9. Großsteingräber bei Wildeshausen

für Interessierte: ein wenig wissenschaftlicher Hintergrund zu den Großsteingräbern --> hier klicken 
Grabbewertung: (+++) unbedingt ansehen, (++) sollte man gesehen haben, (+) wenn man schon mal da ist..., (-) nur für Fanatiker
 

28. Kellersteine Holzhausen 1 (954)

29. Kellersteine Holzhausen 2 (955)


zur Übersichtskarte

30. Hohe Steine Wildeshausen (956)

31. Bargloyer Steinkiste

35. zerstörtes Großsteingrab Spasche

36. zerstörte Gräber Brookbäke

43.-46. Glaner Braut (948-951)

falsche Steingräber in Wildeshausen

(die 900er Nummern hinter den Gräbern geben die offizielle Katalogisierung der Großsteingräber nach E. Sprockhoff wieder)


28. Kellersteine 1, "auf der Bäke", nördlich von Holzhausen (++), Sprockhoff-Nr. 954, (in meiner Übersichtskarte die Nr.28)

Dieses kleine Großsteingrab. das dicht neben der Holzhauser Bäke liegt, wird in vielen Sammlungen ausgelassen. Zu Unrecht, finde ich. Es ist zwar nur ein ca. 10 x 2 m großes Einkammergrab ohne Einfassung, aber die Kammer ist noch gut erhalten, wobei zu beachten ist, dass vornehmlich halbierte Findlinge als Tragsteine verwendet wurden, so dass die Kammer schöne, gerade Wände aufweist. Ich habe 19 Findlinge gezählt; angeblich fehlt nur ein Tragstein, und 5 von 7 Decksteinen sind auch noch vorhanden. Ein Tragstein, der von Sprockhoff 1929 verzeichnet wurde, ist heute nicht mehr zu sehen, es kann sein, dass die Wurzeln einer großen Birke ihn verdecken.

Das Grab ist nicht wirklich ausgeschildert. Man fährt östlich der Autobahnbrücke von der B 213 in die erste Starße nach rechts in Richtung Holzhausen. Nach der zweiten Straßengabelung liegt links ein Wäldchen. Unmitelbar an dessen Ende folgt ein schmales Feld, hinter dem man einen Baum mit einem grünen Schild stehen sieht (Foto oben). Er markiert das Grab.

Lage: Garmin: 52° 53,456 N, 8° 21,734 E
         Google Earth: 52° 53'27,43" N, 8° 21'44,37" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.

 

oben: Blick nach Osten, mitte: Blick nach Westen im März 2007
unten: der nicht mehr bedeckte Teil der Grabkammer im Sommer 2006

Im Frühjahr 2011 hat das NIhK (Nds. Institut für histor. Küstenforschung) Geomagnetische Messungen und Grabenschnitte ganz in der Nähe (nördl.) dieses Grabes durchgeführt. Leider hat sich der Verdacht auf eine neolithische Wallanlage nicht bestätigt. Weitere Info.



der Blick nach Osten (oben) und nach Westen (unten) / Jan 08

Auf der Skizze links sind die Steine gelb markiert, die heute fehlen. M. Fansa hat in seinem Buch (siehe Quellen) ein älteres, vergleichbares Foto, auf dem die Steine noch vorhanden sind.

Die Kammer ohne Einfassung ist ca. 10 x 1,5 m groß und hat evtl. mal in einem Hügel gestanden. Dieses Grab wird auch manchmal als "Wildeshauser Kellersteine" bezeichnet.

Position: Garmin: 52° 53,374 N, 8° 14,134 E
              Googel Earth: 52° 53'22,20" N, 8° 22'07,25" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.

In der Nähe, d.h. nordöstlich dieses Großsteingrabes habe ich drei Hügelgräber finden können.

