschiedene Arten von Großsteingräbern
die Zerstörung und der Denkmalschutz
verwunderliche Verkäufe
eine seltsame Theorie
Bohlenwege und Erdwerke
Vom Neolithikum zur Bronzezeit
Zeittafel
Literaturquellen

Grundlagen zur Archäologie


    Wie bei allen archäologischen Epochen verlief die Entwicklung auf der absoluten Zeitskala in den verschiedenen Zonen Europas bzw. Deutschland rechts unterschiedlich. Südliche Länder erreichten bestimmte Entwicklungsschritte normalerweise früher als der hohe Norden. Und so sind die im Folgenden präsentierten Zusammenhänge vor allem für den niedersächsischen Raum, und dort insbesondere für die Wildeshauser Geest zutreffend.
    Die Jungsteinzeit beginnt in unterschiedlichen Regionen zu verschiedenen Zeiten.
    Im vorderen Orient begann das schon im 6. Jahrtausend vor Christi, worauf diese Entwicklung sich langsam ausbreitete. Ein Jahrtausend später waren auch die Bereiche Mitteleuropas "neolithisiert", die fruchtbare Lößböden aufwiesen (Bandkeramiker). In Niedersachsen enden diese Lößböden am Nordrand der Mittelgebirge. Nördlich davon liegen die relativ unfruchtbaren, sandigen Geestgebiete. Die schlechten Geestböden, riesige Moorgebiete und das späte Zurückweichen des Eises sorgten dafür, dass die mesolithische Lebensweise im Norden relativ lange beibehalten wurde.
    In Nordeuropa wurde die Landwirtschaft erst im 3. Jahrtausend v.Chr. eingeführt. Es waren die sog. Bandkeramiker, die die Kultur des Ackerbaus und der Viehzucht aus dem Süden importierten. Dabei wissen wir nicht, ob diese Menschen, deren Keramik mit typischen Bandmustern verziert war, in Form einer Völkerwanderung in den nordwesteuropäischen Raum eindrangen, oder ob lediglich ihre Kultur von der einheimischen Bevölkerung übernommen wurde.

    Die Jungsteinzeit in Nordwestdeutschland

    Die ersten Menschen sind zwischen 12000 und 10000 v.Chr. im Gebiet der Wildeshauser Geest erschienen. Es waren Rentierjäger und Sammler, die eindeutig zur Gattung Homo Sapiens gehörten. Ein Lager wurde z.B. in der Glaner Heide entdeckt.
    Im 4. Jahrtausend begannen die Menschen langsam sesshaft zu werden. Aus Sammlern und Jägern werden Bauern, und Archäologen bezeichnen diesen Übergang als „neolithische Revolution“. Das damit anbrechende vorgeschichtliche Zeitalter wird als Jungsteinzeit = Neolithikum bezeichnet. Es ist die Epoche, in der der Mensch zum ersten Mal Kulturpflanzen anbaute und Haustiere züchtete, d.h. sesshaft wurde und Landwirtschaft betrieb. Jetzt begannen die Menschen auch, für ihre Verstorbenen gewaltige Grabanlagen zu errichteten. Während in den südniedersächsischen Lößgebieten Ackerbau schon um 5000 v. Chr. nachweisbar ist (Bandkeramiker), war in den weniger fruchtbaren Gegenden des Nordwestens der seit langer Zeit ablaufende Wechsel von den Jägern und Sammlern zu den sesshaften Bauern erst um 3500 v. Chr. soweit fortgeschritten, dass diese die gewaltige Aufgabe des Baues von Großsteingräbern in Angriff nehmen konnten. Kleine Familiengruppen, die ständig umherwanderten, hätten diese Arbeit niemals bewältigen können. Dafür brauchte man fest gefügte Dorfverbände und Haustiere wie Ochsen als Lasttiere, um die tonnenschweren Findlinge über viele Kilometer durch unwegsames Gelände transportieren und aufbauen zu können. Heute würde man „notwendige Infrastruktur und Logistik“ dazu sagen (siehe dazu auch Informationen zu den
    Kleinenkneter Steinen). 

    Damals müssen die Menschen auch intelligent genug geworden sein, um sich Gedanken über das Leben nach dem Tod zu machen, denn derart monumentale und dauerhafte Grabanlagen mit Grabbeigaben sind immer ein Hinweis darauf, dass man die Toten für ein späteres Weiterleben vorbereiten wollte. Insbesondere wenn man bedenkt, dass die lebenden Menschen damals lediglich in Holzhütten lebten.

    Weil aus dieser Zeit keinerlei schriftliche Hinterlassenschaften vorhanden sind, wissen wir nicht, wie sich die Menschen damals selbst nannten und in welchen Verbänden sich ihr Sozialleben abspielte. Da ihre Keramik jedoch über ganz Nordeuropa hinweg vergleichbar war, spricht die Archäologie von der "Trichterbecherkultur", die von den Niederlanden bis zur Weichsel und nach Skandinavien reicht.