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29. Kellersteine 2, nördlich von Holzhausen (-), Sprockhoff-Nr. 955, (in meiner Übersichtskarte die Nr. 29)

Diese Kellersteine befinden sich in desolatem Zustand und sind nur schwer zu finden. Man fährt wieder auf der B 213 von der Autobahnabfahrt Wildeshausen West nach Osten und biegt diesmal in die zweite Straße nach rechts ab (ein Gemüsehof ist ausgeschildert). An der Gabelung wieder links, bis der Wald rechts endgültig endet. Hinter dem großen Feld zieht sich der Wald weiter nach Süden. Man folgt am besten dem Feldrand um zwei Ecken und stößt dann am Feldrand auf das zugewachsene Grab, dem alle Decksteine fehlen. Ich habe noch 18 Steine erkennen können, von denen nur wenige noch an ihrem ursprünglichen Platz sind. Zwei sind fast ganz im Boden verborgen. 1896 ist noch von 23 Steinen die Rede.
Und auch im Vergleich mit der Bestandsaufnahme von Sprockhoff im Jahre 1929 fällt auf, dass seitdem mindestens 6 Steine aus der Anlage entnommen worden sind. Diese sind in der Skizze unten hell gefärbt, d.h. heute sind nur noch die dunklen Steine erhalten.
Im Frühjahr 2007 habe ich Vertiefungen im Grabbereich gefunden
(in der Skizze ganz unten mit einem  dicken "X" markiert), die so aussehen, als wären dort kürzlich große Findlinge entnommen worden (Foto unten). Andererseits waren aber keine Schleif- oder Reifenspuren im unmittelbaren Grabbereich zu erkennen. Seitdem ist das Grab unverändert, d.h. es sind keine weiteren Steine mehr weggekommen.

In einem der seitlich vom Grab liegenden Steine ist ein Bohrloch zu erkennen (roter Punkt in Skizze unten), d.h. auch wurden vor ca. 100 Jahren Sprengungen vorgenommen.

Es soll in Holzhausen noch den sog. Kapetstein gegeben haben, den Steffens als Teil eines neolithischen Grabes eingestuft hatte. Dieser
Stein wurde für den Bau eines Kriegerdenkmals in Littel widerrechtlich entfernt.


30. Hohe Steine, Wildehausen, westlich von Wildeshausen (+++), Sprockhoff-Nr. 956, (in meiner Übersichtskarte die Nr. 30)

Endlich mal wieder ein wunderschönes Großsteingrab. Und dazu noch leicht zu erreichen. Fast in der Mitte zwischen der AB-Abfahrt Wildeshausen West und Wildehausen liegt auf der Südseite der B 213 ein großer Parkplatz. Entweder man folgt dem Radweg nach Wildeshausen, oder geht ein paar Meter die Straße nach Bargloy entlang. In jedem Fall führt nach kurzer Strecke ein ausgeschilderter Trampelpfad in den Wald und direkt zum Großsteingrab.
Es handelt sich um eine 18,5 x 2 m große, überlange Grabkammer in ovaler Einfassung (emsländische Kammer). 32 Einfasssteine sind noch erhalten, und von den ursprünglich 25 Tragsteinen und 11 Decksteinen fehlt nur je einer, der 9. von links. Der größte Deckstein misst 2,65 x 2,3 x 1,45 m. An der Südseite kann man den Eingang noch erahnen.
Bis auf einen sind noch alle Steine vorhanden, die auch Sprockhoff 1929 vorfand. Ein Stein ist etwas verlagert worden.
Mit der Umfassung misst das Grab 22,6 x 10 m.
Das Grab macht also einen relativ ungestörten Eindruck, aber auch hier fand ich zwei Bohrlöcher zur Vorbereitung von Sprengungen, u.a. mitten im westlichen Deckstein
(Foto ganz unten rechts). Gut, dass es nicht dazu gekommen ist.


Blick von Ost nach West

Blick von West nach Ost

Zuletzt wurde an diesem Grab 1933 eine Grabung durchgeführt. Es ging um die Kärung, ob der Eingang des Grabes auf der Nord- oder Südseite lag. Außerhalb der Kammer wurden zwei Schnitte gelegt, wobei deutlich wurde, dass sich der Eingang auf der südlichen Längsseite befand, und dass der dort flach liegende Stein ein Deckstein des Eingangs und der sehr große Umfassungsstein eigentlich der Verschlussstein des Eingangs ist. Unterhalb des Eingangsdecksteines leigen noch Tragsteine des Ganges, einige wurden aber auch entfernt, als man begann, das Grab zu plündern.
Die Grabung ergab auch hinweise darauf, dass diese Kammer anscheinend nie mit einem Erdhügel überdeckt war.
In den 30er Jahren war außerdem beantragt worden, dieses Megalithgrab komplett zu restaurieren, was aber damals abgelehnt worden war.