    Zur Jungsteinzeit war Nordwestdeutschland von Mischwäldern aus Eichen und Birken bedeckt, daneben gab es Ebereschen, Linden, Ulmen und Ahorn, ganz vereinzelt Buchen. In sumpfigen Bereichen kamen dazu noch Erlen vor. Nadelbäume gab es damals fast gar nicht. Lediglich die großen Moorflächen und der direkte Küstenstreifen waren waldfrei.
    Dort, wo die Menschen sesshaft werden wollten, mussten sie den Wald roden. Dies geschah mit Steinbeilen oder durch Brandrodung, wobei die Baumwurzeln im Boden verblieben und um sie herum geackert wurde. Experimentelle Archäologen konnten mit Steinbeilen ca. 0,2 ha pro Woche  roden
    5). Gepflügt wurde mit Hakenpflügen, die den Boden nur durchfurchten, ihn aber nicht umbrachen.

    Siedlungen

    Leider sind aus dieser Zeit (ab ca. 3500 v.Chr.) in Nordwestdeutschland nur wenige Siedlungen bekannt, dafür aber die größten Bauten dieser Kulturepoche, die Großsteingräber, auf die weiter unten eingegangen wird.

    Die spektakulärsten Siedlungen der Jungsteinzeit wurden Flögeln (Ldkr. Cuxhaven), Pennigbüttel (Ldkr. Osterholz-Scharmbeck), Heek im nördl. Westfalen, Wittenwater (Ldkr. Uelzen), Rullstorf (bei Lüneburg) und 2012 auch bei Visbek (Ldkr. Vechta) ausgegraben. Bereits 1938 bis 1940 wurde die bisher größte Siedlung am Dümmer (Ldkr. Vechta) ausgegraben 4). Diese Fundplätze zeichneten sich durch Hausgrundrisse und Trichterbecherkeramik aus.  Die Häuser waren bis zu 16 mal 6 m groß und in bis zu drei Räumen unterteilt. Es handelte sich um lange Pfostenkonstruktionen mit Flechtwänden, die wiederum mit Lehm verputzt waren. Die Räume waren immer etwas in den Boden eingetieft. Auch kleine Häusern mit nur einem Zimmer und einer Herdstelle sind bekannt.
    Man hielt Hund, Ziege, Schaf, Schwein und Hausrind als Haustiere, wobei letztere damals erheblich kleiner waren als heutige Züchtungen. Schafe und Ziegen müssen aus Südosteuropa eingeführt worden sein. Man baute einfache Weizenarten (Emmer, Einkorn, Zwergweizen), Gerste (Nackt- und Spelzgerste), Erbsen, Bohnen und Linsen an, sowie Lein als Ölpflanze.
    Die Hautiere wurden in den Wäldern gehalten, wo sie Laub und kleine Äste fraßen. Dadurch muss es bereits zu ersten Waldschädigungen mit anschließender Heidebildung auf den sandigen Geestböden kommen sein.

    Die Jagd spielte anscheinend nur noch eine sehr untergeordnete Rolle. In den Wäldern gab es Auerochsen, Rothirsche, Elche, Wildschweine, Braunbären, Wildkatzen, Wölfe und Füchse.
    An den Seen gab es Biber, alle heutigen Wasservögel plus Krauskopfpelikane, im Wasser viele auch heute noch vorkommende Fische.
    Wenn jungsteinzeitliche Siedlungen wie am Dümmer direkt am Wasser lagen, wurde natürlich auch Fischfang betrieben.

    Die Keramik wurde vermutlich von anderen Kulturen übernommen und abgeändert.Ertebölle-Ellerbeck-, Michelsberger und Rössener Kultur werden die Trichterbecherleute inspiriert haben. Sie stellten flache Schüsseln, Schüsseln mit konischem Fuß, steilwandige Kessel, Amphoren mit zwei Henkeln, Tassen, Henkeltassen, Schalen und die namensgebenden Trichterbecher her. Eine besonderheit waren die sog. Kragenflaschen, kleine kugelige Fläschchen mit einem ausbordenden Kragen am Hals.
    Diese Keramik wurde ohne Töpferscheibe aus Tonschnüren geformt, die als Wandung flachgedrückt und innen und außen glatt gestrichen wurden. In die Außenoberfläche wurden dann regelmäßige Verzierungen tief eingedrückt oder eingeritzt ("Tiefstichkeramik") und diese vertieften Muster bei wichtigen Gefäßen mit weißer, kalkhaltiger Masse ausgefüllt. Die Muster waren z.T. umlaufend oder bildeten einzelne, quadratische Felder, die sich mit musterlosen Flächen abwechselten.

    der links abgebildete Trichterbecher kann im Visbeker Rathaus besichtigt werden.
    Das Foto unten zeigt ein typisches, komplizierteres Tiefstichmuster.

    Die Werkzeuge und Waffen bestanden aus Holz, Knochen und Feuerstein. Aus Feuerstein wurden Äxte, beile, Messer, Sicheln, Schaber, Kratzer, Bohrer und Pfeilspitzen hergestellt.

    Da nicht jeder Feuerstein zur Weiterverarbeitung geeignet ist, bildeten sich ein regelrechter Handel von Orten mit obertägigen Bergwerken oder von der Ostseeküste in das übrige Nordwestdeutschland aus. Als Handelswege dürften dabei vor allem die Flüsse gedient haben, die mit Einbäumen und Flößen befahren wurden. Aber auch vierrädrige Wagen gab es schon, die sich durch große Scheibenräder aus zusammengefügten Holzbohlen auszeichneten.
     

    Die Großsteingräber

    Großsteingräber werden ja auch als Megalithgräber bezeichnet, und dieses Wort leitet sich aus dem Griechischen ab. Mega heißt groß und lithos ist der Stein.
    Die sog. Megalithgräber aus der Jungsteinzeit sind die ältesten Bauwerke Nordeuropas. Erste Anlagen wurden bereits seit 4800 v. Chr. in der Normandie und in der Bretagne errichtet. Die Großsteingräber der Wildeshauser Geest sind etwa jünger, sie wurden zwischen 3500 und 2700 vor Chr., d.h. vor mehr als 4700 Jahren gebaut. Für Begräbnisse genutzt wurden die Anlagen aber noch bis zum Ende der Jungsteinzeit. Damit sind die Großsteingräber älter als die meisten ägyptischen Pyramiden, deren Bau erst ab 2700 v. Chr. begonnen wurde.
    Großsteingräber sind also keine primitiven "Nachahmungen" der Prachtbauten aus dem Mittelmeerraum, sondern rein chronologisch ihre Vorgänger.
    Aber während es im Innern der Pyramiden und auf zahlreichen anderen altägyptischen Funden umfangreiche Hiroglyphentexte beschreiben, warum, von wem und zu wessen Ehren und zu welchem Zweck die altägyptischen Bauten errichtet wurden, haben wir bei den Großsteingräbern nur auf Forschungsergebnissen basierende Vermutungen und Theorien.
    Bis vor wenigen Jahrzehnten war man noch davon ausgegangen, dass die Grabanlagen Norddeutschlands ca. 1000 Jahre jünger sind, aber Kohlenstoff-14- (C14-) und Thermoluminiszenzanalysen haben ihr hohes Alter eindeutig nachgewiesen. Auf einigen älteren Hinweistafeln findet man noch die falschen Altersangaben.
    Zur Entwicklung der Großsteingräber gibt es zwei unterschiedliche Theorien, auf die hier nicht weiter eingegangen werden soll. Der ersten zufolge sind die Dolmen und Ganggräber des Nordischen Kreises eine eigenständige Entwicklung, die zweite geht davon aus, dass sich die Entwicklung der Megalithbauten aus dem südöstlichen Mittelmeerraum über Frankreich bis Nordeuropa verbreitet habe. Für beide gibt es gute Gründe, aber keine konnte schlüssig bewiesen werden.

    Während man im Mittelalter noch glaubte, dass die Grabanlagen nur von Riesen errichtet worden sein könnten, sieht man die Sachlage heute folgendermaßen:

    Die sog. Megalithkultur erstreckt sich über das gesamte Nordwesteuropa, einige Inseln im Mittelmeer und wenige Stellen Nordafrikas, wobei erstaunlicherweise hauptsächlich küstennahe Zonen bebaut sind.
    In Norddeutschland treten Großsteingräber vor allem in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern auf, wobei die Oder die Ostgrenze bildet.
    Großsteingräber in Norddeutschland werden in drei große, geographische Gruppen eingeteilt, die sich z.T. auch durch ihre Bauart (s.u.) unterscheiden. Die auf diesen Seiten hauptsächlich beschriebenen Großsteingräber gehören zur sog. "Westgruppe", die fast ausschließlich aus den unten näher beschriebenen Ganggräbern der „Trichterbecherkultur“ (ca. 3500-2700 v. Chr.) besteht, wobei sich der Name von den typischen Tiefstich-Keramikfunden in den Gräbern ableitet.
    In Dänemark herrschen dagegen die sog. Dolmen vor, und in anderen Gegenden, z.B. auf Malta, wurden regelrechte Tempel gebaut.
    Die nordwestdeutschen Megalithgräber der Westgruppe sind den niederländischen Großsteingräbern sehr ähnlich, denn in der Jungsteinzeit war das ein großer zusammenhängender Siedlungsraum.

    Die Großsteingräber sind hinsichtlich ihrer technischen Baumerkmale oft so ähnlich, dass man annimmt, dass nicht die jeweils örtliche Sippe sie selbst errichtet hat, sondern dass damals spezialisierte Baumeister mit ihren Bautrupps durch die Lande gezogen sind. Um derartig gewaltige Grabmale in der ursprünglich vorhandenen, großen Zahl zu bauen und über Jahrhunderte zu unterhalten, müssen die Trichterbecherleute gut funktionierende soziale Strukturen entwickelt haben.