In diesem Grab sollen eisenzeitliche Nachbestattungen erfolgt sein.

Ende 2013 wure die Zuwegung zum Grab erneuert und ein Tisch-Bank-Kombination aufgestellt.


die mittleren Decksteine

an der Nordseite sind die Einfasssteine sehr gut zu erkennen


Blick von Südosten


Gesamteindruck von Nordosten

 
eine große Douglasie wacht über das Grab

Sprengloch im westlichen Deckstein

Position: Garmin: N 52° 53,894', E 8° 22,824'
              Google Earth: 52° 53'53,29" N, 8° 22'49,21" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.

Die älteste Erwähnung dieses Grabes findet sich m.E. in einer Karte von 1765, in der "Steinreihen" verzeichnet sind.

Für Geocacher: In der Näher der Hohen Steine gibt es den interessanten Geocache GCKH2F (www.geocaching.dom)

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1896 werden im Umfeld von Spasche noch drei weitere, zerstörte Großsteingräber beschrieben:

35. zerstörtes Großsteingrab Spasche, direkt an der B 213 (-)
1986 wird berichtet, 200 m westlich der Brookbäke an der Abzweigung B 213 und Straße nach Bargloy hätten noch 5 Steine eines Großsteingrabes gelegen. 1977 war nur noch 1 Stein zu finden, der auch heute noch dort liegt (Foto rechts).
Koordinaten: Garmin: N 52° 54,024', E 8° 23,690'
                        GoogleEarth: 52° 53' 55,73' N, 8° 23' 41,36" O

36. zerstörte Großsteingräber Brookbäke 1 & 2, südlich der B 213 (-)
"Bei Eilers zu Spasche" sollen 1896 noch 12 Steine vorhanden gewesen sein, wobei dieses Grab 50 m lang gewesen sein soll. 1934 wird dokumentiert, dass das Grab bei km 23,9 an der B 213 gegenüber der früheren Gastwirtschaft Varnhorn gelegen haben soll. Ein Weg soll mitten hindurch geführt haben. Es wurde 1935 in die Denkmalliste aufgenommen. 1977 lagen beiderseits des Weges noch je 2 Steine. In den Unterlagen des Niedersächsischen Denkmalamtes wird dieses Grab als zwei einzelne Fundstellen geführt.

Heute stellt sich die Situation ganz ähnlich dar. Neben dem Parkplatz mit der Infotafel geht nach Süden ein Waldweg nach Bargloy ab. Nach ca. 100 m liegen beiderseits des Weges Reste des Grabes bzw. der Gräber.
Rechts vom Weg liegt ein deutlicher Hügel mit lockerem Baumbestand, auf dem zwei Findlingsbruchstücke liegen, die m.E. Teil eines einzigen Findlings sind (Foto links). Außerdem ist die Kuhle noch zu erkennen, wo die Kammer ausgegraben wurde. Die Findlinge sind sehr zerklüftet, weshalb sie wohl keine Verwendung fanden und liegen geblieben sind.
Koordinaten: Garmin: N 52° 53,879’, E 8° 23,886’
                        GoogleEarth: 52° 53' 52,53" N, 8° 23' 53,32" O.
Links des Weges ist
das Gelände stark zerfurcht mit lockerem Baumbestand. In einer der Kuhlen liegt ein stark zerklüfteter, grobkörniger Findling (Foto unten), etwas südlich davon ist ein Stein tief im Boden eingebettet. Auf einer Skizze von 1936 sind ein einzelner Findling und nördlich davon eine Reihe von 8 Tragsteinen verzeichnet, die ich bis auf einen nicht mehr auffinden konnte (rötlich markiert).
Koordinaten: Garmin: N 52° 53,876’, E 8° 23,919’
                        GoogleEarth: 52° 53' 52,55" N, 8° 23' 55,12" O.
Ca. 50 m südöstlich des Findlings liegt am Rand des Baumbestandes ein runder Hügel mit einer mittigen, tiefen Eingrabung. Hier könnte es sich um ein ehemaliges Hügelgrab oder um ein weiteres, ausgegrabenes Großsteingrab handeln. (Koordinaten: N 52° 53,858’, E 8° 23,933’/ 52° 53' 51,24" N, 8° 23' 55,92" O)
  