    Die weite Verbreitung der Großsteingräber gibt zu der Vermutung Anlass, dass die Menschen der Trichterbecherkultur einem einheitlichenTotenkult anhingen. Die Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Megalithgräber immer von mehreren Generationen, d.h. über Jahrhunderte für die Totenbestattung im Dorf weitergenutzt wurden. Im Grab am Schießstand in Dötlingen wurden über 8 Zentner Scherben von keramischen Grabbeigaben geborgen, aus denen 400 Gefäße rekonstruiert werden konnten. Über die konkreten Bestattungsrituale ist nichts bekannt. Und so gibt es heute zwei Theorien:
    1. Die Toten wurden unmittelbar nach ihrem Ableben in der Grabkammer abgelegt. Wenn Nachbestattungen notwendig waren, wurden ältere Knochen ggf. zur Seite geräumt.
    2. Die Toten verwesten an anderer Stelle, und in den Kammern wurden später nur die Knochen abgelegt (Ossuarientheorie).

    Zu Anfang der Trichterbecherkuktur und auch zeitgleich zur Bestattung in Großsteingräbern hat es bei den Trichterbecherleuten auch Einzelbegräbnisse in normalen Erdgräbern gegeben hat. Auch diese Gräber waren sorgfältig ausgeführt worden, meist mit einer Rollsteinpackung, auf die der Leichnam in Rückenlage gebettet wurde, und Steinen an den Schmalseiten. Auch diesen Toten waren Keramikgefäße mit ins Grab gegeben worden. Im Landkreis Stade ist in einem derartigen Flachgrab der Jungsteinzeit sogar ein Goldring, der älteste Goldfund Niedersachsens, gefunden worden 1). In diesen Flachgräbern wurden also nicht nur arme Menschen beigesetzt.
    Leider werden diese Flachgräber aber nur selten erkannt und oft beim Pflügen oder anderen Erdarbeiten unwissentlich zerstört. Derartige Gräber wurden z.B. in Visbek, in Dötlingen und im Emsland gefunden.

    Als Grabbeigaben fand man Keramikgefäße und -scherben, diverse Typen von Steinäxten, oft sorgfältig poliert, Feuerstein-Pfeilspitzen, Bernsteinperlen und selten kleine Kupferröllchen, die als Schmuck gedient haben. Man kann somit Kupfer als „das Edelmetall“ des nördlichen Neolithikums bezeichnen.

    In vielen Großsteingräbern fand man außerdem Tonscherben der sog. Einzelgrab- und Glockenbecherkultur, Zeitepochen, die auf die Trichterbecherkultur folgten. Daraus kann sicher abgeleitet werden, dass diese späteren Menschen weiterhin Großsteingräber für Bestattungen nutzten.

    Der Bau der Großsteingräber
    Der Bau der Grabanlagen muss folgendermaßen abgelaufen sein:
    Für die Grabanlagen wurden hier im Nordwesten hauptsächlich riesige Findlinge verwendet, die vor 235.000 bis 125.000 Jahren von den Gletschern der Saale-Eiszeit aus Skandinavien kommend überall in großer Zahl abgelagert worden waren. Man spricht da von "nordischer Geschiebemegalithik". Die Baumeister suchten diese Findlinge sorgfältig aus, denn es wurden vorzugsweise Steine verwendet, die an einer Seite abgeflacht waren. Diese abgeflachte Seite wurde in der eigentlichen Kammer nach innen gerichtet, bei den großen Umfassungsteinen der Hünenbetten aber nach außen. Die riesigen Steine wurden dann vermutlich mit Ochsengespannen zum Bausplatz transportiert. Dazu wurden dünne Baumstämme als  Schienen und Rollen unter die Findlinge gelegt.
    Eine Theorie geht davon aus, dass am Grabplatz bereits Gruben ausgehoben worden waren, in die die senkrecht stehenden Tragsteine eingelassen wurden. Dann mussten Erdrampen aufgeschüttet werden, um die Decksteine oben auf die in dieser Phase mit Erde gefüllte Grabkammer zu schleppen. Nachdem die ganze Konstruktion fertig war, wurde die Erde aus der Kammer entfernt und der Boden der Grabkammer meist gepflastert. Die Zwischenräume zwischen den Tragsteinen wurden mit kleinen Steinen und Erde aufgefüllt ("Zwickelmauerwerk", schön renoviertes Beispiel: Am Schießstand, Dötlingen). Zum Schluss wurde das Ganze mit einem Erdhügel abgedeckt. Die Gräber Egypten in Dötlingen und Grab 4 am Visbeker Bräutigam sind Beispiele, dass kleine Gräber mit einem relativ voluminösen Hügel bedeckt wurden; die Rekonstruktion des Hünenbettes 1 in Kleinenkneten zeigt, dass bei großen Steinsetzungen vermutlich die Tragsteine frei sichtbar blieben.
    Eine andere Theorie geht davon aus, dass zuerst die Decksteine auf einem Erdhügel abgelegt wurden, und dann die Tragsteine darunter eingepasst wurden. Zum Schluss wurde das Innere der Kammer wieder von Erde befreit.
    Für beide Theorien gibt es gute Gründe.
    Bei einigen wenigen Gräbern wurden Pfostengruben nachgewiesen, die darauf hindeuten, dass zumindest für den Bau Stützbalken verwendet wurden. Bei einem Grab (Tannenhausen bei Aurich) muss man sogar davon ausgehen, dass der gesamte Zugang nur aus Holz errichtet worden war.
    Eine Besonderheit im Nordwesten sind die sog. Tordecksteine, riesige Findlinge, die nicht nur ihren Teil der Kammer, sondern auch einen Teil des Ganges bedeckt haben. 
    (eine schöne Beschreibung des Errichtens von Großsteingräbern gibt W. Hansen in seinem Buch "Riesensteingräber" von 1941)

    Bei der Rekonstruktion des Kleinenkneter „Hünenbettes 1“ ermittelte man, dass ca. 100 Männer bei ganztägigem Einsatz ein derartiges Grab in 3 bis 4 Monaten fertig stellen konnten. 7)

    Verschiedene Arten von Großsteingräbern
    Es gibt drei wichtige Typen von Großsteingräbern: Dolmen, Ganggräber und Galeriegräber, wobei man in Nordwestdeutschland meist die hier typischen Ganggräber findet.

    Die Großsteingräber wurden zuerst als Urdolmen gebaut, die nur ein oder zwei Decksteine besaßen, und in deren va. 2,5 x 1 m großen Kammer vermutlich nur Einzelpersonen bestattet wurden. Jede Wand eines Urdolmens bestand in der Regel nur aus einem Tragstein, wobei ein Stein an einer Schmalseite nur halbhoch war, um Zugang zur Kammer zu haben.
    Daraus entwickelten sich die
    erweiterten Dolmen, Großdolmen und Polygonaldolmen, die zwei oder mehr Tragsteine an den Seitenwänden haben, und im Falle der Polygonaldolmen eine vergrößerte Kammer mit mehreckigem Grundriss haben. AlleDolmen haben den Eingang an der Schmalseite.
    In Nordwestdeutschland findet man Dolmen lediglich in Schleswig-Holstein und vor allem in Mecklenburg-Vorpommern. Weiter westlich, d.h. in Niedersachsen und auch in den Niederlanden kommen bis auf einzelne Ausnahmen nur die größeren Ganggräber vor. Interessant ist, dass in Schleswig-Holstein viele Hünenbetten (s.u.) lediglich die kleinen Dolmen als Grabkammer aufweisen.

    Die sog. Ganggräber wurden vermutlich aus den Großdolmen entwickelt, als man begann, größere Mengen von Toten in ihnen zu bestatten. Ganggräber haben zwischen 3 und 18 Joche, wobei man als Joch jeweils zwei Trag- und einen Deckstein bezeichnet. Oft sind die Decksteine aber so groß, dass sie mehrere Tragsteine bedecken (z.B. Heidenopfertisch); dann macht es keinen Sinn mehr von Jochen zu sprechen.
    Bei den Ganggräbern erfolgt der Zugang zur Kammer immer von der Längsseite, und zwar im Regelfall durch einen kurzen, namensgebenden Gang, der ebenfalls Trag- und Decksteine aufweist. Der Eingang wurde durch eine aufrechte Steinplatte versperrt.
    In Skandinavien sind die Kammern zwischen 4 und 7 m lang, und die relativ langen Gänge weisen zahlreiche Tragsteine auf. Südlich der Eider wird dieser Typ durch sehr lange Kammern (bis 27 m) mit nur kurzen Gängen ersetzt. Oft fehlen die Decksteine der Gänge.

    Die Großsteingräber, die wegen der Jahrtausende lang erfolgten Erosion heute meist frei liegen, waren ursprünglich von einem Erdhügel bedeckt. Damit die Erde nicht in die Steinkammer fallen konnte, waren die Lücken zwischen den Findlingen mit sog. Trockenmauerwerk aus gebrochenen Granitsteinen ausgefüllt. Die glatteste Seite der Findlinge zeigte immer in die Grabkammer, damit diese möglich gerade Wände aufwies.
    Am Fuß war der Erdhügel von Ganggräbern oft mit einer Umfassung aus Findlingen abgestützt.

    Eine Besonderheit stellen die sog. "Hünenbetten" oder Langbetten dar. Es handelt sich um bis über 100 m lange, rechteckige Bauten aus fast mannshohen Findlingen, in denen normalerweise eine kleine Grabkammer und in einigen Fällen bis zu drei Grabkammern (Kleinenkneten 2) eingebaut waren. Innerhalb der Steinumfassung war das Langbett - abgesehen von der Kammer - komplett mit Erde gefüllt.
    Übrigens: Den Namen „Hünenbett“ kann man sowohl von "Hünen = Riesen", als auch vom niederdeutschen „hunnebed = Totenstatt" ableiten.
    Diese riesigen Anlagen, wie z.B. der Visbeker Bräutigam, sind ja eigentlich nur ein riesiges Beiwerk um eine relative kleine Grabkammer und dürften somit hauptsächlich repräsentative Wirkung gehabt haben.
    Das nordwestdeutsche Gebiet bildet bezüglich der Ganggräber mit den Niederlanden eine Einheit.