31. Bargloyer Steinkiste, nördlich von Bargloy (++), (in meiner Übersichtskarte die Nr. 31)

Sie ist zwar nur klein, relativ jung und zählt gar nicht zu den Großsteingräbern, aber dennoch sollte man die Bargloyer Steinkiste mal gesehen haben.
Denn sie ist meines Wissens die einzige ihrer Art in unserer Gegend und sehr malerisch auf einem baumbestandenen Hügel gelegen
(Foto unten).

Die 2 x 1,5 m große Steinkiste stammt aus der Bronzezeit (ca. 1800-1600 v.Chr.), und im Gegensatz zu den frühsteinzeitlichen Großsteingräbern, in denen jahrzehntelang ganze Dorfgemeinschaften beigesetzt wurden, ist sie ein Einzelgrab. Der große, flache Deckstein ruht auf 5 Tragsteinen. Die Kiste wurde bereits 1820 vom archäologisch interessierten Pastor G. Oldenburg untersucht; sie enthielt Grabbeilagen (Bronzeschwert, Pfeilspitzen aus Feuerstein, Armring und Schmucknadel aus Bronze) und liegt, wie gesagt, auf einem Hügel und war ursprünglich auch selbst noch von einem Erdhügel bedeckt.
Anwohner erzählten mir, dass auf alten Fotos aus den 1930er Jahren die Steinkiste noch mit einem Kranz aus Findlingen umgeben war.
Eine interessante Einzelheit sind die vielen (25?) kleinen, muldenförmigen Vertiefungen im Hauptstein
(Fotos rechts unten, helle Markierungen in der Skizze), über deren Sinn und Zweck man nur spekulieren kann (siehe auch Hexenstein).
Der Eigentümer des Landes, auf dem die Steinkiste liegt, hat mir allerdings die ganze Wahrheit erzählt:
Die Steinkiste dient seiner Familie im Sommer seit hunderten von Generationen als Frühstückstisch. Und die Schälchen sind für die Frühstückseier, Pfeffer und Salz. Schöne Geschichte, aber leider nicht ganz glaubwürdig!

Heute liegt die Steinkiste auf einem kleinen Hügel. Dieser ist stehen geblieben, als in großem Umfang das umliegende Land zwecks Kiesgewinnung abgetragen wurde. Später wurde "im Tal" Mutterboden eingebarcht und Felder und Wiesen angelegt. D.h. ursprünglich lag die Kiste auf ebener Erde.

Position: Garmin: N 52° 53,328', E 8° 23,514'
              Google Earth: 52° 53'20,13" N, 8° 23'31,39" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps 

Man erreicht die Steinkiste am besten, wenn man von der B 213 (Wildeshausen-Ahlhorn) nahe bei Wildeshausen nach Süden zur Müllverwertungsanlage abbiegt und bis zum Wendekreis fährt. Von da uas sind es nur noch ein paar Schritte.

Eine weitere Steinkiste (s.u.), die aber vermutlich eine Fälschung ist, liegt nördlich des Petruper Gräberfeldes im Wald.

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Für Geocacher: In der Näher der Steinkiste gibt
es den Geocache GCKH2C (www.geocaching.dom)


43. - 46. Glaner Braut

Obwohl die Glaner Braut sozusagen in Sichtweite von Dötlingen liegt, liegt sie dennoch auf Wildeshauser Gebiet.
Die vier Gräber, die zur sog. Glaner Braut gehören, üben auf mich immer wieder einen besonderen Reiz aus. Dafür sorgt vor allem ihre Lage in einem kleinen, ansonsten kahlen Heidegebiet "im Heidkampe", das aber seit kurzem von jungen Birken erdrückt zu werden droht.
Da die Grabanlage außerdem sehr nah am Westufer der Hunte liegt, bietet sich entlang des sog. "Huntepadds" auch eine Rundwanderung durch Dötlingen an.