    Die jüngste Form der Großsteingräber stellen die sog. Galeriegräber dar, die im Süden Niedersachsens, in Nordrhein-Westfalen und in Hessen vorkommen und manchmal auch als Steinkisten bezeichnet werden. Die bis zu 30 m langen rechteckigen Kammern sind tief in den Boden eingelassen und mit schmalen Steinplatten, die z.T. aus Steinbrüchen stammen, aufgebaut. Der Eingang befand sich an der Schmalseite und bestand aus einer Steinplatte mit einem großen runden Loch (Seelenloch), durch das man ins Grab kriechen konnte. (Die Steinkisten von Bargloy, Wiemelsberg, Anderlingen etc. sind keine megalithischen Steinkisten; sie wurden in der Bronzezeit gebaut.)

    In der Wildeshauser Geest, dem Emsland und rund um Osnabrück kann man die in der folgenden Abbildung dargestellten sechs unterschiedliche Arten von Großsteingräbern finden, wobei erstaunlicherweise an den Stellen, an denen mehrere Gräber nah bei einander liegen, auch immer unterschiedliche Arten anzutreffen sind.

    1. riesige, rechteckiger Einfassung mit kleiner Grabkammer (Hannoversche Kammer, Hünenbett): z.B. Visbecker Braut und Bräutigam, bei denen erstaunlicherweise meist kein Eingang in die Kammer zu sehen ist.
    2. längliche Grabkammer mit mittig angebrachtem Eingang an der Längsseite (lateraler Eingang) in ovaler, eng anliegender Einfassung (Emsländische Kammer): z.B. Hohe Steine bei Wildeshausen. H.Gerdsen (Antike Welt 31, 2000) die emsländischen Kammern seien die jüngsten der Großsteingräber.
    (wenn der Eingang an der Längsseite seitlich versetzt ist, spricht man von Holsteiner Kammern, die im Lüneburger Raum vorkommen)
    3. große Grabkammer mit mittigem Eingang an der Längsseite (lateral), aber ohne Einfassungssteine: z.B. Heidenopfertisch, Brautwagen
    4. Trapezförmige Grabkammer mit Eingang an der Längsseite: z.B. Ahlhorner Kellersteine II
    5. Grabkammer in einem Erdhügel: z.B. Egypten, Grab 4 beim Bräutigam
    6. Dolmen, Grabkammer mit maximal drei Decksteinen und Eingang an der Strinseite (axialer Eingang). Dolmen sind in Nordwestdeutschland die seltenste Grabform.

    Die Zerstörung und der Denkmalschutz
    Obwohl die gesamte Geest überreichlich mit Findlingen aller Größen gesegnet ist, müssen Anhäufungen von Steinen, wie sie die Großsteingräber darstellen, für Menschen, die Baumaterial benötigen, wie ein praktischer Selbstbedienungsladen wirken.
    Zumal anzunehmen ist, dass derartige heidnische Bauwerke („Opfertisch“) während der Christianisierung Norddeutschlands den Missionaren bestimmt ein Dorn im Auge waren. In den letzten Jahrhunderten haben viele Gräber ganz einfach den Bauern bei der Erschließung neuer Felder im Wege gestanden.

    Die Steine wurden zerkleinert, um als Straßenunterbau zu dienen, oder sie wurden als Ganzes in Kirchen- und Hausfundamente, Grundstückseinfriedungen, in Denk- und Ehrenmälern eingebaut und nicht zuletzt an die Küsten verkauft, wo sie bei Hafen- und Deichbau sehr gefragt waren. So wurden auch viele Steine in die Niederlande geschafft. 1728 verbietet die Hannoversche Regierung den Export von Hünensteinen. Im großen Stil wurden Großsteingräber zwischen 1810 und 1813 im Auftrag von Napoleon geplündert, der Steine zum Bau seiner Heerstraßen benötigte und sie dafür z.B. von Stenum bis Osnabrück schaffen liess.


    Fundamente eines Schafkobens am Ahlhorner Rüspelkämpe. Der Stein im Vordergrund in der Mitte zeigt Reste eines Sprengloches.

    Die Großsteingräber, die heute noch vorhanden sind, sind alle irgendwie geschädigt. Bei nahezu allen fehlen kleinere Einfasssteine, Trag- oder sogar einzelne Decksteine. Wo diese zu groß zum Abtransport waren, versuchte man sie zu sprengen (siehe spezielle Seite über Sprengversuche). Besonders traurige Reste dieser Grabräuberei in der Wildeshauser Geest sind die Gräber in Ahlhorn (Bakler Berg), bei Huntlosen und Grab 3 in Steinkimmen. Aber auch in allen anderen Gebieten wurden Megalithgräber in großem Stil zerstört.

    Dass überhaupt noch Großsteingräber erhalten sind, verdanken wir a) der Tatsache, dass die Geest als unfruchtbare Gegend immer relativ dünn besiedelt war, und es genügend andere Findlinge gab, b) viele Gräber in relativ unwegsamem Gelände liegen, sie c) vermutlich durch Aberglauben geschützt waren und sie d) bereits relativ früh unter Schutz gestellt worden sind.
    1819 erließ die Herzogliche Kammer zu Oldenburg die erste Verordnung, derzufolge Großsteingräber und Grabhügel möglichst erhalten und vor Zerstörungen bewahrt werden sollten. Denn schon damals musste man feststellen, dass ihre Zahl rapide abnahm. Das Herzogtum Oldenburg kaufte in den folgenden Jahren die meisten Grundstücke, auf denen sich Großsteingräber befanden, um eine drohende Zerstörung zu verhindern. Nach 1820 wurde angeordnet, dass die Grabanlagen mit einem Erdwall einzufrieden seien und die nächste Umgebung zu bepflanzen sei. Es folgten 1911 ein oldenburgisches und 1979 das erste
    niedersächsische Denkmalschutzgesetz. Dieses wurde zuletzt am 26.05.2011 überarbeitet. 
    Auch die Landdrostei Osnabrück, eine Instanz der Hannoverschen Regierung, stellte das Wegschaffen der Hünensteine 1825 unter Geldstrafe.
    1895 hatte man im Herzogtum Oldenburg noch 150 Steindenkmäler registriert (
    siehe z.B. den Bericht von G. Sello), 1975 waren es nur noch 56; d.h. 94 waren trotz Denkmalschutz in 80 Jahren zerstört worden. Die Reckumer Steine etwa sind die letzten beiden erhaltenen Megalithgräber einer ehemals größeren Gruppe. Und auch der Wohnplatz Hölingen besaß früher mehrere Großsteingräber. Wahrscheinlich fielen sie der Errichtung der Harpstedter Friedhofsmauer zum Opfer.

    Aber auch in heutiger Zeit beschädigen bösartige Zeitgenossen die alterwürdigen Anlagen. Einzelne Steine werden gestohlen oder in den Kammern werden Lagerfeuer angezündet, die die Decksteine schädigen. --> Beispiele von heutigem Vandalismus.

    Die meisten Großsteingräber befinden sich heute in Staatsbesitz (Landesforstämter); Ausnahmen werden bei den Grabbeschreibungen erwähnt.

    verwunderliche Verkäufe
    In 2007 kamen Informationen auf, dass Naturdenkmäler, die sich im Besitz des Landes Niedersachsen befanden, zum Verkauf angeboten wurden. Dabei handelte es sich z.Z. ausschließlich um Objekte aus dem Bereich des Forstamtes Neuenburg. Die Großsteingräber in Steinkimmen und Stenum wurden an die Gemeinde Ganderkese verkauft, die Gemeinde prüfte auch, den Heidenwall von Delthun zu erwerben. Darüber hinaus wurde eine Wallanlage bei Wiefelstede an eine Privatperson verkauft, nachdem die Gemeinde ihr Kaufinteresse zurückgezogen hatte.
    Fotos: Hünensteine 1 in Steinkimmen (927, oben links), Stenum (930, rechts) und Sandhatten (926, unten links)

    Ich habe Anfang 2008 Rücksprache mit dem Forstamt Ahlhorn gehalten, in dessen Zuständigkeitsbereich Kostbarkeiten wie Visbeker Braut und Bräutigam, Glaner Braut etc. liegen. Die Leiterin des Forstamtes, Frau Dörrie, hat mir bestätigt, dass es beim Forstamt Ahlhorn keinerlei Verkaufsabsichten gibt.
    M. Haking von den Niedersächsischen Landesforsten in Braunschweig teilte mir im Februar 2008 mit, dass es sich bei den bisherigen Verkäufen um sog. "Streubesitz" gehandelt habe, d.h. um kleine Einheiten, die keine Anbindung an große Landesforsten hatten, und dass die Verkäufe auf Wunsch der Gemeinde zustande gekommen seien. Jeder Verkauf sei als Einzelfall zu betrachten.
    Wer nun aber gedacht hatte, die Angelegenheit sei damit erledigt, wurde Ende September 2008 eines besseren belehrt. Die Presse meldete den Verkauf des Großsteingrabes Steenberg (Sandhatten) durch das Forstamt Neuenburg an die Gemeinde Hatten. Schon wieder ein Einzelfall! Der Bürgerverein Sandhatten hat am 20.9. die Pflege des Großsteingrabes übernommen.

    Bereits 1819 erließ die Herzogliche Kammer zu Oldenburg die erste Verordnung, derzufolge Großsteingräber und Grabhügel unter Schutz gestellt wurden, und heute sind die Anlagen durch das niedersächsische Denkmalschutzgesetz von 1979 und 2011 geschützt. Heute scheint - zumindest in einigen Fällen - der umgekehrte Weg begangen zu werden. Zwar zählt der Verkauf an eine Gemeinde gewiss zu den kleineren Übeln, jedoch gehört es nach Meinung des Autors auch heute zu den vornehmsten Pflichten des Staates und auch des Landes Niedersachsen, Kulturgüter für die Allgemeinheit zu schützen und zu erhalten!