Man erreicht die Gräber, indem man von Wildeshausen auf der K 242 nach Huntlosen fährt. Etwa 2,5 km hinter der Autobahnbrücke geht rechts eine kleine Straße ab, an der die Glaner Braut ausgeschildert ist. Diese Straße endet frontal vor einem Privatgrundstück. Dort kann man problemlos parken und folgt dann einige hundert Meter dem Waldweg nach rechts, der zu den Gräbern führt.

Der Weg zu den Gräbern mit GoogleMaps. 

Die Gräber haben ihren Namen von der nahegelegenen Bauernschaft Glane erhalten, und man nimmt an, dass der Zusatz "Braut" erst in allerjüngerer Zeit hinzugefügt wurde, als sich die nahegelegene Visbeker Braut als Publikumsmagnet entwickelt hatte. Da wollte man in Glane eben auch eine "Braut" haben. Es gibt auch noch eine alte Legende, derzufolge die Gräber Ruinen eines Palastes des Fürsten Glanos gewesen seien, der darin gelebt haben soll.
In alten Karten von 1765 waren die Gräber noch nicht verzeichnet.

Am 2.4.1934 waren die Gräber unter  Denkmalschutz gestellt und in Staatsbesitz übernommen worden. Das gesamte Heidestück steht seit 1939 außerdem unter Naturschutz. Der Zweckverband Wildeshauser Geest hat 2006 schöne Informationstafeln aufgestellt. (Ähnliche Tafeln stehen auch am Pestruper Gräberfeld, wo sie mehrfach von Rabauken zerstört wurden.)

Eine ganz kleine Besonderheit sind die unzähligen Schlupflöcher der Sandwespen, die man jeden Sommer im verfestigten Sand der Hügel zwischen den Steinreihen sehen kann (links).


43. Glaner Braut, Grab 1, nordwestlich von Wildeshausen (+++), Sprockhoff-Nr. 948, (in meiner Karte die Nr. 43)

Grab 1 ist mit  einer Länge von 56 m und einer Breite bis zu 8 m das größte dieser Gruppe. Obwohl die Umfassungssteine fast alle vorhanden sind, macht das Grab einen stark gestörten Eindruck (s.u), insbesondere im Bereich der ehemaligen Grabkammer im westlichen Teil.
Diese Schäden stammen nicht von offiziellen Grabungen, sondern sie sind vermutlich entstanden, als die Decksteine der Grabkammer fortgeschafft wurden und einige Einfasssteine gesprengt wurden. Von der 2 m breiten Kammer sind nur noch wenige Steine erhalten, die chaotisch herumliegen.
Bereits 1896 wird berichtet, dass die Steine in Reihen von 22 bzw. 25 Steinen liegen, von denen mehrere gesprengt seien.
Position: Garmin: N 52° 55,816'; E 8° 22,443' - 52° 55'48,96" N, 8° 22'26,55" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps. 

unten: starke Schäden im Bereich der ehemaligen Grabkammer, Blick von Westen.
unten: gesprengter Einfassstein und Rest vom Bohrloch
 


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Blick von Osten (oben und unten)


  Blick in Richtung von Grab 2
 


44. Glaner Braut, Grab 2, nordwestlich von Wildeshausen (++), Sprockhoff-Nr. 949, (in meiner Karte die Nr. 44)


Position: Garmin: N 52° 55,805'; E 8° 22,487'
                Googel Earth: 52° 55'48,26" N, 8° 22'29,15" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.

Für Geocacher: In der Näher der Glaner Braut gibt es den Geocache GC22D56 (www.geocaching.dom)

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Der Fußweg führt weiter von Grab 1 zum direkt östlich gelegenen Grab 2
(links: Blick von Grab 1 zu Grab 2). Es ist "nur" 30 m lang und 6 m breit. Die Kammer im nördlich Teil ist recht gut erhalten, die Trag- und Eingangssteine sind alle da. Leider ist nur noch ein Deckstein erhalten. Es handelt sich um eine sog. Holsteinische Kammer, bei der der Eingang verschoben angebracht wurde. Die großen Umfassungssteine sind stark durcheinander geworfen und weisen insbesondere in der Grabmitte viele Fehlstellen auf. In einem der nördlichen Umfassungsteine befindet sich ein Sprengloch.