    Eine seltsame Theorie:
    Hermann Anton Hibbeler (1884 - 1963) war Volkschullehrer in Lethe bei Ahlhorn und begeisterter Megalithgrabforscher. Er stellte wohl als erster die Theorie auf, dass die großen Steinsetzungen wie Braut und Bräutigam u.a. in Wirklichkeit keine Gräber, sondern "Götterhäuser" gewesen seien. Ähnlich wie bei den traditionellen Schafkoben sollen die großen Findlinge lediglich das Fundament gebildet haben, auf dem der hölzerne Dachstuhl mit Stroh- oder Heideplaggendeckung ruhte. In den dreißiger Jahren wurde die Idee insbesondere von dem damals einflussreichen Archäologen Hermann Wille übernommen; sie gilt jedoch heute als nicht mehr haltbar.
    Hibbeler soll auch als erster die Rekonstruktion der Kleinenkneter Grabes geplant haben, aber auch diesen Ruhm machten ihm andere streitig.

    Bohlenwege und Erdwerke

    Zu erwähnen sind auch die sog. Bohlenwege, die man bereits im Neolithikum überall baute, um die riesigen Moore des Nordwestens auf breiten Fernwegen sicher durchqueren zu können. Es gab schon Wagen mit Scheibenrädern, die bis zu 2 m Spurweite hatten.

    Eine weitere Besonderheit des Neolithikums sind die sog. Erdwerke, mehrere hundert Meter durchmessende Wallanlagen aus Gräben und Erdwällen, deren Nutzung noch unklar ist. Die Theorien gehen von Befestigungsanlagen bis zu riesigen Tierpferchen.
    In der Wildeshauser Geest sind diese Erdwerke noch nicht gefunden worden, wohl aber in Schleswig-Holstein, bei Uelzen und im Großraum Braunschweig.

    Vom Neolithikum zur Bronzezeit

    In der Endphase der Jungsteinzeit änderten sich Lebensweiseund Bestattungsformen. Aus Südosteuropa, z.B. der Ukraine, wanderten die sog. Streitaxtleute ein, die als Viehzüchter ein eher kriegerisches Nomadenleben führten. Ihr Name kommt von den typischen Streitäxten, die sie ihren Toten mit ins Grab legten. Die Toten wurden dabei in flachen Einzelgräbern und nicht mehr in den Megalithanlagen bestattet. Man bezeichnet diese Einwanderer auch als Schnurkeramiker, weil sie ihre Töpfereien mit typischen Abdrücken von Schnüren verzierten. Da sie bereits Pferde nutzen, konnten sie sich um 2000 v. Chr. sehr schnell über Nordwesteuropa verbreiten.

    Ebenfalls zum Ende der Jungsteinzeit drangen von Südwesten her die sog. Glockenbecherleute nach Südwesteuropa vor. Ihre Keramik war durch große, bauchige Glockenbecher geprägt, die mit umlaufenden Bändern in Stempel- oder Stichtechnik verziert waren. Auch die Glockenbecherleute bestatteten ihre Toten in Einzelgräbern. Wenn aber gerade ein Großsteingrab in der Nähe war, nahmen sie auch ab und zu Nachbestattungen in diesen vor. Nachbestattungen in Megalithgräbern sind noch bis in die Eisenzeit nachweisbar 6).


    Zeittafel für Nordwestdeutschland

    Bezeichnung

    Zeitspanne

    Bemerkungen

     Altsteinzeit = Paläolithikum

     12000-8000 v. Chr.

     Eiszeit

     Mittlere Steinzeit = Mesolithikum

       8000-4000 v. Chr.

     Ende der Eiszeit

     Jungsteinzeit = Neolithikum

       4000-2000 v. Chr.

     3500-2700 v. Chr. Großsteingräber der  Trichterbecherkultur in der Wildeshauser Geest  und in Nordwestdeutschland

     Bronzezeit

       2000 - 600 v. Chr.

     Hügelgräber in der Wildeshauser Geest

     vorrömische Eisenzeit

         600 - 0 v.Chr.

     römische Kaiserzeit

             0 - 375

     


    Literaturquellen

          1) W.D. Tempel, Führer zu den archäologischen Denkmälern in Deutschland, 4 Landkreis Rothenburg (Wümme), 1984
    2) H.G. Peters, ausgegrabene Geschichte, 2000
    3) H. Wichmann: Zur Frühgeschichte der Gemeinde Dötlingen, 2002 
    4) J. Eckert, Megalithforschung in Nordwestdeutschland, 2005
    5) E. Probst: Das Rätsel der Großsteingräber, 2011
    6) B. Rothmann: Eine eisenzeitliche Nachbestattung in einem neolithischen Großsteingrab, 2012
    7) J. Müller, Experimentelle Archäologie 4, 1990

    Weitere Details zur Literatur (ISBN etc.) siehe Quellen.

 
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