1964 wurde im Hügelbereich dieses Grabes an der östlichen Schmalseite der Kammer, d.h. zwischen Kammer und Umfassungssteinen, eine spätbronzezeitliche Urne (Nachbestattung) geborgen, die aber lediglich Leichenbrand ohne Beigaben enthielt.
2011 wurde ganz in der Nähe dieser Stelle ein zweite Urne entdeckt und ausgegraben, die in die jüngere Eisenzeit datiert wurde, und die ebenfalls nur Leichenbrand enthielt. (H.G. Steffens, Old. JB. 64 (1965) S. 92 und B. Rothmann, Old. JB. 112 (2012) S. 243)


45. Glaner Braut, Grab 3, nordwestlich von Wildeshausen (+), Sprockhoff-Nr. 950, (in meiner Karte die Nr. 45)


Grab 3 ist ein relativ kleines Ganggrab, das vor den beiden großen Gräbern liegt. Die Kammer ist noch gut zu erkennen und ca. 6 x 2 m groß, alle
zehn Tragsteine und drei der vier Decksteine sind noch vorhanden. Von den beiden Eingangssteinen ist noch einer da.
Der südliche Deckstein wurde vermutlich bei der Plünderung der Gräber gespalten, die senkrechte Fläche ist deutlich grobkristalliner als die übrige Steinoberfläche.

Es gibt keine Anzeichen eines Hügels oder einer Einfassung.
Der nördlichste Stein ist mit seltenen, gelben Flechten bewachsen.

Position: Garmin: N 52° 55,788'; E 8° 22,418'
                Googel Earth: 52° 55'47,10" N, 8° 22'25,09" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.

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46. Glaner Braut, Grab 4, nordwestlich von Wildeshausen (-), Sprockhoff-Nr. 951, (in meiner Karte die Nr. 46)

Von Grab 4 sind nur noch wenige Steine erhalten: drei Tragsteine (1-3), ein Abschlussstein (4) und Bruchstücke eines gesprengten Decksteins (5). Ein zweiter Deckstein liegt ca. 14 m südlich (Foto links). Bei diesem Deckstein glaube ich die Kerbe eines Meißels erkannt zu haben, mit dem man versucht hat, den Stein zu zerkleinern. Bei diesem Grab sind noch deutliche Reste des ursprünglichen Grabhügels erhalten



Position: Garmin: N 52° 55,850'; E 8° 22,458'
              Google Earth: 52° 55'50,37" N, 8° 22'26,31" O
Der Weg zum Grab mit GoogleMaps.

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Falsche Steingräber in Wildeshausen, (-), in meiner Übersichtskarte die Nr. 36

Im Kreisel zwischen Krankenhaus und Friedhof in Wildeshausen, da wo man von der Innenstadt zum Pestruper Gräberfeld hinausfährt, steht ein hübsches kleines Großsteingrab (Foto links), das kein echtes Grab, sondern eine nette Nachbildung ist. Aber ich zeige es der Vollständigkeit halber trotzdem.

Das gleiche gilt für den falschen Urdolmen (Foto rechts) auf Bahn 7 des Wildeshauser Golfclubs nahe der Straße nach Glane/Huntlosen.

Nordlich des Pestruper Gräberfeldes liegt eine kleine Steinkiste im Wald, über die ich keine wissenschaftlichen Hinweise finden konnte. Sie dürfte eine Fälschung sein.
Position: Garmin N 52° 52.640', E 8° 26.625''

 


Im Juli 2007 wurde in Wildeshausen der Förderverein "Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen" gegründet, der in der "klassischen Quadratmeile der deutschen Vorgeschichte" ein Informationszentrum errichten will. Eine weitere ehrenamtliche Aufgabe des Vereins ist die Pflege der Großsteingräber.  --> zur Homepage

 
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C: Bernd Rothmann - Seite erstellt 2006, derzeitige Version Nr. 4 - zuletzt geändert 5.9.2015 - Fotos von 2006-15 - bisherige Besucher: